Schicksal der Welten – Kapitel 1

Es war mittlerweile sehr kalt in Brighton geworden, sodass ich meine Jacke noch etwas höher zuknöpfte, als ich die schmale Gasse entlang stapfte, die mich in wenigen Minuten endlich an mein Ziel bringen würde.

Dass ich überhaupt keine Lust darauf hatte, wieder einen Abend mit der anstrengenden Sarah und ihren vollgekleisterten Tussi-Freundinnen zu verbringen, war mir deutlich anzusehen, doch hatte ich wie immer keine Wahl. Sie bestand darauf, dass ich ihren Junggesellinnen Abend mit ihr verbringe. Komme was wolle.

Ich willigte ein, weil sich mich pausenlos mit Sms und Anrufen bombardierte.

Verstanden hatte ich das allerdings nie. Sie war das angesagteste Mädchen der Schule, scherte immerzu die schönsten Mädchen um sich und heiratete in ein paar Tagen – wie sollte es auch sonst sein – den angesagtesten Jungen der Stadt. Peter Dorman.

Was wollte sie also mit mir? Wieso wollte sie mich dabei haben?

Ein durchschnittliches, dünnes Mädchen, dass lediglich mit ihrem Wissen ein wenig auffahren konnte. Meine Adoptiv Eltern taten alles dafür, dass ich das, was ich für die Schule brauchte bekam, allerdings litten meine Klamotten ein wenig darunter. Und auch alles andere.

Doch sie bestand darauf, dass ich komme, also tat ich ihr den Gefallen. Wieder einmal.

Seufzend bog ich also in die Straße ein, in der sich der Pub befand, wo wir uns treffen wollten. Da ich allerdings etwas spät dran war, wusste ich genau, dass sie mir bestimmt eine Szene machen würde. Also holte ich noch einmal tief Luft, ehe ich meine rote Mütze und meinen Schal bereits vor der Tür auszog. Während ich die Tür aufdrückte, öffnete ich schon meine Jacke.

Die laute Pop Musik schallte bereits durch den riesigen geschmückten Raum, doch entgegen meiner Erwartung, war der Saal bereits voller tanzenden Menschen. Im Hinteren Teil konnte ich ein paar Biertische erkennen, an dem die Leute saßen, die augenscheinlich nicht tanzen konnte, denn sie blickten genau so fremd drein, wie ich.

Das Getose dröhnte in meinen Ohren, während ich mich langsam durch die Massen schob, um nach den anderen zu suchen. Es würde sicher nicht lange dauern, da würde ich sie finden oder sie mich, also hielt ich die Augen weit auf.
Gerade hatte ich ein paar wild tanzende Mädchen passiert, als ein Mann mit zwei vollen Gläsern vor mir auftauchte. Damit sie nicht verschüttet werden, hob er sie in die Luft und schob sich ebenfalls durch die Masse auf mich zu. Als er schließlich vor mir stand machte er Anstalten an mir vorbei zu kommen, doch im gleichen Moment, hatte auch ich die Idee, weshalb wir beide plötzlich unbeholfen lächelten.

»Sorry «, winkte ich ab und machte ihm Platz, sodass er an mir vorbei konnte.

»Kein Problem! « Schnell setzte er sich in Bewegung, doch als er an mir vorbei ging, lächelte er mir noch einmal zu.

Sofort lief ich rot an, ich konnte die aufsteigende Hitze fühlen, sie nahm mich völlig ein.

Für ein paar Sekunden verharrte ich in meiner Position, war entsetzt doch gleichzeitig begeistert darüber, dass das gerade passiert war. Denn das passierte sonst nie. Wirklich nie.

Für gewöhnlich fiel ich nicht auf. Nein, eher übersah man mich, weil ich so einfach war. Meine Klamotten waren nie auf dem neusten Stand und auch meine Haarfarbe, nämlich braun, war nichts besonderes.

Es gab Zeiten, da sehnte ich mich allerdings nach einer Veränderung. Immer wieder mal hatte ich darüber nachgedacht etwas anderes auszuprobieren, doch getraut hatte ich mich das nie.

»Betzi «, hörte ich eine schallernde Stimme, danach griff eine Hand nach meiner und zog mich zurück. Ich wusste sofort, dass es Sarah war. Sie schliff mich durch den ganzen Raum, ohne zurück zu sehen, bis hin zu einem dieser Tische, wo die anderen Mädels bereits auf uns warteten.

»Betziii «, riefen sie im Chor, als wir ankamen. Meine Haare waren völlig zerzaust und auch mein Blick ließ wohl vermuten, dass ich gestresst war, denn sie umarmten mich alle nach einander und fragten mich mit offensichtlich aufrichtiger Fürsorge, ob es mir gut ginge.

»Ich heiße nicht… Mein Name ist nicht Betzi «, versuchte ich klar zu stellen, doch sie waren alle damit beschäftigt sich wieder zu setzen und ihre kleider zu richten, als mir zuzuhören.

Sarah setzte sich ebenfalls. »Wie heißt du denn sonst? «, fragte sie amüsiert und blickte grinsend in die Runde. Ihre Arroganz war klar heraus zu hören.

Ich trat von einem Fuß auf den anderen, immer noch meine Jacke festhaltend. »Beth. Mein Name ist Beth. «

Schnell stand eine der Barbies auf und ging zu dem Tisch, auf dem die Torten und die Getränke standen. Sie nahm sich eine der lächerlichen rosa Scherpen und kam auf mich zu.

Ihre langen blonden Haare hatte sie hinten zu einem Dutt gebunden. Auf ihren toupierten Haaren ragte eine kleine goldene Krone hervor. »Du heißt Elisabeth, das wissen wir aber dürfen wir uns nicht selbst einen Spitznamen für dich aussuchen? «

Das klang nicht wie eine Frage, nein, das war lediglich das übliche unhöfliche Gewäsch, dass jeder einmal von sich gab, sobald ich in der Nähe war, weshalb ich auch eigentlich aufgegeben hatte ihnen zu erklären, dass mein Name Beth und nicht Betzi war. Es hatte keinen Sinn zu diskutiere, sie wollten mich so nennen. Weshalb ich mich wieder einmal an diesem Abend fragte, wieso ich überhaupt hier war.

Sie streifte mir die Scherpe unsanft über und drehte sich dann zu den anderen um. »Ist sie nicht hübsch? «

Im Chor schrien sie auf und klatschten. Als wären sie dumme Tiere auf einer Weide.

Als das Lied plötzlich wechselte, war jetzt jedoch kein Halten mehr. Sie sprangen alle fast zeitgleich auf. Alle sechs bewegten sich zum Takt des Liedes und machten sich auf zur Tanzfläche. Ich jedoch verstand es wie immer unsichtbar zu sein und ließ sie ziehen.

Kurz sah ich ihnen noch nach, doch sie hatten anscheinend kein Interesse mehr daran mich mit zu nehmen, also sah ich mir das leckere Essen an, das auf dem Tisch stand und griff zu.

Ich schnappte mir einen Pappteller und schlendere zu dem kleinen Biertisch, auf dem die ganzen Torten stehen.

»Hmmm «, summe ich, »Erdbeertorte «

Ich versicherte mich noch einmal, dass mir keiner zu sieht und griff dann zu. Schnell landete zwei der bereits angebrochenen Torte auf meinem Teller, ehe ich mir mein Glas randvoll mit Bier einschenkte.

Wieder an meinem Tisch angekommen, ließ ich mir meinen Kuchen schmecken, während ich all die verrückt tanzenden Menschen beobachtete.

Da war Donna, Sarahs Schoßhündchen, die ihr immer alles Recht machen wollte und auch Nora, die etwas weniger geschminkt war als die anderen und deshalb von allen anderen Tipps annehmen musste, wie das Schminken noch besser funktionierte. Sie war ok, doch ließ die Clique nicht zu, dass wir uns näher kamen. Sie wussten irgendwie, dass wir uns verstehen würden, also wurde ich meist nicht eingeladen, was mir Recht war. Doch zu bestimmten Anlässen, war es Sarah aus irgend einem Grund wichtig, dass ich da bin.

Wie z.B. ihr Junggesellen Abend oder ihre Geburtstage. Auch so, in der Schule war sie immer nett zu mir. Auch, wenn das nie lange anhielt und sie sich nachher über mich lustig machte.

Warum ich mir das gefallen ließ? Die Sachen, die sie nicht mehr brauchte überließ sie mir meist im Austausch gegen Nachhilfe. Dies sollte aber Niemand und zu gar keinen Umständen erfahren.

Ich denke, dass sie ein schlechtes Gewissen hat, wenn sie mich so behandelte, doch konnte sie dies natürlich nicht zeigen, also lud sie mich hin und wieder zu ein paar Veranstaltungen ein, um ihr Gewissen zu beruhigen. Sie dachte wohl, ich hätte eine gute Zeit.

Später am Abend ließ ich meinen Blick über die Bar schweifen. Es war bereits nach elf, und Niemand hatte mich seither auch nur noch ein mal beachtet, weshalb ich beschloss zu gehen. Ich war nicht traurig deshalb, nein, es war ein schöner Abend, denn ich konnte von meinem sicheren Platz aus beobachten, was geschah. Ohne, dass sie sich über mich lustig machten oder mich beleidigten.

Ich schmiss meinen Pappteller in einen blauen Sack und zog meine Jacke wieder an, als Nora plötzlich zu mir herüber kam. Sie war völlig verschwitzt und unglaublich beschwipst.

»Du gehst schon? «, fragte sie angeheitert, während sie sich im Kreis drehte.

»Ja, es ist schon spät und ich will früh zuhause sein «, flüsterte ich und hoffte, dass sie mich nicht versteht.

»Du…Du willst früh zuhause…sein? «, wiederholte sie lallend und lachte dabei, wie ein Honigkuchenpferd. Als sie sich plötzlich an mich klammert, zucke ich zusammen, doch hielt ich sie fest.

»Ist alles in Ordnung?«

»Aber ja«, winkte sie ab, doch sah ich ihr an, dass sie total voll war.

»Soll…soll ich dich heim bringen?«, fragte ich sie unsicher.

Sie antwortete nicht.

»Nora?«

Langsam schob ich sie ein Stück von mir weg. Sie hatte ihre Augen geschlossen.

»Nora! Wach auf! Komm, ich bring dich nach hause! «, maßregelte ich sie und zog sie mit mir. Sie stapfte unbeholfen hinter mir her, während ich sie durch die tanzende Maße zog.

An der Tür angekommen zog ich meine Jacke wieder aus und zog sie Nora an. Sie taumelte, doch konnte sie alleine stehen.

Als ihr ein kleiner Rülpser entsprang, hielt sie sich eine Hand vor den Mund und lachte verlegen.

»Ups«, kicherte sie.

Ich konnte nicht anders, als die Augen lächelnd zu verdrehen, während ich den Reißverschluss schloss.

»Komm, wir gehen.«

Sie hakte sich bei mir unter und gemeinsam verließen wir den Pup. Wir sagten nicht bescheid, dass wir gehen, das hätte nur dazu geführt, dass die Clique uns nicht hätte gehen lassen.

Wir bogen also um die Ecke, als mich plötzlich ein paar kleine Regentropfen erwischten.

»Oh nein, es regnet gleich. Wir müssen uns beeilen!«

Ich hob das Tempo ein wenig an und zog Nora mit mir, doch der Regen setze schneller ein als gedacht. Er prasselte jetzt bereits auf uns ein und es dauerte nicht lange, da waren wir bereits durchnässt.

»Fuck!«, schrie ich genervt, weil Nora immer wieder stehen blieb. Ich musste sie hinter mir her ziehen. »Mensch Nora! komm jetzt, sonst sind wir völlig durchnässt! «

Sie blieb erneut stehen und kicherte, während sie sich von mir los riss. Als sie sich plötzlich in Bewegung setzte, sah ich ihr genervt hinterher. Sie Bog um die Ecke, was mich seufzen ließ.

Ich setzte mich also Ebenfalls in Bewegung und folgte ihr schließlich in eine lange Gasse.

Der Regen prasselte auf uns nieder, der Donner schlug plötzlich über uns ein. Die Sicht war jetzt so dunkel, dass ich sie nur noch schwer erkennen konnte.

»Nora!«, schrie ich sie an und ging auf sie zu. »Ist das dein Ernst? Lass uns gehen! Wir sind morgen beide Krank!«

Sie drehte sich weiter fröhlich im Kreis, genoss den Regen auf ihren ausgestreckten Armen, doch als sie sich wieder in meine Richtung drehte, blieb sie plötzlich stehen. Ihr Ausdruck veränderte sich von fröhlich zu schockiert. Mit weit aufgerissenen Augen stand sie plötzlich da, während das Kleid nur noch an ihr herab hing und ihre Schminke an ihren Wangen hinab lief.

Ich ging auf sie zu und streckte ihr meine Arme entgegen. »Komm schon!«

Ich erreichte sie, doch sie sah schockiert an mir vorbei. Ihre Zähne klapperten dabei an einander.

»Was…Was ist mit dir?«, fragte ich und drehte mich ebenfalls um.

Sofort fing mein Herz an zu rasen, klopfte mir plötzlich bis zum Hals, als ich sie sah.

Mit gezogenen Waffen standen drei Männer dort hinter uns. Ich konnte sie fast nicht erkennen, weil sie so dunkel angezogen waren. Ihre Miene war finster und gewiss hatten sie nichts Gutes im Sinn.

Schnell zog ich Nora hinter mich und schob sie zurück. Schwer schluckend stand ich da, suchte nach einem Ausweg.

»Sir, wir… Ich… Wir wollen nur nach Hause«, flüsterte ich unbeholfen.

Die Männer rührten sich nicht, verzogen keine Miene.

Noras Weinen drang in meine Ohren, ließ mich zittern.

»Bitte, lassen sie uns gehen!«, versuchte ich es erneut, doch sahen die Männer nicht danach aus, dass sie halbe Sachen machten. Aber was konnten sie von uns wollen?

Keiner der Männer bewegte sich.

Der Regen tropfte auf ihre Gesichter, auch die Männer waren bereits durchnässt.

Der rechte Mann trat plötzlich vor. »Was für ein hübsches Mädchen.«

Sofort wurde mir klar, was hier läuft, doch er sah nicht mich an, sondern Nora.

Sie verkrampfte sich sofort, hängte sich an meinen Rücken und wimmerte. »Nein, nein! Bitte lassen sie uns gehen!«

»Sei still, Nora!«, zischte ich.

Auf dem Gesicht des Mannes blitze schlagartig ein verdorbenes Lächeln auf.

»Solange sie dir Fresse hält, ist alles gut!«, sagte er und zog ein Messer aus seiner Brusttasche.

Sofort kam er damit auf uns zu. Mein Herz raste, meine Atmung wurde schneller und ließ mich nach einem Ausweg suchen, doch es gab augenscheinlich keinen, denn wir befanden uns in einer Gasse. Der einzige Ausweg wurde uns versperrt. Schnell sah ich zu den anderen beiden Männern, doch auch an ihnen würden wir nicht vorbei kommen. Sie würden uns schnappen.

Der Mann in der Mitte hielt immer noch seine Pistole auf uns gerichtet, doch sagte er nichts. Der andere jedoch stand etwas abgewandt zu uns. Als wäre er nur ein stiller Beobachter, doch er sah uns argwöhnisch an.

Der Mann mit dem Messer kam nun immer näher, ließ uns zurück weichen, doch bevor er uns fast erreicht hatte, spürte ich Nora in meinem Rücken. Das wiederum bedeutete, dass wir die Mauer erreicht hatten und dass es keinen Weg mehr zurück gab.

Die Angst stieg immer weiter meine Kehle hoch, ließ mir würgen und meine Knie zittern.

Mit seiner widerlichen Zunge fuhr der Mann sich über die Lippen, während er Nora mit seinen Augen fixierte.

»Bleib zurück Nora!«, keuchte ich die Worte vom Regend spuckend.

Ich war nicht dafür bekannt besonders mutig zu sein, doch jetzt hatte ich das Gefühl sie beschützen zu müssen, denn es schien, als würden wir hier ohne einen Kampf nicht aus der Sache heraus kommen.

Plötzlich kam mir ein Gedanke.

Ich nahm einen tiefen Atemzug und legte los. So laut wie ich kann brüllte ich los. »HILFE!«

Ich wiederholte die Worte immer wieder voller Inbrunst und als Nora wieder bei Sinnen war, tat sie es mir gleich. Sie schrie ebenfalls lauthals um Hilfe.

Der Mann schritt immer weiter voran. Ich konnte in seinen Augen sehen, dass es ihm egal war, dass wir nach Hilfe schreien. Er war sich sicher, dass keine kommt.

Vielleicht haben sie uns schon länger beobachtet, was dafür sprach.

Ich holte erneut Luft und schrie mir die Seele aus dem leib, in der Hoffnung, dass Jemand kommt, um uns zu befreien.

Nora drückte sich an mir vorbei, versuchte lauter zu sein als ich, doch es schien Niemand zu kommen.

»Haltet endlich das Maul!«, brüllte der Mann mit der Waffe in der Hand und zog den Schlagbolzen zurück, sodass er laut klickte.

Als ich das Geräusch hörte war mir klar, dass er gleich auf uns schießen würde, als Nora mich plötzlich zur Seite drückte. Wie von Sinnen rannte sie plötzlich los, schob mich unsanft zur Seite, sodass ich zu Boden fiel und rannte auf den Mann zu.

Mit wedelnden Armen nahmt sie Anlauf und ballte ihre Hand zu einer Faust, ehe sie immer weiter immer schneller auf ihn zu rannte. Sie hatte ihn gleich erreicht, als ich plötzlich zusammen fuhr.

Erschrocken zuckte ich zusammen, versuchte meine Arme schützend um mich zu legen, als plötzlich über uns ein riesiger Donnerschlag ertönte. Im dem gleichen Moment, indem der Blitz einschlug, legte er soeben mit seinem grellen Licht eine grausame Szene dar: Der Mann löste einen Schuss aus seiner Waffe und Traf Nora damit genau in ihre Mitte.

Keuchend hielt sie an und sankt zu Boden. Das Licht versiebte wieder, noch ehe ich begriff, was gerade passiert war.

»N..Nora?«, keuchte ich fassungslos. Schnell versuchte ich aufzustehen, doch es wollte mir nicht gelingen. Also versuchte ich es auf allen Vieren.

»Was hast du getan, du Idiot?«, brüllte der Mann mit dem Messer den anderen an. »Mit der wollte ich meinen Spaß, du Wixxer!«

Sofort drehte dieser sich um und ging auf den Mann los.

Kauernd saß ich da, ich wollte einfach nicht begreifen, was gerade passiert war. Mein Mund stand offen, mir war es nicht mehr möglich meinen Körper zu kontrollieren.

Während die Männer sich jetzt gegenseitig an griffen, ertönte plötzlich ein weiterer Donnerschlag, gefolgt von einem weiteren grellen Licht.

Ich blinzelte mit meinen Augen, denn ich konnte ihnen augenscheinlich nicht mehr trauen.

Vor mir erschien plötzlich ein weiterer Mann.

Doch er stand mit dem Rücken zu mir. Das grelle Licht legte seine Statur frei, die beachtlich war. Seine langen rötlichen Haare, geflochten an den Seiten wie die eines Kriegers kamen zum Vorschein und ließen mich schwer schlucken. In seiner Hand kreiste eine Waffe. Ein Schwert um genau zu sein, doch konnte ich in dem winzigen Moment, wo ich den Mann betrachten konnte, nicht sagen, ob er Freund oder Feind war.

Schnell rieb ich mir meine Hände, war nicht mehr in der Lage auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Das hier alles musste einfach ein Traum sein oder einer dieser Shows, die Freitags Abends im Tv liefen.

Das Licht erlosch erneut, was für ein paar wenige Sekunden nur noch grausame Schreie zum Vorschein brachte. Ich konnte nicht verstehen, was vor mir geschah, doch wusste ich, dass ich mich besser nicht bewegte, denn sonst würde es mir genau so ergehen, wie Nora.

War sie wirklich tot, oder würde sie gleich lachend wieder aufstehen und offenbaren, dass das alles nur ein Scherz war?

Ganz sicher nicht. Doch darüber wollte ich gerade nicht nach denken.

Wie ein kleines Kind saß ich da, drückte mich immer mehr an die Mauer, während vor mir die Männer offensichtlich um ihr Leben schrien.

Ein weiteres Mal donnerte es, doch als das Licht wieder auftauchte, erblickte ich das grauen.

Zwei der Männer lagen bereits am Boden, rührten sich nicht mehr, während der Krieger schwungvoll in die Hocke ging. Er ließ anmutig das Schwert in seiner Hand kreisen, holte aus und stach es dem letzten verbliebenen Mann, augenscheinlich ohne dass es ihn Kraft kostete, mit voller Wucht in seinen Wanst. Dieser keuchte laut auf und ging ebenfalls zu Boden.

Panisch versuchte ich mich an der Wand herauf zu ziehen, wollte sehen, was der Mann treibt, doch das Licht erlosch erneut. Meine Haare klebten an mir, das Wasser lief über meinen Körper, als wäre ich nichts, doch ich rühre mich nicht. Lediglich mein Brustkorb wurde nicht müde sich schnell auf und ab zu bewegen.

Als die Schreie endgültig verstummt waren, fuhr ich mir mit meinen nassen Ärmeln durchs Gesicht, doch als ich meine Augen erneut öffnete, tauchte die dunkle Figur plötzlich vor mir auf.

Ich konnte nicht anders als meine Augen aufzureißen, denn ich wusste, ich war die nächste.

»Bitte …«, keuchte ich und versuchte meine Tränen zu unterdrücken. »Bitte lassen sie mich gehen!«  Meine Stimme klang nicht wie meine eigene. Nein, sie klang wie die eines panischen Mädchens.

Weil der Mann nichts sagt, pocht mein Herz immer schneller.

Will er etwa Spielchen mit mir spielen?

»Bitte…«, setzte ich erneut an, um ihn davon zu überzeugen, mich gehen zu lassen, doch er hob plötzlich seine Hand.

Sofort verstummte ich, doch die Angst blieb.

Langsam ließ er erneut seine Hand mit seinem Schwert darin kreisen und kam näher und als mich plötzlich ein harter Schlag erwischte, verlor ich meine Besinnung.

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