Blood Hunter Band 2 – Kapitel 43

————- Anfang Kapitel 43 ————-

5 Stunden später…

                                                  -Außerhalb des Clans-

csm_Sommer_Oberhof_Thueringer_Wald_02_011c66225f 

 

Anna…

»Komm schneller, Anna! «, raunt Raven mich an, während sie mich jetzt wieder am Arm schroff hinterher sich herzieht, weil ich über einen Ast gestolpert bin. »Wir dürfen nicht stehen bleiben! Nur so können wir alle retten, das weißt du doch!« 

Ihre tiefen Schatten unter den Augen lassen sie ehrlich wirken, doch ich weiß, sie tut das hier nicht für mich und auch nicht für unseren Clan, sie tut das einzig und allein für sich selbst.

Als sie sieht, dass ich hadere bleibt sie erneut stehen und sieht mir in die Augen. »Es wird alles gut! «, versucht sie mir zu versichern, »du hast das Richtige getan! « 

Sie holt mich mit ihren Worten aus meiner Trance, doch wiegen mich ihre Worte auch nur in keinster Weise in Sicherheit. Das kann nur einer, und den habe ich gerade zurückgelassen, um schließlich alle zu retten. Wenn der Plan denn aufgeht. Ravens Plan.

Ich weiß, dass das dieser hier der einzig richtige Weg ist, es muss einfach wahr sein, doch bleibt immer noch der große Schock darüber, dass nicht alle unsere Mitglieder auch auf unserer Seite sind. 

Doch ich weiß Will und die anderen werden es schaffen, deshalb rappele ich mich langsam auf, setze einen Fuß vor den anderen und stoße Raven mit meiner Schulter zur Seite, als ich entschlossen an ihr vorbei trete.

»Danke für die Hilfe «, murmelt sie, doch folgt sie mir schließlich wieder.

 
Katherine-3-katherine-pierce-20444753-500-240.gif

 

5 Stunden zuvor…

-Verließ-

 

»Du hast es doch sicher längst bemerkt oder, Anna? «, fragt Raven mich arrogant und zieht die Augenbrauen hoch. Hinter mir ist sofort eine schnelle Bewegung zu spüren, sie ist so schnell, dass meine Haare noch nachwehen, doch Will kam nicht mit Vampirischer Schnelligkeit zu mir. Nein, als ich mich umdrehe, sind Will und Meredith verschwunden. lediglich das klicken der Tür ist noch zu hören. Er hat sie also raus geschafft. 

Doch wieso? 

Das Schlucken fällt mir plötzlich schwer, als ich bemerke, dass ich mit ihr alleine in diesem Raum bin. Ich muss Haltung bewahren, so wie Will es mir erklärt hat, doch das fällt mir plötzlich schwer.

Was hat sie gerade gesagt? Dass ich den Erben des Hunter-Clans unter meinem Herzen trage? Könnte meine Vermutung doch war sein? Dieser eine Satz, der seit dem Verlassen des Dent-Clans immer wieder in meinen Gedanken nachhallt.

Nein, ich kann jetzt einfach nicht darüber nachdenken. Ich darf es nicht, denn sie will mir schaden. mehr nicht.

Sofort schnell sie nach vorne. »Anna! Wir haben nicht viel Zeit! Es gibt einen Spion in euren Reihen, wir müssen sofort von hier weg! « Schnell springt sie von dem Stuhl auf und dreht sich mit gefesselten Händen zu mir um. Sodass ich ihre Fesseln lösen könnte, wenn ich wollte. Es scheint, als hätte sie nur darauf gewartet, dass Will den Raum verlässt.

Völlig verdutzt sehe ich sie an. 

»Verarschst du mich? «, zische ich fassungslos und wende mich schließlich von ihr ab. Sie kann doch nicht wirklich glauben, dass ich so dumm bin und sie raus lasse. 

Ich lasse mir Zeit, sehe mich in dem kleinen Verließ schlendernd um und schenke ihr keine weitere Beachtung.

»Hast du nicht verstanden, was ich dir gerade gesagt habe? «, faucht sie mich an. »Wir werden hier alle sterben, wenn du mich nicht raus lässt! « 

»Ich habe dich verstanden «, flüstere ich grinsend und so ruhig wie möglich, »Aber ich glaube den Scheiß nicht, den du mir erzählst. « Ich will mich von ihr nicht beeindrucken lassen.

Völlig entgeistert sieht sie mich an, dreht sich wieder zu mir um. »Ich hätte nie gedacht, dass du so dumm sein kannst! Ich sag dir jetzt mal was! « Ihre Augen reißt sie dabei so weit auf, dass ich Angst habe, sie fallen ihr vorn heraus. »Mein Vater, zum Glück nicht deiner… «, sie macht eine kurze Pause, als würden sie plötzlich grausame Erinnerungen an ihn plagen, »…ist mit Sicherheit schon auf dem Weg hier her. Ich sag dir noch was: Der nette Linus, den immer alle sie herrlich unterschätzt haben, kennt die ungefähre Position eurer Villa. Mit Sicherheit wird er geplaudert haben. Und wenn sie uns finden… «

Sie beendet ihre Satz nicht, doch starrt sie plötzlich ins Leere und schluckt ängstlich.

Plötzlich zittert sie am ganzen Leib und lässt sich wieder unbeholfen in den Stuhl fallen, als hätte sie sich aufgegeben.

»Die werden…die werden nicht nur mir schreckliche Dinge antun… die werden… «, murmelt sie wirr.

Erschrocken starre ich sie an, erkenne sie plötzlich nicht mehr wieder, denn sie wirkt wie eine alte, zerbrechliche Frau die zerfressen wurde von Furcht und Trauer.

Entweder sie ist die Meisterin der Scharade, oder ihre Emotionen sind echt. Doch ich kann die Situation gerade nicht genau einschätzen, weshalb ich lediglich einen Schritt auf sie zu mache.

Meine Gedanken gehen schnell, kreisen plötzlich in alle Richtungen. Was ist, wenn sie die Wahrheit sagt? Ist es das was sie will? Panik verbreiten? 

Vielleicht wäre es besser, wenn ich Will informiere, doch vielleicht auch nicht. Denn wenn das hier wirklich nur gespielt ist, bin ich auf sie hereingefallen, hätte mich einfach von ihr beeinflussen lassen und hätte nicht für mich selbst entschieden. Will hätte Recht gehabt und den Triumph will ich ihm nicht gönnen.

»Raven «, flüstere ich und winke vorsorglich ab, doch da schießt sie wieder blitzschnell nach vorne an den Käfig und legt ihr Gesicht an die Stäbe.

»Anna du musst mich hier raus lassen! Ich will hier nicht sterben! Bitte! «, fleht sie und tatsächlich rinnt ihr eine Träne übers Gesicht, während sie langsam und kläglich an dem Eisen hinab rutscht.

»Was…Es gibt einen Spion? «, frage ich völlig verwirrt, um die Situation zu entschärfen. »Wer ist es…Ich meine…wenn wir den Denjenigen finden, dann könnten wir ihn zur Rede stellen. « 

Erst jetzt bemerke ich, dass sie mich längst mit ihrer Panik angesteckt hat. »Falls du Recht haben solltest! «, füge ich deshalb schnell hinzu.

Die Panik ist ihr ins Gesicht geschrieben, doch sie kommt wieder auf die Beine. »Ich…weiß nicht wer es ist «, gesteht sie betrübt doch denkt sie scharf darüber nach. Sie wird immer nervöser, bis sie schließlich wieder vor mir steht. »Aber, wenn sie hier sind, wie sollten wir sie noch aufhalten?« 

»Denk nach Raven! Wer könnte es sein? «, zische ich sie an und greife ebenfalls an die Gitterstäbe.

Ängstlich fährt sie zurück »Ich…Ich…«, sie schließt ihre Augen und tigert in dem Käfig herum.

»Wenn du nicht weißt, wer es ist, dann muss ich mit Will sprechen! «, entgegne ich, um sie weiter unter Druck zu setzen. »Und zwar sofort!« 

Plötzlich bleibt sie stehen. »NEIN! Das darfst du nicht!«, flüstert sie mehr zu sich selbst als zu mir.

»Dann denk nach!«, ermahne ich sie eindringlich, während mein Herz immer schneller schlägt. 

Sie muss nicht wissen, dass mein Entschluss sowieso bereits feststeht, es ihm zu sagen.

Als die Tür hinter mir erneut klickt, fällt mir fast ein Stein vorm Herzen.

Ich wirbele herum.

»Ally «, flüstere ich überrascht, als sie in die Zelle lugt.

»Anna, da bist du ja! «, ruft sie herüber und kommt auf mich zu, als plötzlich über uns ein Licht angeht und Ally ängstlich stehen bleibt.

»Oh nein…Fuck! Das ist gar nicht gut«, flüstert Ally und erstarrt dabei, während sie an die Decke blickt.

»Sie sind da! «, schreit Raven, »Hol mich hier raus, Anna! Ich schwöre dir, du wirst nie wieder was von mir hören! « 

Auch ich luge verängstigt hinauf. »Was hat das zu bedeuten?« 

Das rote blinkende Licht gleicht eines Alarms, doch ist nichts zu hören. Kein Ton, lediglich das Licht blickt in einem Schnellen Takt und macht mir Angst.

»Das ist der stille Alarm, Anna! Ab jetzt sollten wir ganz leise sein! Sie sind in der Nähe! «, flüstert sie beunruhigt. Doch ich reagiere schnell. 

»Ally, wo ist Will? «, frage ich hastig und gehe auf sie zu. »Es ist extrem wichtig! « 

»Ich habe ihn auf den Weg nach hier nicht gesehen. Was ist denn los? Wir sollten uns lieber bewaffnen!« 

Sie schielt an mir vorbei und sieht die wirr murmelnde Raven an.

Ich schlucke schwer, denn ich muss eine Entscheidung treffen.

»Ich muss zu Will, ich muss…Ich muss ihm etwas sehr Wichtiges sagen, sonst sind wir…wir sind sonst alle verloren! « 

Sie merkt wohl den Ernst der Lage in meiner Stimme, denn sie packt mich sofort an den Schultern.

»Sag mir was los ist, Anna! «, befiehlt sie und sieht mir in die Augen.

»Sie…sie kommen wegen Raven. Sie wollen uns vernichten und sie weiß wie «, gestehe ich unter Tränen und falle ihr in die Arme.

Für einen kleinen Moment sieht sie mich an, ich kann ihr ansehen, wie sie versucht die Situation einzuschätzen. Sie sieht zwischen mir und Raven hin und her, ehe sie mich loslässt.

»Ich hole Will. Du bleibst hier unten! Du bewegst dich nicht von hier weg! Hast du gehört? Egal was sie sagt oder tut, du bleibst hier unten mit ihr in Sicherheit! « 

Ich nicke und bin froh, dass sie mir die Entscheidung abnimmt, denn mein ganzer Leib zittert.

———– Ende Kapitel 43 ————–

(Bilderquelle: Google. Die Bilder dienen lediglich zur Veranschaulichung und gehören mir nicht!)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s