Blood Hunter Band 2 – Kapitel 31

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Anna…

Sofort lässt Will mich los und greift an ihren Arm. »Was los das heißen sie ist nicht von…. «

Als auch er erstarrt, schlucke ich schwer. »Leute was ist los? «, frage ich aufgeregt und greife ebenfalls an ihren Arm, um ihn in meine Richtung zu drehen.

Die Nachricht, die aufblinkt ist nicht von L, sie ist von Raven und sie lautet: „Wenn du ihn und eure kleine Freundin wieder haben wollt, dann bringt mir Anna.“

5 Stunden später…

Nervös tippt Ally auf dem Lenkrad des kleinen Autos herum, dass sie immer wieder fest umklammert und wirft gelegentlich einen Blick zurück auf den Rücksitz, um sich zu vergewissern, dass Anna immer noch bewusstlos ist. Sie atmet zwar flach, doch wirkt die Dosis Beruhigungsmittel immer noch, die sie ihr vor wenigen Stunden verabreicht hatte.

So, wie es mit Raven abgemacht war.

Als sie vom Highway abfährt, steigt plötzlich das Unbehagen ihren Hals hinauf, also öffnet sie hastig das Fenster. Der Wind bläst ihr dabei erfrischend ins Gesicht. So, dass sie endlich wieder atmen kann, denn ihre Gedanken an die Folgen drohen sie stetig zur Umkehr zu zwingen. Dass das, was sie macht nicht richtig ist, weiß sie selbst, doch muss sie L einfach retten. Sie werden Anna nichts tun, dessen ist sie sicher, denn sie brauchen sie lebend. L leider nicht.

Also kneift sie für einen Moment die Augen zu, holt noch ein mal kräftig Luft und fährt dann bis an das Tor des Dent-Anwesens hinauf.

Als sie darauf zufährt, wird ihr zunehmen mulmiger, doch muss sie den Tausch schnell hinter sich bringen, denn sie kann sich nicht sicher sein, dass Raven ihre Abmachung hält. Und die lautet nun mal, dass sie unbewaffnet kommt. Danach soll der Austausch von Anna und L stattfinden.

Das Tor schwingt langsam und jammernd auf, als hätte dieses es nicht sonderlich eilig sie herein zu bitten.

Das Lenkrad fest umklammernd drückt sie wieder das Gaspedal, als das Tor sich weit genug geöffnet hat und fährt dann langsam die Auffahrt hinauf, während sich nun immer mehr Vampire auf dem Vorplatz versammeln. Zunächst ist niemand wichtiges da, doch als sie schließlich direkt vor der großen Eingangstür parkt, schlendert auch Raven, in ihrer gewohnt arroganten Art, aus der Tür heraus. Grinsend steht sie mit verschränkten Armen da, sie weiß, dass sie das hier auf eigener Faust tut, denn Will hätte dem niemals zugestimmt.

Ally…

Sie kann wohl selbst nicht glauben, dass ich hier bin.

Langsam lasse ich meinen Blick über die Vampire streifen. Sie sehen mich ebenfalls erwartungsvoll an, doch scheinen sie locker, als wäre dieser Austausch kein großes Ding für sie, als wären sie in einer Bar und würden sich über den neusten Tratsch unterhalten, doch liegt dennoch eine Hand über ihren Dolchen. Immer bereit ihn zu ziehen, sollte es notwendig sein.

Mein ganzer Körper spannt sich an, obwohl ich selbst ebenfalls bewaffnet bin.

Ist das hier wirklich das richtige?

So viele Gedanken jagen mir jetzt durch den Kopf.

Plötzlich fühlt sich dieser Plan gar nicht mehr so sicher an.

Was ist, wenn Raven ihren teil des Paktes nicht einhält? Oder, wenn etwas schief läuft?

Weil ich nicht aussteige und lediglich angespannt durch die Gegend sehe, kommt sie näher und bleibt dann vor meinem Fenster stehen. Langsam legt sie ihre Hand an den Türgriff und öffnet sie dann. Ebenso langsam wie behutsam zieht sie sie auf und wartet dann auf meine Reaktion.

Kurz werfe ich noch mal einen Blick in den Rückspiegel, doch Anna schläft immer noch in aller Seelenruhe, also steige ich langsam aus. Erst drehe ich mich langsam zu ihr um, ehe ich einen Fuß hinaus setze. Als ich mich erhebe verstummt die flüsternde Masse an Vampiren und starrt mich an.

»Du bist hier «, stell Raven erstaunt fest und rückt ein Stück zur Seite, sodass ich aussteigen kann. Sie kann wohl selbst nicht glauben, dass ich hier bin. So wie ich.

Ihre langen schwarzen Haare hat sie sich zu einem Dutt nach oben gebunden, ihre goldenen langen Ohrringe lassen ihren Kopf schmaler wirken. Der lange schwarze Mantel, der ihr bis zum Boden reicht, umschmiegt sie völlig und lässt sie wirken, wie eine Engländerin, die zu einem Tee auf ihr Anwesend einlädt. Doch ich bin nicht zum Spaß hier und bleibe auch nicht länger, als ich muss.

»Wo ist L? «, presse ich sofort aufgeregt hervor und versuche mir meinen Unbehagen nicht anmerken zu lassen. Direkt lasse ich sie wissen, dass ich nicht zum Plaudern hier bin.

Sie mustert mich für ein paar unendlich scheinende Sekunden eingehend, sieht mir dabei tief in die Augen, dann macht sie einen Schritt zurück und schnipst mit den Fingern. Sofort setzen sich zwei ihrer Schergen in Bewegung, doch kann ich weder Tony noch eine andere wichtige Figur aus ihrem „Rudel“ erkennen.

»Und wo ist Anna? «, fragt sie ebenfalls ohne Umschweife.

Bedrückt mache ich einen Schritt zur Seite und gebe damit die Sicht auf die bewusstlose Anna für sie frei. Abermals schließe ich meine Augen, das schlechte Gewissen plagt mich so sehr, dass es mich zittern lässt. Ich traue mich nicht mehr aufzusehen, als Raven erneut schnipst und zwei weitere Schergen auf mich zu kommen, um die Autotür zu öffnen.

Als der kleinere von beiden meinen Arm anrempelt, lasse ich sie gewähren. Zu groß ist die Angst, sie gibt mir L nicht zurück.

»Du tust das Richtige, Ally «, flüstert sie plötzlich mitfühlend.

Schnell sehe ich auf. »Ja? «, frage ich wütend und kann meine Tränen kaum zurück halten.

Sie nickt lediglich, sie weiß wohl, dass mir das Ganze sehr schwer fallen muss.

Als die Schergen zurück sind, halten sie den bewusstlosen L zwischen sich an den Armen fest und schleifen ihn aus der Tür hinaus und bleiben schließlich ein paar Meter von mir entfernt stehen.

Sofort versetzt es mir einen Schlag, doch bevor ich zu ihm hin preschen kann, hält der dümmlich guckende Vampir vor mir, mich auf. Er packt mich am Arm und sieht mir in die Augen.

»Halt! «, ruft Raven streng, sodass der Vampir sofort inne hält. »Erst will ich Anna sicher wissen. «

»Sicher? Bei dir? «, frage ich verachtend und verschränke die Arme.

Wieder starrt sie mich an, lässt mich zittern, denn sie gibt mir das Gefühl die Lage zu beherrschen. Der dümmlich guckende Vampir öffnet die Tür meines Wagens und zieht Anna dann an den Beinen heraus, ehe sich ein zweiter dazu gesellt und sie am Oberkörper packt. Während sie sie an mir vorbei tragen, sehe ich sie nicht an, ich blicke lediglich auf L, der nicht verletzt scheint.

Als die Vampire, die Anna vorsichtig herüber tragen die anderen Schergen, die L unsanft zwischen sich halten erreichen, setzen diese sich ebenfalls in Bewegung, doch legen sie ihn mir lediglich provokant vor die Füße. Schnell lassen sie ihn ab, bevor ich mich in die Knie begebe.
»Linus «, keuche ich sehnlich und suche seinen Körper nach Blessuren ab. »Geht es dir gut? «

Er antwortet nicht. Er ist ebenfalls bewusstlos.

Als die anderen Vampire sich langsam zurück ziehen, sehe ich auf. Raven sieht mich immer noch an.

»Was? «, schreie ich sie wütend an. »Was willst du noch von mir? « Die Tränen rinnen an meinen Wangen hinab und tropfen auf Ls Gesicht.

Sie scheint nicht berührt. »Bleib ruhig, kleine. Ich wollte nur wissen, was wir mit der anderen machen. «

Liebevoll nehme ich L in die Arme und lege meine Stirn auf seine. »Sie ist nicht wichtig, lasst sie einfach gehen. «

»Sie ist kein Mensch «, stellt sie trocken fest und wartet auf eine Reaktion.

»Sie ist mir egal! «, brülle ich sie an und lege dabei so viel Kraft in meinen Stimme, dass es überzeugend herüber kommt.

Sie nickt lediglich und verlässt uns dann. Doch bevor sie zur großen Tür hinein tritt, dreht sie sich noch einmal um. »Hau ab, Ally. Das ist ja erbärmlich. Und sag Will, sollte er auch nur daran denken hier her zu kommen, dann werde ich sie sofort töten. «

Ihr Beachtung zu schenken, liegt mir fern.

»Hast du gehört? Das nächste mal wenn wir uns wieder sehen, werde ich die behandeln, wie ich es immer getan habe. «

Ich weiß, was sie damit meint, also greife ich an Linus Armen und versuche ihn so schnell es geht ins Autor zu verfrachten. Es dauert nicht lange, bis er auf der Rückbank liegt und ich einsteige. Sofort lasse ich den Motor an, um vom Anwesen herunter zu fahren.

Ende Kapitel 31

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