Blood Hunter Band 2 – Kapitel 30

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Anna…

Vorsichtig schiebt er meine Haare mit seinem Zeigefinger zurück, während das warme Feuer vor uns weiter gemütlich knistert und der Regen gegen die Scheiben prasselt. Als sie zurück schwingen, küsst er mich sanft. Erst küsst er meinen Nacken, dann fährt er an meinen Schultern vorbei und greift unter meine Arme hindurch, um meine Brust sanft mit seinen Händen zu umschließen. Er knetet sie genüsslich und haucht mir dabei ins Ohr, während er sich erneut an mir reibt.

»Miss Hunt, sie machen mich wahnsinnig «, knurrt er vergnüglich.

Langsam ziehe ich die Decke über meine Schultern. »Nein Mister Hunt, sie machen mich wahnsinnig «, entgegne ich neckisch und drehe mich auf dem weichen Teppich zu ihm um.

Mit seinen Händen fährt er jetzt an meinem Rücken hinab und drückt mich erneut an seine Erektion.

»Ich gebe mir auch große Mühe «, flüstert er leise und presst dann erneut seine Lippen auf meine.

Sofort steigt die Lust wieder in mir auf, während ich seine Küsse erwidere, nimmt mich erneut vollständig ein und lässt mich abermals Dinge tun, die ich mich vor ihm nicht getraut hätte. Dass ich mir nahm, was ich will, ist ganz allein seine Schuld. Das hier, war nicht das erste mal. Nein, ich habe mir schon einmal genommen was mir gehört und zwar, als Miranda vor seiner Tür stand. Viel Erfahrung habe ich darin nicht, denn Daniel, das Schoßhündchen Selinas, war stehts nur an seinem eigenen Vergnügen interessiert. Immer wieder versicherte Selina mir, dass es besser sei eine Erfahrung zu machen, als keine und so ließ ich mich auf ihn ein. Was ein großer Fehler war.

Mit meinen Fingern fahre ich über seine muskulösen Arme und versuche mir dabei jedes seiner vielen Tattoos das sie ziert, zu merken. Auf seinem Unterarm befinden sich viele kleine Sterne, die auf seinem Arm hinauf führen, bis hin zu einem großen Drachenkopf.  An dem direkt daneben verharre ich schließlich.

»Baby «, haucht er verführerisch, versucht mich enger an ihn heran zu ziehen, doch das Tattoo verblüfft mich so sehr, dass ich nicht anders kann, als es anzustarren.

»Was bedeutet dieses Tattoo? «

Er lässt nicht locker. »Wollen wir nicht lieber spannendere Sachen machen? «

Erneut küsst er mich am Hals, er will mich verführen, doch ich lasse mich nicht davon abbringen. Mit meinen Fingern fahre ich über die Stelle, die wie ein Brandmal aussieht. Sie wurde jedoch übertatoviert.

»Wer hat das mit dir gemacht «, flüstere ich entsetzt und entferne mich ein wenig von ihm.

Genervt zieht auch er sich ein Stück zurück. »Das ist lange her «, schnaubt er, »Ich dachte wir haben etwas Spaß und reden nicht über vergangenes. «

Mit seinen Fingern streift er durch seine Haare, sodass sie zur Seite fallen und bis über sein Augen ragen, dabei umspielt sein verführerischstes Lächeln seine Mundwinkel.

Fragend sehe ich ihn an.

Ich bleibe standhaft.

»Du wirst nicht locker lassen oder? « Seine Augen verändern sich zu schlitzen, er scheint plötzlich Kilometer weit weg in Gedankenversunken.

»Ist…Wer hat dir das angetan, Will? «

Mit Vampirischer Geschwindigkeit hat er sich von mir abgewandt, hat die Decke zur Seite geschlagen und ist blitzschnell zur Küche gerannt. Mit Menschlichen Augen, wäre er nicht zu sehen gewesen. Dort öffnet er eine der Hängeschränke.

»Ja! «, sagt er begeistert, »Ich liebe ihn. «

Langsam wickele ich mir die decke um meinen nackten Körper. »Wen? «

Erst jetzt erkenne ich, dass er eine Flasche aus dem Schrank geholt hat. Vor seinem Gesicht wedelt er damit rum.

»Charles «, sagt er, als müsste ich wissen, wieso. »Und auch noch ein paar Gläser. Der Typ hat an alles gedacht. «

Ich steige die drei kleinen Stufen zu ihm hinauf, ehe er mir auch schon entgegen kommt. Sein nackter Körper lässt mich immer noch verschämt zur Seite blicken, mir fällt es schwer, ihn nicht anzustarren.

»Wenn ich das erzählen soll, dann brauche ich das hier. «

Auf der Flasche ist, die er in der Hand hält ist „Scotch“ zu lesen, was mich erahnen lässt, dass ich heute wohl ein weiteres Mal erschüttert werde.

»Ok «, flüstere ich zögernd, »Ich weiß, ich werde das bereuen. «

Schnell ist er an mir vorbei und setzt sich auf die Couch. Die beiden Gläser füllt er rasch auf und reicht mir dann eines mit einem Blick, der mich schaudern lässt.

Plötzlich bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich die ganze Geschichte hören will.

»Komm her! «

Ich nehme neben ihm vorsichtig auf der Couch platz und zupfe an meiner Decke, während ich schwer schlucke. »Dein Vater? «

Er nickt, sein Ausdruck ist düster. »Mein Vater. «

Ein leises Klopfen lässt uns plötzlich beide aufschrecken.

»Will? Bist du da? «, ertönt Allys aufgeregte Stimme hinter der Eingangstür.

Hannah…

Die Frau die am Boden liegt windet sich, hält sich die Ohren krampfhaft mit beiden Händen zu, weil sie so sehr schmerzen. Ich entscheide mich schnell, helfe L sofort auf die Beine und stütze ihn mit meinen Schultern. Er scheint nicht bewusstlos, dennoch rinnt ihm das Blut aus Nase und Ohren.

»Was hab ich getan? «, flüstere ich entsetzt, doch mir bleibt nicht lange, um darüber nachzudenken.

»Nein, bring uns erst hier raus! «, befiehlt er mir schmerzerfüllt und treibt uns voran. Seine Arme hat er um mich gelegt, doch sein Bein scheint verletzt, er humpelt.

Ich nicke ihm lediglich zu, denn die Frau schiebt sich bereits wieder mit ihrem Armen voran zu ihrer Waffe herüber, die am anderen Ende des Flurs liegt.

»Schenk ihr keine Beachtung! «, flüstert L mir zu und drückt mich dann aus der großen Schiebetür, die keine Scheibe mehr inne hat. Die Scherben liegen überall verstreut auf dem Boden.

»Was ist mit dem anderen Mann? «

»Der kommt schon zurecht! Wir müssen abhauen, Hannah! «

Draußen angekommen biete ich ihm meine Hand an und als er nach ihr greift, ziehe ich ihn zu mir heraus. »Sind die anderen in Sicherheit? «, frage ich, ehe ich ihn mir wieder greife.

Zusammen rennen wir nach rechts, L scheint einen Plan zu haben.

»Zur rechten Zeit werde ich dir alles erklären aber jetzt müssen wir von hier weg! «

Ich gebe mich mit seiner Antwort erst einmal zu Frieden, denn wenn James und die anderen in Sicherheit sind, werden wir genug Zeit haben zu klären, was hier genau vorgefallen ist.

Als wir erneut nach rechts um die Ecke biegen, parkt dort bereits ein kleines Auto. Als wir es erreichen stützt er sich am Kofferraum ab. »Du musst fahren «, presst er schwer atmend durch die Zähne.

»Ok und wohin? «, frage ich aufgeregt.

Schnell rennt er um das Auto herum, nimmt auf dem Beifahrersitz platz, während auch ich einsteige. Ich lasse den Motor an und fahre Rückwärts aus der Straße heraus.

»Wohin jetzt? «, frage ich hastig, während ich immer wieder in den Rückspiegel sehe.

Keuchend hält er sich die Brust. »Raus aus der Stadt erst mal.Tritt auf das Gas! «

Mit voller Inbrunst brüllt er mich plötzlich an und als ich in den Rückspiegel sehe, erkenne ich wieso.

Mein Herz fängt an zu rasen, es schlägt mir bis zum Hals, mein Puls steigt, während ich das Gaspedal jetzt voll durchdrücke und das Auto sich mit stark quietschenden Reifen endlich in Bewegung setzt.

Plötzlich dreht L sich zur Seite, öffnet das Fenster und eröffnet erneut mit einer kleinen Waffe das Feuer.

»Woher hat er denn jetzt die Waffe?«, fährt es mir sofort durch den Kopf, doch ich habe keine Zeit darüber nach zu denken. Einzelne Schüsse Prallen auf unseren Kofferraum, zerstören die Heckscheibe und lassen mich weiter das Pedal voll durch drücken. Ich überfahre mit klopfendem Herzen alle roten Ampeln, weiche dem Gegenverkehr aus, wenn ich seine Seite befahre und bremse stark, wenn es nicht mehr geht.

Nach ein paar Minuten hinterlassen wir ein große Chaos. Wild-hupende Menschen bleiben mir von dieser Stadt in Erinnerung, lassen mich erschaudern und das Lenkrad fest umklammern.

Als wir endlich auf die Autobahn auffahren, entspannt sich mein Körper langsam etwas und die Anspannung verfliegt, doch als auch ich meine Verkrampftheit bemerke, erkenne ich aus dem Augenwinkel, dass L mich argwöhnisch anstarrt.

»Was ist? «, frage ich.

Weil er nicht antwortet, sehe ich ihn an. Er lächelt provokant.

»Tut…tut mir leid «, flüstere ich und lasse meine Schulter etwas ab, ehe sich auch der Rest meines Körpers wieder entspannt.

»Nein, du musst dich nicht entschuldigen, du hast mich gerettet. «

Ich umklammere das Lenkrad etwas fester. »Ich? Nein ich..ich habe gar nichts getan ich war in dieser Welt … «, flüstere ich gedankenverloren.

»In was für einer Welt?«, fragt L misstrauisch.

Nervös rutsche ich auf dem Sitz herum. »Welt? Habe ich Welt gesagt? «, winke ich ab, »ich meinte natürlich bewusstlos und … «

»Hannah «, ermahnt er mich, bevor ich den Satz zu Ende sprechen kann.

Kurz zucke ich zusammen und sehe dann vorsichtig zur Seite.

»Du kannst es mir sagen. Es ist nichts schlimmes! «

Schwer schluckend starre ich wieder gerade aus. Plötzlich spannt sich mein Körper wieder an.

»Also ich finde «, ich stoppe kurz, »Ich finde schon. Ich meine, ich kenne Niemanden der so etwas kann. «

Erst als ich die Worte ausgesprochen habe, überwältigen mich die Gefühle. Was bin ich und wieso kann ich Leute ins Koma schreien? Bin ich ein Monster? Ja ganz bestimmt.

 Schnell fasse ich mir an die Stirn.

»Wir…Ich…Wo ist James? «, frage ich aufgebracht und sehe für einen kleinen Moment nicht auf die Straße. Als die Leitplanke daraufhin plötzlich immer näher kommt, schließe ich meine Augen, die Panik überfällt mich, gleich werden wir einen Unfall bauen. Aus meinem Mund löst sich plötzlich ein Schrei, lässt mich Zittern, als L sich plötzlich zu mir herüber hängt und in das Lenkrad greift. In aller letzter Sekunde kann er das Auto noch gegenlenken, sodass wir Schnell die Richtung ändern und plötzlich wieder gerade aus fahren.

Schwer atmend drücke ich die Bremse und die Kupplung gleichzeitig, sodass wir mit einem kräftigen Ruck zum Stehen kommen und meine Sicht sich abermals verdunkelt.

Anna…

»Hey, ich wollte nicht …«, Ally beendet ihren Satz nicht, als sie in den kleinen Spalt der Tür lugt und sieht, dass ich nur in eine Decke gehüllt bin.

»Du störst nicht «, lüge ich verlegen und öffne die Tür ein weiteres Stück. »Willst du rein kommen? «

»Dein Timing Ally. Sensationell «, ertönt Wills ironische Stimme von der Couch aus. Er hat sich ebenfalls eine Decke um die Hüften geworfen und liegt nun, mit dem Glas vor sich hin wedelnd, auf der Couch.

Schnell schiebt sie die Tür zur Seite und tritt ein. »Halt die Klappe Will! «, sagt sie neckisch und wendet sich mir wieder zu. »Ich bin wegen etwas wichtigem hier. «

»Was ist denn los? «, frage ich.

Schnell setzt Will sich auf und trinkt das Glas in einem Atemzug leer.

»Ist was passiert? «, mit vampirischer Schnelligkeit ist er bei mir und umschlingt mich von hinten.

Ally verdreht kurz die Augen. »Könnt ihr das machen, wenn ich nicht da bin? Das ist ja widerlich. «

»Das haben wir ja. Drei mal, aber bei Nummer vier darfst du leider nicht dabei sein « Er küsst ungeduldig meinen Hals und sieht sie dabei an. »Sag schon was los ist.«

Ungeduldig wippt sie auf den Zehen vor und zurück. »Naja, also L ist immer noch nicht da und ich kann ihn auch nicht mehr erreichen. «

Ich genieße Wills sanfte Küssen auf meiner empfindlichen Haut, doch unterbreche ich ihn jetzt. »Meinst du ihm ist was passiert? «

»Ich weiß es nicht, aber sonst meldet er sich immer. «

Als ihre Uhr plötzlich leuchtet, sieht sie schnell hinauf.

»Und? «, frage ich ungeduldig, während Will mich wieder an sich drückt.

»Sie ist von L aber es ist nicht seine Nachricht «, flüstert sie plötzlich wie erstarrt und reißt die Augen auf.

Sofort lässt Will mich los und greift an ihren Arm. »Was los das heißen sie ist nicht von…. «

Als auch er erstarrt, schlucke ich schwer.

»Leute was ist los? «, frage ich aufgeregt und greife ebenfalls an ihren Arm, um ihn in meine Richtung zu drehen.

Die Nachricht, die aufblinkt ist nicht von L, sie ist von Raven und sie lautet: „Wenn du ihn und deine kleine Freundin wieder haben willst, dann bring mir Anna.“

Ende Kapitel 30

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