Blood Hunter band 2 – Kapitel 21

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15 Minuten zuvor…

 

Will…

 

Das Blinken auf meiner Ort ist unaufhörlich. Beim zweiten Blinken jedoch wird mir klar, was Brisk mir sagen will und ich renne deshalb sofort los. Den Tisch der vor mir steht, schmeiße ich mit so einer großen Wucht zur Seite, dass er gegen die mir gegenüberliegende Wand kracht und in Einzelteile zerbricht und schließlich auf dem Boden landet. Doch ich bin so schnell aus dem Zimmer verschwunden, dass ich das nur nur höre. Sofort habe ich das andere Zimmer erreicht, als ein schreckliches Piepsen in meine Ohren Dringt. Ally, Hannah und Anna stehen an der hinteren Wand, gehen wegen des lauten Geräusches ebenfalls zu Boden, als die Wände plötzlich vibrieren. Sofort wird mir klar, was hier läuft, also entscheide ich mich in einem Bruchteil von Sekunden, wen ich noch hier raus schaffe, bevor hier schließlich alles in Schutt und Asche liegt. Es ist Anna.

Ich winkele meine Arme an, drücke meine Beine so fest es geht am Boden ab und halte die Luft an, während ich ohne nachzudenken einfach auf sie zulaufe, doch bevor ich sie erreiche, löst sich bereits – durch die große Druckwelle – ein Teil der Decke und droht auf herunter zu stürzen. Noch ehe ich sie erreiche, geschieht es: Das größere Stück trifft sie mit einem lauten Geräusch am Kopf. Wegen des lauten Geräusches hält sie sich die Ohren zu und hat die Augen geschlossen und kippt dann, als das Stück sie trifft, nach hinten um. Ally und Hannah haben ebenfalls die Augen geschlossen, doch nimmt Ally sie noch, wie in Zeitlupe, in den Arm und hängt sich über sie, um sie zu schützen.

Anna ist sofort bewusstlos, als ich sie erreiche, doch habe ich sie so schnell zu mir herauf gezogen, dass ich jetzt noch zum Sprung ansetzen kann, ehe das ganze Geröll zu Boden fällt. Das alles wäre nicht möglich, wäre ich kein Vampir. Aus Menschlicher Kraft würde das hier nicht funktionieren, als werfe ich sie mir kurzerhand und in Bruchteilen von Sekunden über die Schulter und setze zu einem mächtigen Sprung an. Ich gehe dabei so tief in die Hocke wie ich nur kann, breite meine Beine so weit aus, wie ich kann und sehe dann nach oben. Die Detonation reißt in diesem Moment alles um uns herum auseinander, doch ich nutze die Chance und springe sofort los, als die Decke einstürtzt. Ally wird Hannah retten und auch L und Tor werden unbeschadet aus dem Loch heraus kommen, doch ich muss Anna in Sicherheit wissen. Wenn ihr etwas passieren würde, würde ich mir das nie verzeihen.

Sobald ich los gesprungen bin, schlage ich das Geröll und den Dreck zur Seite und, während wir immer weiter empor steigen. Wir passieren das Loch, während die Bombe schließlich ihren Höhepunkt findet und alles um uns herum zum Einsturtz bringt. Der Rauch, der sich sofort bildet, lässt meine Sicht schwinden, doch ich finde eine geeignete Stelle, um auf der Wiese zu landen.

Keuchend lande ich auf meinen Füßen, sie schmerzen plötzlich, denn der Sprung war doch gewagter als gedacht. Als ich an mir herunter sehe, rinnt mir plötzlich Blut aus dem Gesicht. Mit meiner Hand fahre ich an meiner Wange vorbei, als ich es bemerke. Ein paar Splitter der Bombe müssen sich während des Sprungs in mein Gesicht gebohrt haben.

Rasch lasse ich Anna ab und breite sie vor mir auf der Wiese aus. »Anna «, keuche ich aufgeregt und suche ihren Körper nach verletzungen ab. Langsam beuge ich mich über sie, drehe ihren Kopf ein wenig zur Seite und sehe, dass sie eine blutende Stelle am Kopf hat. »Fuck «, keuche ich und sehe an ihr hinab. Ihr ganzer Körper hat Blessuren, doch sind sie noch nicht abschätzbar, da manche von ihnen sehr tief sind.

Ihre Augen hat sie geschlossen, ihre Atmung ist flach, als ich ihre Hände nehme und sie in Augenschein nehme. Ihre ganze Kleidung ist löchrig, ihre Haare liegen ihr wild im Gesicht.

Ich streiche sie ihr zur Seite.»Anna wach auf ! «, flüstere ich panisch und lege meine Stirn an ihre. »Ich kann nicht ohne dich leben. Bitte wach auf! «

Sie regt sich nicht.

Sofort werde ich nervös. Ich mache ein paar hektische Schritte an ihr herunter und lege dann mein Ohr sanft auf ihre Brust. Kurz halte ich den Atem an, denn nur so, kann ich erfahren, ob sie noch lebt. Meine Lippen presse ich ungehalten aufeinander, als ich es endlich höre: Den warmen langsamen Klang ihres Herzschlages. Bubum.Bubum.

Ich bin so erleichtert, dass ich meine Augen schließe und mir einen kurzen Impuls der Freude nicht verkneifen kann. Sie lebt noch.

Ich verharre für ein paar Sekunde in der Position, kann mich noch nicht von ihrem süßen Herzschlag lösen, als vor mir plötzlich etwas rachelt. Sofort sind meine Augen wieder geöffnet, schlagartig ist der Zorn wieder da und mein Körper verwandelt sich wieder in die  so gewohnte Kampfmaschine. Meine Augen weiten sich, sodass sich meine Sicht wieder zu tausend prozent da ist, mein Gehör schaltet sich ein, lässt mich sofort wissen, woher das Geräusch kam und ich ziehe sofort meine Waffe, die noch über meiner Schulter hing. Sofort blecke ich meine Zähne, als ich erkenne, dass sich nicht weit von mir entfernt eine Person hinter einem Baum versteckt.

Rasch bin ich auf den Beinen und entsichere meine Waffe, ehe sich auch schon der erste Schuß in meiner Waffe löst. Die Kugel fliegt auf gradem Wege auf ihn zu, doch ich treffe ihn nicht, er haut ab.

War es ein Er? Es sah eher aus wie eine sie, denn sie trug lange schwarze Haare. Die Wut steigt wieder von ganzen Unten in mir auf, sofort will ich ihr hinterherrennen und ihre die Kehle aufschlitzen, denn ich habe das dumme Gefühl, dass die Person Raven war. Wer sonst sollte ein weiteres Mal auf die Idee kommen, uns alle in die Luft zu jagen? Niemand sonst hätte so viel Spaß daran, zu töten, als sie. Außer mir vielleicht.

Ich umfasse meine Waffe, wechsele meine Blick zwischen Anna und dem Baum und entscheide mich dafür das hier ein für alle Mal zu beenden: Ich renne der dunkelhaarigen Person hinter.

 

 

 

L…

 

Der Schmerz durchzuckt mich, als ich mein Bein anhebe und meine Arme an mich ziehen will.

»Fuck, Aua «, keuche ich, während ich meine Augen öffne und ein paar Steine von mir herunter schiebe. Ein paar Meter neben mir, bewegen sich ebenfalls ein paar Steine. Es ist Tor, der sich aus dem Staub und Dreck heraus windet.

Der Raum ist dunkel, dennoch kann ich über mir, durch einzelne fehlende Hölzer, das Licht herein scheinen sehen.

»Was ist passiert? «, fragt Tor, während er sich an den Kopf fasst und versucht aufzustehen.

Auch ich schaffe es wieder auf meine Beine und stehe auf, doch versichere ich mich sofort, dass die Papiere, die ich vor der Explosion eingesteckt habe, sich noch immer unter meinem Pullover befinden.

»Der Raum neben an ist in die Luft geflogen «, offenbare ich schmerzerfüllt und sehe mich erst einmal um.

Sofort öffnet Tor seine Augen, als sein Blick sofort starr wird. Ungeduldig springt er auf, bahnt sich seinen Weg zur Tür, indem er kurzerhand alles umwirft. Sofort wird mir klar, was er vor hat, also setze ich mich ebenfallsin Bewegung.

»Hannaaaaahh «, brüllt Tor, während er jeden Stein zur Seite wirft, der sich ihm in den Weg stellt. »Hannah antworte mir! «

Dass sie das hier überlebt haben soll, ist wenig wahrscheinlich, doch würden ihn meine Zahlen hier und jetzt nicht überzeigen.
Als wir die Tür erreichen, in dem sich die Mädels aufgehalten haben, wird uns erst das ganze Ausmaß des Einsturtztes Bewusst. Der ganze Raum ist eingestürtzt, es ist kein Durchkommen möglich. Der Raum ist bis zur Tür hin voller Geröll.

»Was machen wir jetzt? «, frage ich, obwohl ich die Antwort schon kenne.

Ohne mir zu antworten, rennt er panisch los nach links aus dem Gang heraus. Er will durch die Villa nach außen gelangen.

Ich folge ihm schnell durch den langen Keller und es dauert nicht lange, da haben wir die Villa passiert. Durch das große abgebrannte Tor treten wir heraus und rennen dann um die Villa herum zur Einsturtzstelle, als wir Ally plötzlich erblicken.

Sie kauert auf dem Boden, ist verdreckt und weint.

Sofort versetzt es meinem Herzen einen heftigen schlag, ich renne schneller, überhole Tor und erreiche Ally endlich. Ich schmeiße meine Waffe zur Seite, während ich auf sie zu schliderre und nehme sie sofort in den Arm.

Als sie endlich aufsieht, schmiegt sie sich an meine Brust.

»Ist mit dir alles OK? «, frage ich sie ungeduldig und drücke sie ganz fest an mich. In ihren Haaren klebt der ganze Dreck, ihre Klamotten sind völlig zerfleddert, als sie hoch sieht und mich ein wenig von sich weg schiebt. Auch Tor erreicht uns und kniet sich neben mich. »Ally, Gott, es geht dir gut. «

»Anna… sie haben sie…. Sie haben sie mit genommen «, schluchzt Ally aufgeregt und legt ihren Kopf wieder auf meine Brust.

Tor wirft mir einen fragenden Blick zu.

»Ally, schatz, wer hat sie mit genommen? « sanft streichele ich ihre Haare.

Sie schluckt schwer, bevor sie spricht. »Tony«

»Was? Nein niemals, Ally! «, entgenet Tor unmglaubwürdig.

»Sie würden Tony für soetwas niemals schicken «, pflichte ich ihm bei.

Sie wird sauer und entfernt sich ein wenig von mir. »Ich habe ihn gesehen und sie haben Anna. Sie haben sie mir einfach aus dem Armen gerissen «, gesteht sie schluchzend und hebt ihre Arme. »Sie hatten es auf sie abgesehen. «

Tor steht betrübt auf. »Natürlich hatten sie das, wie immer. Wir müssen sie da raus holen aber zunächst einmal wo sind Will und Hannah? «

Ally sieht zu Boden, reibt sich mit der einen Hand die andere und scheint plötzlich nervös.

»Hast du sie gesehen, Ally? Ist sie bei Will? «, fragt Tor erneut, weil sie nicht antwortet. Plötzlich drückt sie sich wieder an meine Brust.

Was ist hier nur passiert?

Ich schiebe sie erneut ein Stück von mir weg und versuche ihr in die Augen zu sehen, doch sie weicht mir aus. »Was ist passiert? «

Sie versucht sich aus meiner Umarmung unsanft heraus zu winden, als Tor sich plötzlich umdreht.

»Habt ihr das gehört? «

Ich sehe zu ihm auf. »Was? «

»Schüsse.« Sofort greift er zu seiner Waffe.

»Das muss Will sein «, schluchzt Ally und drückt sich wieder an mich.

»Schafft ihr das allein? Du und Will? «

Er nickt mir unmerklich zu. »Ihr sucht nach Hannah, wenn sie nicht bei ihm ist! «

Ich nicke ebenfalls.

Er ist verschwunden.

Langsam lasse ich mich neben Ally fallen und sehe sie an. »Sagst du mir jetzt, was los ist? «

Mit den Zähnen krisschend sitzt sie da, versucht ihre Ärmel über ihre Hände zu ziehen, bis ich sie aufhalte, indem ich meine Hand auf ihre lege. »Egal was du getan hast, du kannst es mir sagen! «

Sie reißt ihre Augen auf. »Ich? Ich habe gar nichts getan. «

Sie nickt betrübt nach vorn. Langsam lasse ich meinen Blick nach vorne gleiten, als ich sie sehe: Hannah.

Sofort springe ich auf und renne zu ihr hin. »Was ist mit ihr? «, rufe ich Ally zu, ehe ich meinen Kopf auf ihre Brust lege.

Auch Ally setzt sich langsam in Bewegung und lässt sich schließlich neben mich fallen. Ihr Blick ist ausdruckslos. »Sie ist tot, L. Sie ist tot. «

Mein Ohr ruht weiterhin auf ihrem Brustkorb, doch es ist immer noch nichts zu hören. Kein Herzschlag.

»Tor wird… er wird ausflippen… «, flüstert Ally apartisch und schluchzt dabei. Im Schneidersitz sitzt sie neben mir, ist nicht mehr von dieser Welt und wippt verstöhrt auf und ab.

»Sei mal ruhig! « Dass sie sich jetzt so verhält sieht ihr gar nicht ähnlich. Immer habe ich sie dafür bewundert, dass sie auch in schlimmen situationen einen Kühlen Kopf behält, doch zeigt dies wieder einmal nur, wie sehr Raven unsere Leben bestimmt. Wir führen Krieg, das ist für Niemanden einfach und jetzt scheint es auch Ally erwischt zu haben.

 

 

 

Will…

 

Immer weiter renne ich den Wald hinein, verfolge das Ding, dass mit mir augenscheinlich Katz und Maus spielen will, doch nicht mit mir, ich habe das Spiel längst durchschaut. Ich bin mir sicher, dass es mich weg locken wollte, irgendetwas scheint es damit bezwecken zu wollen, also verlangsame ich mein tempo immer wieder. Es rennt so weit vor, dass ich Schritt halte, doch halte ich an, gibt es mir die Chance aufzuholen.

Als die Schritte plötzlich verstummen, gehe ich schnell – mit gezückter Waffe – hinter einem Baum in Deckung. Keuchend wage ich, nach ein paar Sekunden, einen Blick nach vorne und luge an dem Baumstamm vorbei, doch es ist nichts zu sehen. Ich wage einen weiteren Blick nach links, als plötzlich neben mir im Boden eine Kugel einschlägt. Dieser Kugel folgen schlagartig weitere und ich schaffe es so grade noch, mich erneut zu verstecken. Schweratmend umklammere ich meine Waffe und warte auf eine günstige Gelegenheit zurück zu schießen doch das Gefächt ist unaufhörlich.

»Fuck! «, flüstere ich. Schnell luge ich in die Krone das Baumes und sehe eine geeignete Stelle zum Schießen. Langsam drehe ich mich um, während der Hagel an Schüssen immer noch weiter anhält. Meine Waffe schwinge ich mir wieder über die Schulter und versuche dann langsam am Baumstamm herauf zu klettern.

 

 

 

 L…

 

»Wir…wir müssen Anna retten «, flüstert Ally leise, während sie immer noch auf und ab wippt.

Ich hebe meine Hand, um sie zu beruhigen. »Sie werden ihr nichts tun, sie brauchen sie lebend. «

Schnell sieht sie in meine Richtung. »Natürlich werden sie das, Tony hat sie «, zischt sie und fährt sich durch die Haare.

Ich hebe meinen Kopf wieder an. »Und du bist dir sicher, dass er es war? «

Sie nickt nur und legt ihren Kopf in ihre Hände. »Wir haben nur die Hälfte des Dent-Clans ausgelöscht. Er war sicher bei Dargo. «

»Natürlich war er das, er ist sein Schoßhündchen «, flüstere ich und bin schon in Gedanken daran, was er ihr antun könnte.

Ally springt plötzlich auf. »Wir müssen die anderen finden «, schluchzt sie und rennt auf und ab. »Nur so können wir ihn noch aufhalten. «

»Was…was ist mit ihr? «, flüstere ich und sehe zu Hannah.

Ally kaut auf ihrem Daumen herum, ihr ganzer Körper spannt sich an. »Wir lassen sie hier. «

Langsam stehe ich auf und schlage mir den Dreck von meiner Hose. »Dann kann Tor sich nicht von ihr verabschieden. «

»Was sollen wir dann tun? «, schreit sie mich plötzlich an und reißt ihre Augen ganz weit auf.

Für einen Moment sage ich nichts, sehe sie nur an.

»Sag es mir, L! Denn ich weiß es nicht! «

»Du hast recht, lass uns gehen «, flüstere ich und nehme ihre Hand, als plötzlich ein kleiner Laut entsteht. Er ist sehr leise, doch als ich erkenne, was es ist, sehe ich Ally erschrocken an.

Bubum.Bubum.

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