Blood Hunter Band 2 – Kapitel 8

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Anna…

 

In dem Moment, indem sie ihre langen Arme in die Höhe nimmt, um Will zu umarmen, schließe ich für einen kleinen Augenblick die Augen. Wenn sie das jetzt wirklich tut, breche ich hier auf der Stelle zusammen oder ich gehe auf sie los. Langsam drehe ich mich zur Bar um und öffne hastig die kleine Flasche, die ich noch in der Hand halte. Als der Korken endlich herausspringt, setze ich die Flasche sofort an meinen Mund an und nehme mit geschlossenen Augen einen großen Schluck, bevor ich mir den Mund danach hustend mit meinem Handrücken abwiche. Ich kneife meine Augen ganz fest zusammen, während der Alkohol meine Speiseröhre herunter läuft und sie mir auch gleichzeitig zu verbrennen droht. Ich habe jetzt genau zwei Möglichkeiten: Entweder ich verschwinde kommentarlos von hier und rede nie wieder auch nur ein Wort mit Will, oder ich schlage der außerordentlich hübschen Lady hier und heute noch in die Fresse. So oder so werde ich verlieren. Während ich darüber nachdenke, welche der beiden Optionen die beste ist, nehme ich einen weiteren großen Schluck und knalle dann die blaue Flasche mit voller Wucht wieder auf den Tresen. Sofort drehe ich mich um und setze mich dann in Bewegung. Mit großen Schritten gehe ich auf sie zu, bin entschlossen ihr eine Lektion zu erteilen, denn so lasse ich nicht mit mir umgehen. Sie hat die Arme um ihn geschlungen, er versucht sie von sich weg zu drücken, doch sie sucht mit ihrem Mund immer wieder seinen. Sie scheint sich nicht leicht abwimmeln zu lassen und akzeptiert auch kein „Nein“, denn er hat Probleme sie los zu werden. Als er sieht, dass ich wütend auf sie zu komme, greift er hastig nach ihren Handgelenken und versucht sie von sich weg zu schieben, als auch sie mich endlich erblickt. Sie scheint überrascht.
»Anna es tut mir leid, es ist nicht so wie es aussieht. Sie… «, setzt Will hastig an, will sich erklären, doch als ich sie endlich erreiche, packe ich sie an den Schultern und schubse sie dann mit meiner ganzen Kraft nach hinten, sodass sie das Gleichgewicht verliert und daraufhin verwirrt zurücktaumelt, um schließlich unsanft auf ihrem Hintern zu landen. Verblüfft sieht sie mich an und streicht sich ihre Mähne zur Seite, um mich von oben bis unten mustern zu können. Der Boden der Flasche ist bei ihrem Sturz zerbrochen.

»Wer bist du denn? «, keift sie mich wütend an, wärend die Flüssigkeit auf ihrem kleinen Slip ausläuft. Doch ich würdige ihr keine Antwort, ich drehe mich lediglich mit einem durchtriebenen Blick zu Will um und umschließe dann sein Kinn mit meinen Händen, wärend ich wild und ungehalten meine Lippen feste auf seine presse. Sofort erwidert er meinen Kuss, lächelt dabei und ich schiebe ihn wärend unserer Küsse ein wenig zur Tür, um sie mit dem Fuß zu zuschmeißen. Sofort schiebt er mich ein Stück von sich weg und lächelt.

»Oh Gott, ich liebe dich, Anna! «

Ich lege ihm meinen Mittelfinger auf die Lippen und bringe ihn so zum Schweigen. »Pssst! «, befehle ich ihm und er belegt mich mit einem ungezogenen Blick. Sofort springe ich an ihm hoch und umklammere ihn mit meinen Beinen. Ich liebe es, das zu tun.

Als die Tür erneut aufgeht, streckt Miranda wütend ihren Kopf herein, will etwas sagen, doch Will streckt daraufhin seinen Arm aus, um sie sofort wieder zuzudrücken. Rasch drückt er mich gegen die Tür und legt seine Hände an den Bund meiner Hose, um sie mir bis zu den Beinen herunter zu ziehen. Keuchend streife ich sein Oberteil über seine angespannten Muskeln und lasse es zur Seite fallen, ehe er auch schon seine Hose ein Stück heruntergezogen hat. Mit einem festen Ruck dringt er daraufhin in mich ein und ich keuche auf, während er seine Bewegung rhythmisch weiterführt. Mit meinem Kopf knalle ich dabei jedes Mal gegen die Tür und brülle dann mit einem durchtriebenen Lächeln seinen Namen.

Er vergräbt dabei sein Gesicht an meinem Hals, bevor ich ihn nicht nur in mir spüre, sondern auch seine Fangzähne an meiner Ader. Er hält sich zurück, saugt nicht so fest daran, wie ich es gewohnt bin, er konzentriert sich eher darauf feste in mich rein zu stoßen.

Nach Luft ringend fahre ich ihm mit meinen Händen durch die Haare und als ich sie an seinem Hinterkopf zusammen gekämmt habe, ziehe ich seinen Kopf sanft daran zurück, doch er währt sich. Es dauert nicht lange, da wird er so hart, dass er fast in mir explodiert. Als er seinen Kopf schließlich anhebt, um nach Luft zu ringen, rinnt ihm mein Blut an seinen Mundwinkeln herunter und seine Augen sind tief rot gefärbt. Mich erregt dieser Anblick, er hat von meinem Blut gekostet, er ist mir so nah, wie noch nie Jemand zu vor.

Mit einem weiteren heftigen Schlag, schmeißt er schließlich seinen Kopf in den Nacken und drückt mich feste an die Tür.

Für den Moment des Orgasmus spannt sich sein Körper so sehr an, dass ich fürchte seine Haut reißt ein. Ich umschließe seinen Kopf erneut, nehme ihn in den Arm, sodass er sich beruhigen kann. Mit seiner Stirn liegt er erschöpft auf meiner Brust und atmet schwer.

 

 

 

Torell…

 

Als Ally plötzlich hinter Hannah auftaucht, sehe ich sie fragend an. »Was willst du hier Ally? Solltest du dich nicht lieber ausruhen? «

Sie überlegt einen Moment, bevor sie antwortet. »Ich will sehen, was es mit uns macht. «

Sofort dreht Hannah sich zu ihr um, sie hat mir gerade die Handschellen abgenommen. »Das ist eine ganz schlechte Idee! Ich wünschte, ich hätte euch das Blut nicht gegen. Seht nur, was es aus euch gemacht hat! «

Sie sieht sich nicht an, sie will nur eine Antwort von mir. Ihr Blick hat sich verändert, er ist ernster, sie scheint entschlossen. »Hannah nimm das Messer und geh zurück zum Haus! «

»Das kannst du nicht wollen, James. Was ist denn nur los mit euch? «, fragt sie entsetzt.

Irgendwas an ihr ist anders als sonst, sie scheint so kampfeslustig.

»Tu einfach, was ich dir sage! «, dränge ich sie und als sie den Unterton in meiner Stimme bemerkt, greift sie nach dem Messer. Sofort setzt sie sich in Bewegung, sie hat wohl bemerkt, dass irgendwas anders an ihr ist.

»Sagst du mir was los ist? «, flüstere ich und versuche zu ihr durchzudringen.
Dieser Blick, dieser beschissene Blick, der mich schon einmal die Liebe meines Lebens gekostet hat, er tut weh, doch werde ich sie dazu bringen, wieder sie selbst zu sein.

»Ally! «

Kurz schüttelt sie den Kopf, als hätte ich sie aus ihren Gedanken geholt.

»Du wusstest es und wolltest es vertuschen «, flüstert sie wütend und ballt die Hand zu einer Faust.

»Du siehst ihre Erinnerungen «, stelle ich fest.

»Du nicht? «, fragt sie verwirrt.

Ich massiere mir meine blutenden Handgelenke. »Noch nicht. Ich denke das kommt noch aber du musst lernen sie zu kontrollieren, Ally! «

Sie schenkt mir ein verächtliches Schnauben. »Wieso sollte ich? Ich erfahre Dinge, die mir sonst vorenthalten worden wären. «

»Ally «, ermahne ich sie. »Nichts ist so, wie es scheint. Weißt du noch? «

Sie schließt für einen Moment die Augen, sie scheint sich wieder an unser aller Versprechen zu erinnern.

»Ich weiß, Tor aber sie ist eine von denen! « Sie presst wütend ihre Lippen aufeinander.

Vorsichtig mache ich einen Schritt nach vorne. »Das ist sie nicht und das weißt du auch. Sie ist deine beste Freundin! «

»Sie hätte es uns nicht erzählt und du wolltest ihr helfen! «, knurrt sie plötzlich, streckt ihre Hand aus und fährt ihre Krallen aus.

»Und was soll das werden? « Ich werfe einen Blick auf ihre Klaue. »Willst du dich mit mir anlegen? «

Sie schüttelt erneut den Kopf und sieht dann ebenfalls auf ihre Hand. »Das … das wollte ich nicht. Ich habe mich nicht unter Kontrolle ich… «, flüstert sie und greift sich verwirrt an den Kopf.

»Wir müssen uns gegenseitig unterstützen, Ally! Wir müssen herausfinden, was dieses Blut mit uns macht! «

Sie nicht fast unmerklich.

 

 

Anna…

 

Will liegt neben mir, hält mich liebevoll in seinen Armen und hat sich, seitdem wir uns auf die Couch verzogen haben, nicht mehr bewegt. Nach unserer kleinen Nummer an der Tür, haben wir uns beide dafür entschieden, unseren Körpern ein wenig Ruhe zu gönnen, doch immer wieder muss ich daran denken, wie das Letze Gespräch zwischen ihm und Alex ausgegangen ist. Es war nicht gut, ihm das Reden zu überlassen, ich hätte Alex wahrscheinlich schneller um den Finger gewickelt. So wie er mich angesehen hat, wäre das ganze hier anders ausgegangen.

Langsam und vorsichtig schiebe ich seinen Arm, den er über meine Brust gelegt hat, von mir herunter und versichere mich, dass er seine Augen nicht öffnet. Für einen kurzen Moment halte ich inne und als ich sicher bin, dass er nicht ins Hier und Jetzt zurückkommt, löse ich mich aus seiner Umarmung und stehen dann langsam auf.

Das hier ist nicht nur allein seine Angelegenheit. Wenn ich nur mit Alex reden kann und ihm meinen Standpunkt aufzeige, hilft er uns vielleicht. Dass Will sein Vertrauen augenscheinlich verletzt hat, trägt nicht dazu bei, dass das hier ein glückliches Ende nehmen wird, also beschließe ich, das ganze selbst in die Hand zu nehmen.

Schnell streife ich mir durch die Haare und richte mir mein Oberteil wieder. Nachdem ich noch einmal einen Blick zurückgeworfen habe und mir sicher bin, dass ich kurz verschwinden kann, gehe ich langsam zur Tür.

Vorsichtig lege ich meine rechte Hand auf den Rahmen der Tür und die andere auf den Tür Knauf. Rasch drehe ich ihn um und verschwinde dann durch die Tür. Auf dem Flur angekommen, versuche ich mich daran zu erinnern, wo wir hergekommen sind. »Nach links «, flüstere ich und streife leise den Flur entlang.

Ich biege erneut um die Ecke des Flures, der komplett in dunklem Holz gehalten ist.

Den Flur zieren keine Fenster, was ich komisch finde, doch denke ich mir nichts dabei.

Als ich erneut das Zimmer mit dem großen braunen Tisch erreiche, schaue ich mich überrascht um, denn die Wachen scheinen verschwunden. Ich beschließe einfach an der nächsten Tür zu klopfen und nach ihm zu fragen. Das ist wohl die einfachste Lösung und allemal besser, als ziellos in diesem riesigen Haus herum zu geistern.

Gerade, als ich mit meiner Faust auf die Tür klopfen will, höre ich plötzlich vertraute Stimmen, die von links auf mich zu kommen. Sofort schnelle ich um, als ich eine der weiblichen erkenne. »Raven! «, flüstere ich entsetzt und werde plötzlich panisch. Was hat das zu bedeuten? War das hier alles nur eine Falle? Ist Alexander auf Ravens Seite?

Sofort suche ich eine Möglichkeit mich zu verstecken, doch es bleibt nur der Flur, aus dem ich kam, doch die Stimmen kommen immer näher, sind gleich bei mir.

Ich muss Will unbedingt warnen, er ist noch nicht wieder wach und wenn Raven ihn so findet, hat sie leichtes Spiel.

»Will«, flüstere ich panisch und halte mir meinen Mund zu, als könnte ich damit meine Panik abstellen.

»Seit wann sind sie hier? «, fragt die mehr als vertraute Stimme, die weiterhin näherkommt.

Abrupt bleiben sie stehen, es gibt wohl eine Meinungsverschiedenheit. »Ich sag dir was Raven. Du bist mir was schuldig. Du kannst ihn haben, ich weiß nicht, was du noch mit ihm willst. «

»Och Schätzchen, hat er dir weh getan? Das wievielte Mal ist das, dass er dir das Herz bricht und du doch wieder bei ihm aufkreuzt? «, fragt sie und weiß es anscheinend besser.

Schweigen.

»Bisher hast du ihn doch immer zurück genommen also, was willst du? Und wieso gibst du ihn mir? «

»Das Mädchen. Sie ist auch hier «, sagt Miranda abwertend.

»Er ist ein hübscher Mann Miranda. Was hast du erwartet? «, fragt sie selbstgefällig. »Ich für meinen Teil bin durch mit ihm und das solltest du nach dem heutigen Tag auch sein, denn ich werde ihm sein mickriges Herz herausreißen. « Als sie den letzten Satz ausspricht, rinnt mir ein Schauer über den Rücken, denn, wenn ich ihn nicht rechtzeitig erreiche, wird, dass der Fall sein. Als die Schritte wiedereinsetzen, fängt mein Puls wieder an zu rasen, denn es gibt für mich keine Möglichkeit ihr noch zu entkommen.

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