Blood Hunter Band 2 Kapitel 3

***Kapitel 3 ***

 

 

Anna…

 

 

»Was…was soll das bitte heißen? « Ich klimpere mit meinen Augen, um ihm meine Verwirrung mit zu teilen. 

Weil er nichts sagt, presse ich ungeduldig meine Lippen aufeinander und werde langsam wütend.

Er sieht mich an, als müsste er erst noch die richtigen Worte erfinden, die beschreiben können, was er denkt.

»Ich…Also, ich haben am Anfang vielleicht nicht dasselbe empfunden für dich, wie du für mich, was aber nicht heißen soll, dass ich dich nicht liebe, Anna. Ich… «, will er fortsetzen und streckt mir seine Hand liebevoll entgegen, doch ich schenke ihm lediglich ein verächtliches Schnauben und drücke sie weg.

»Willst du mir sagen, dass du nur mit mir gespielt hast, Will? Das glaube ich dir nämlich nicht! «

Sofort springe ich auf und fasse mir an den Hals. Meine Wunde ist schon verheilt. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, von hier weg zu kommen, ich würde sie nutzen.

»Anna, bitte! Am Anfang vielleicht nicht aber danach schon «, flüstert er, wärend er nervös auf seine Handflächen sieht.

Erschrocken sehe ich ihn an. »Als du mich das erste Mal geküsst hast, was hast du da gefühlt? «

Er sieht mich ausdruckslos an. »Ich wollte meine Familie retten, ich…«

»Nein, Will! «, brülle ich und unterbreche ihn damit »Sag mir was du gefühlt hast! «

Wütend schenkt er mir einen Blick der mir sagen soll „Muss das wirklich sein?“ doch es muss sein. Ich nicke fast unmerklich und verschränke die Arme vor die Brust. »Sag schon! «

Er schluckt schwer und kommt einen Schritt näher zu mir, doch genau diesen Schritt mache ich ebenfalls zurück. Weiter zurück kann ich nicht mehr gehen, denn dort endet der Vorsprung bereits und der Wind fegt durch meine Haare, wärend ich mich dem Abgrund immer weiter nähere.

»Ich habe gespürt, dass du dich von mir angezogen fühltest und habe es vielleicht die erste Zeit ein wenig ausgenutzt. Aber ich wollte nicht nur, dass du bei mir bleibst, weil du das Gift in die Trägst, ich habe mich wirklich in dich verliebt, wie du weißt! «

Ich kann nicht fassen, was er da gerade von sich gibt. Ist das sein ernst? Eigentlich sind wir hier, um darüber zu reden, dass wir nicht zusammen sein können, weil ich die Tochter von Viktoria Dent bin aber das? Das schlägt dem Fass den Boden aus. »Wann hat es angefangen? « Wütend tippe ich mit meinem Zeigefinger auf meinen Arm herum.

»Wann hat was angefangen? «

Ich kaue nervös auf meiner Lippe. »Wann hast du gemerkt, dass du mich nicht bei dir haben willst, nur, weil ich das Gift in mir trage? «

Da ist er plötzlich wieder: Dieser Blick.

»Ja, es muss sein! «, brülle ich ihn an und schmeiße meine Arme wütend in die Luft.

»Ist das wichtig? Wir lieben uns doch Anna und ich will mit dir zusammen sein und…« Ich unterbreche ihn erneut mit einer genervten Handbewegung.

»Wann? «

»Also gut…«, flüstert er und tritt einen Schritt zurück. »Nachdem du uns gerettet hast, hast du dich verändert. «

Verwirrt sehe ich ihn an. »Was meinst du damit? «

Er tritt nervös von einem Fuß auf den anderen, er will es eigentlich nicht sagen, doch ich will wissen, was er denkt.

»Du bist wirklich zu einer von uns geworden und naja… «, sagt er und lächelt plötzlich durchtrieben. »Du sahst echt heiß aus, in den Klamotten und ich stehe nun mal nicht auf Menschen, das weißt du und dies war der Tag, an dem du wirklich aufgehört hast, einer zu sein. «

Ich lasse meine Arme schlaff an mir herunterhängen und meine Augen werden zu Schlitzen. »All das vorher…das war nicht… echt? « Als mir plötzlich klar wird, was das bedeutet, welche Umarmungen und küsse, ihm eigentlich nichts bedeutet haben sollen, dreht sich mein Magen erneut. Plötzlich wünsche ich mir wieder, ich wäre tot und er hätte mich nie gerettet. Sofort macht er einen Schritt nach vorne und nimmt seine Arme hoch. »Anna du weißt was ich für dich empfinde lass uns doch jetzt bitte nicht mehr über alte Zeiten reden! «

Als Plötzlich Torells Stimme ertönt, sehe ich auf. »Anna, wo bist du? « 

Ich starre ihm wütend in die Augen und er weiß auch sofort was ich denke, doch er sagt nichts.

»Ich bin hier Tor, hier unten! «, brülle ich, ohne mich von seinem Blick zu lösen.

»Anna, bitte ich dachte wir klären das erst? «

Plötzlich ist die Schlucht zwischen uns größer als die Schlucht, in die ich vor eine Weile noch gesprungen bin. »ich muss darüber nachdenken, Will. Ich will dazu jetzt nichts mehr sagen, lass mich bitte einfach in Ruhe! «

Erst setzt er zu einem Satz an, doch bricht er ihn sofort wieder ab. Kapitulierend nimmt er seine Hände hoch. »Vielleicht hast du recht, vielleicht bin ich nicht das, was du dir erhofft hast und du, offensichtlich nicht das, was ich mir erhofft habe. «

Als das Seil gegen die Wand schlägt, greift er sofort danach, zieht sich rasch daran hoch und lässt mich mit all meinen Gedanken alleine zurück. Betrübt sehe ich ihm nach, überlege die Bedeutung seiner Worte. Was kann er nur damit gemeint haben?

Als ich ihn durch den Schnee langsam nicht mehr sehen kann, greife auch ich zu dem Seil und stütze mich an der Wand ab, um mich daran hoch zu ziehen. Mit jedem Schritt, den ich weiter nach oben mache, werde ich immer wütender, weil ich unsere ganze Geschichte neu überdenken muss. Ich denke daran, wie er mir sein Blut angeboten hat, als ich mehr tot als lebendig im Wald lag. Das hat sich für mich so echt angefühlt, doch wie es scheint, war es das für ihn nicht. Sofort versetzt es meinem Herzen einen Stich und ich rutsche mit meinem rechten Fuß an der Mauer plötzlich ab. Sofort verliere ich das Gleichgewicht und pralle mit dem Rest meines Körpers gegen die Wand.

Keuchend versuche ich mich weiter an dem Seil festzuhalten.

 

Es dauert nicht lange, da kann ich Tor bereits am oberen Rand des Hanges sehen. Wärend er mir seine Hand reicht und mich schließlich die letzten Meter einfach hochzieht, habe ich ein schlechtes Gewissen. Das alles hier, sollte anders ausgehen, ich war bereit zu sterben. Wills Einsatz hat mich letztendlich wieder zur Vernunft gebracht, doch die Wahrheit hat mich letztendlich wieder in die Knie gezwungen.

Weil ich meine Tränen, als er mich in den Arm nimmt, nicht mehr zurückhalten kann, wiche ich sie mir rasch mit meinem Ärmel vom Gesicht.

»Wie konntest du das tun, Anna? Wieso nur… Wir können doch zusammen alles schaffen «, flüstert er, wärend er mir sanft meinen Kopf streichelt und mich fest im Arm hält. Plötzlich wird mir klar, dass ich nicht nur Will damit sehr verletzt hätte, nein, auch Tor wäre wahrscheinlich am Boden zerstört gewesen.

Ich umschlinge ihn mit meinen Armen und drücke feste zu. »Es tut mir leid, Tor! Ich verspreche dir, ich mach sowas nie wieder! «

Er zieht sich etwas von mir zurück und sieht mir dann in die Augen. »Du bist so ein Dummkopf Anna Pierce! «

Ich lächele verlegen, denn ich weiß, wie er das meint. Er ist nicht böse auf mich, er ist einfach nur froh, dass mir nichts passiert ist. Ganz im Gegenteil zu Will.

 

 

 

 

Will…

 

 

Dass ich Anna vielleicht nicht von Anfang an die Wahrheit gesagt habe, tut mir leid, doch kann ich es jetzt nicht mehr ändern. Ich verstehe, dass sie sauer ist, doch dass sie mich so anfährt, wegen alten Zeiten, kann ich nicht verstehen. Wir haben größere Probleme, als diese hier. Wenn es eins gibt, was man lernen muss, wenn die Zeit keine Rolle mehr in deinem Leben spielt, ist zu vergessen was war und weiter zu machen.  Was ich ihr wiederum nicht gesagt habe und weshalb sie wahrscheinlich noch viel größeren Ärger machen wird, ist die Tatsache, dass ich nun König meines Clans bin. Solange, wie mein Vater nicht auffindbar ist, haben ich das Sagen und muss meine Leute beschützen. Wie soll ich das tun, wenn sie kleine Macht Spielchen mit mir spielen will? Sie versteht nicht, dass es wichtigerer Dinge gibt als das.

 Dass sie schon so früh herausgefunden hat, woher sie eigentlich kommt, war so nicht geplant, doch auch daran kann ich jetzt nichts mehr ändern. Es gibt Dinge im Leben, die muss man akzeptieren und eigentlich weiß sie ja auch, dass ich für sie da sein werde aber ich kenne sie nur zu gut. Sie wird auf eigene Faust regeln, was zu regeln ist. Das muss ich mit aller Macht verhindern. Viktoria Dent ist vielleicht ihre Mutter aber dennoch ist sie kein beschissenes Mitglied dieses Clans. Nein, sie gehört zu mir, an meine Seite und ich werde alles dafür tun, dass das auch so bleibt.

Erneut drücke ich auf den Knopf des Monitors, welches mich mit Charles, der rechten Hand des Königs verbindet und hoffe, dass er schnell reagiert.

Es dauert eine Weile, doch dann ertönt seine Stimme. »Mein Prinz, habt ihr es euch überlegt? «

Nachdenklich presse ich meine Lippen aufeinander. »Hast du immer noch nichts von ihm gehört? «

»Nein, leider nicht aber es ist nun eure Aufgabe mein König, für unsere Sicherheit zu sorgen! «

Als er „König“ sagt, zucke ich kurz zusammen. Mein Vater lehrte mich zwar, was es heißt, eines Tages König eines Clans zu sein, doch ist es was anderes jetzt wirklich König zu sein.

»Ich werde mich darum kümmern aber ich mache mir im Moment um anderes Gedanken «, gestehe ich.

»Mein König, es gibt für euch nichts Anderes, außer euer Volk, worum ihr euch sorgen machen solltet! «

Sein Ton lässt keinen Wiederspruch zu, was mir schwer zu schaffen macht. Wütend fahre ich mit dem Stuhl zurück und stehe auf. Genervt fahre ich mir mit meinen Händen durch die Haare und verschränke sie dann hinter meinem Kopf. Das Modul habe ich auf Dauersenden eingestellt. »Was wäre der nächste Schritt? «

»Wir brauchen dringend Verbündete, mein König. Ihr steht gut mit Alexander und Miranda Worrin. Wie wäre es, wenn ihr diesen einen Besuch abstattet. Ich hört, dass bis gestern Dargo Dent dort gewesen ist, er versucht sicher, sie auf seine Seite zu ziehen. Dies müssen wir verhindern! «

»Ich weiß, ja. «, flüstere ich resignierend. »Sie könnten uns mit Ausrüstungen versorgen. Wir haben vorgesorgt, wir haben alles hier, was wir brauchen aber das wird auch nicht ewig halten. «

»Deshalb wird es Zeit, dass ihr euch eurer Position fügt, mein König! «, sagt er mit Nachdruck. Ich weiß, das ist seine Aufgabe, doch nervt es mich gerade, dass Anna mit nicht den Rücken stärkt. Sie sollte an meiner Seite sein und nicht ihr eigenes Ding machen.

»Ich melde mich! «, sage ich lediglich und kappe die Leitung. Ich weiß genau, was ich jetzt zu tun habe.

 

 

Ich atme noch einmal tief durch, bevor ich an ihre Tür klopfe und streiche mir erneut mein Haar etwas zurück. Ich kann fühlen, dass sie hinter dieser Tür ist, irgendwie ist es mir möglich ihre Wut zu spüren, außerdem, habe ich mich genauso, wie sie, für dieses Zimmer entschieden. Sie weiß es nicht, doch in ihrer Abwesenheit, habe ich für mich beschlossen, dass dies mein Zimmer ist.

»Anna? «, frage ich und klopfe erneut, weil ich keine Antwort bekomme. »ich weiß, dass du da bist! «

Plötzlich geht die Tür einen Spalt auf, doch nicht mehr. Verdutzt stehe ich da, doch öffne ich sie. Ich mache einen Schritt herein, als ich sehe, dass sie wütend auf dem Bett sitzt. Sie hat die Beine angezogen und umschlingt sie mit ihren Armen, wärend ihr Kopf auf ihren Kniescheiben ruht. Langsam taste ich mich vor. »Ich… «, setze ich an. »Wir haben beide Mist gebaut. «

Sofort schnell ihr Kopf hoch und sie belegt mich mit einem finsteren Blick. Das war wohl nicht die Antwort, die sie sich erhofft hatte. Ich versuche es erneut. »Ich muss dir was sagen, was sehr wichtig ist und… Ich habe beschlossen, dass es keine Geheimnisse mehr zwischen uns geben sollte. «

Als ihre Augen plötzlich zu schlitzen werden, zuckt mein Körper triumphierend. Ihr Blick sagt mir, ich soll weitersprechen, ich bin wohl auf dem richtigen Weg.

»Ich will, dass du mit mir zu einem anderen Clan fährst! «, offenbare ich und warte auf eine Reaktion, die auch prompt kommt. »Wieso sollte ich das tun? «

Ich lasse mich sanft neben sie aufs Bett fallen, als sie ihre Beine noch etwas mehr an sich heranzieht, was nun kaum noch mehr möglich wäre. »Ich habe mit Charles gesprochen, die rechte Hand meines Vaters, der, wie du weißt, immer noch nicht wiederaufgetaucht ist und solange das so ist, habe ich das Sagen und muss mich um meine Leute kümmern. «

Sofort streckt sie mir ihre Hand entgegen. Wow das habe ich nun wirklich nicht erwartet und nehme sie deshalb entgegen. »Es tut mir leid! «, flüstert sie und wicht sich mit der anderen Hand die Tränen weg. »ich war so mit mir selbst beschäftigt, dass ich nicht an euch gedacht habe. Aber kannst du verstehen, warum ich so reagiere? «

Ich drücke ihre Hand ganz fest. »Ich wusste, wie es dir damit gehen würde und habe es deshalb für mich behalten, Anna. Ich wollte dir damit nicht weh tun, ehrlich aber ich kenne dich mittlerweile und du wärst im Dreieck gesprungen. Also nichts im Vergleich zu jetzt denn naja… «

Sie schaut mich einfach nur regungslos an. »Wird…wird der Schmerz irgendwann weniger? «

Ich fahre ihr durch die Haare und ziehe sie ein Stück zu mir heran und hauche ihr einen Kuss auf die Stirn.

»Ich werde dir dabei helfen, wenn du willst! Du bist nicht wie die, Anna! «

Sie schenkt mir ein trauriges Schnaufen. »Wichtig ist nur, dass du bei mir bist! «, flüstere ich erneut.

Ich ziehe sie noch näher an mich heran und sie wehrt sich nicht. Nein, im Gegenteil, sie drückt sich plötzlich an mich. Mit ihren Händen umklammert sie sanft mein Gesicht und presst plötzlich ihre Lippen ganz sanft auf meine. Sofort erwidere ich mit einem kleinen Lächeln ihren Kuss und ziehe sie an den Hüften zu mir herüber, sodass sie auf meinen Schoß steigen kann. »Was wird das hier? «, keuche ich durchtrieben, wärend ich ihre Haare zurückschiebe.

»Mir ist bewusst geworden, was wir beide verloren hätten. « Bevor ich etwas dazu sagen kann, presst sie ihre Lippen erneut auf meine, wärend sie ihre Hände ungeduldig unter mein Oberteil schiebt.  Ich nehme ihre Ungeduld an und greife ihr ebenfalls an ihres. Sofort nimmt sie die Arme hoch, sodass ich es ihr über den Kopf ziehen kann. Sie streift es sich schließlich von ihrem Arm und schmeißt es von sich weg, um mich dann wieder wild zu küssen. Wärend ich ihre Mitte feste an mich drücke, lasse ich sie mit mir zurückfallen, sodass ich mich über sie beugen kann. Mit ihren Händen fährt sie mir wild durch die Haare und zuckt plötzlich vor Erregung. Auch ich kann mich nicht mehr zurückhalten, in meiner Hose wird es langsam eng, was sie sofort bemerkt und mich daraufhin durchtrieben ansieht, bevor ich das kleine Blitzen in ihren Augen sehe und sie erneut herunterdrücke, um ihr sie von ihrer Hose zu befreien.

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