Blood Hunter Kapitel 54

Torell…

 

Als Anna endlich das Zimmer verlassen hat, hieve ich langsam meine Beine über die Bettkante, umklammere meine Infusionsstange mit der rechten Hand und atme erst einmal einen Moment durch. Ich schaue mir zunächst die Ärztin an, die mit einem Stift etwas auf ein Klemmbrett notiert. Sie ist so konzentriert auf das schreiben, dass sie nicht bemerkt hat, dass ich mich aufgesetzt habe. Mit ihren langen braunen Haaren, die sie zu einem Pferdeschwanz nach oben gebunden hat und der Brille, die für ihr Gesicht eigentlich viel zu groß scheint, schaut sie aus, wie ein Teenager, wobei man, wenn man genauer hinsieht, bemerkt, dass ihre Gesichtszüge älter sind, als sie den Anschein machen. In Menschlichen Jahren, würde ich sie auf Anfang dreißig schätzen. Sie kaut auf dem Stift herum, wärend sie Ally ansieht und dann etwas zu ihrem Gesundheitszustand auf dem Brett notiert, was mich ziemlich nervt, denn das Geräusch, was sie dabei mit ihren Zähnen macht, droht mir fast das Trommelfell zu platzen. Sie macht einen Schritt weiter nach rechts und beäugt Will dann kritisch mit ihrem Blick. Sie geht nicht näher an ihn heran, was komisch ist, sie ist doch eine Ärztin und die können logischerweise nur eine Diagnose erstellen, wenn sie wissen, was ihre Patienten haben.

Langsam versuche ich aufzustehen, als sie plötzlich aufsieht und sich zu mir umdreht. Hastig kommt sie auf mich zu.

»Sir, bitte bleiben sie liegen, sie sind noch geschwächt! « Sie schmeißt das Brett neben sich auf den Tisch und packt mich an den Schultern.

»Mir geht es gut, lassen sie mich los. Was ist mit den anderen? Wurden sie ebenfalls vergiftet? «

Für ein paar Sekunden sieht sie mich verwirrt an, doch tritt sie dann doch einen Schritt zurück. »Ich weiß weder wer das war, noch wieso aber ja, sie wurden alle vergiftet. Einige früher, so wie sie, die anderen später, so wie er. «

Sie dreht sich zu Will um und zeigt mit dem Finger auf ihn. »Aber am schlimmsten, hat es dieses Mädchen getroffen «, flüstert sie schmerzvoll und macht einen Schritt auf Allys Bett zu. »Sie hat die größten Symptome, die ich bei einer Vergiftung je gesehen habe. «

»Tun sie alles was nötig ist…«, ich stocke kurz, weil ich ihren Namen nicht kenne und sehe sie fragend an. Sie dreht sich zu mir zurück und hält mir ihre Hand hin. »Hannah. Hannah Kingstown. «

Ich sehe erst sie und dann ihre Hand zögernd an. »Ich bin James Torell. Danke, dass sie mir das Leben gerettet haben «, sage ich und nehme ihre Hand schließlich doch an. Ich schaue ihr tief in die Augen, wärend sie meine Hand so festdrückt, wie sie kann. Ihre Augen sind blau, doch befindet sich in ihrem rechten Augen, unten, ein kleiner roter Fleck in ihrer Iris. Sie lässt meine Hand nicht los, starrt mich fragend an. Ich atme einmal kurz durch, ehe ich meine Hand ein wenig anhebe und sie ihr entgegenstrecke. Sie zuckt kurz zusammen, bevor ich ihr Gesicht fast berühre und schließt dann plötzlich ängstlich die Augen. Ich lasse sie nicht los und fahre mit meinem Zeigefinger vorsichtig und sanft über ihre Wange, um ihr das Blut aus dem Gesicht zu waschen. Als ich ihre Verletzung berühre, öffnet sie ganz langsam die Augen, doch verharrt sie in ihrer ängstlichen Haltung. Erst als ich meine Hand zurückziehe und sie sieht, dass ich ihr Blut an meinem Finger habe, entspannt sie sich wieder und lässt mich schließlich los. Ich löse mich von ihrem Blick und starre das Blut an meinem Finger an. Ich kämpfe dagegen an, es mir nicht einfach in den Mund zu schieben, ihr köstliches Blut in meinem Mund zu spüren. Ich kann riechen, wie köstlich es ist und wenn ich einmal davon gekostet habe, kann ich mich nicht mehr zurückhalten.

»James…ich…«, flüstert sie verlegen und starrt mich dabei prüfend an. Ihre Stimme ist dabei so sanft, dass der Satz nur kaum hörbar aus ihrem Mund herauskommt. »Was sind sie? «

Ihr Blick ist durchdringend, sie dreht ihren Kopf dabei als wäre ich ein wildes Tier, dass sie beobachtet. Es scheint, sie will es wirklich wissen, doch würde ein Mensch nie verstehen, was wir sind oder zu was wir im Stande sind.

Wärend ich meinen Arm langsam fallen lassen, sieht sie ihm verwirrt nach.

»Was ich bin, ist erst einmal unwichtig, ich will, dass sie meinen Freunden helfen! «

Als hätte ich sie mit meinem Satz aus einer Trance geholt, kommt sie plötzlich wieder zu sich und entfernt sich rasch von mir. Schnell nimmt sie ihr Klemmbrett wieder in die Hand und auch den Stift, der oben schon ganz abgebissen ist. Ich kann mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen, bevor sie erneut ihre Lampe aus ihrer Kitteltasche nimmt und zu L ans Bett geht. Sie öffnet sein linkes Augenlid und leuchtet hinein. »Er müsste auch bald aufwachen, es kann nicht mehr lange dauern. «

Ich drehe mich um und gehe zurück zu meinem Bett.

»Was ist mit dem Mädchen passiert? «, fragt sie mich plötzlich so beiläufig, als wäre dies eine ganz normale Frage.

Ich setze mich wieder auf den Bettrand. »Ich weiß nicht was mit ihr passiert ist, doch sie sieht schlimm aus oder? «

Sie entfernt sich wieder von L und leuchtet jetzt Will in die Augen. »Sie waren nicht zusammen? «

»Wir haben gegen ein paar Leute gekämpft, doch bevor ich einen Schlag machen konnte, wurde ich vergiftet, so wie es scheint. «

Sie holt eine neue Nadel aus der Tasche und legt Will auf der anderen Seite des Arms einen Zugang. »War das Mädchen bei ihnen? «

Ich sehe ihr dabei zu, wie sie die Nadel in seinen Arm steckt und schlucke schwer, denn langsam bekomme ich Durst.

»Will, der Mann der vor ihnen liegt, hat sie weggeschickt, damit ihr nichts passiert «, flüstere ich.

Als sie fertig ist, dreht sie sich langsam zu mir um. »Das, naja, das hat wohl nicht geklappt. «

Ich sehe sie fragend an, kann mir nicht erklären, warum sie hier ist. »Warum sind sie hier? Ich meine, sie werden einiges gesehen haben, wenn sie mit Anna unterwegs waren? «

Sie schaut auf den Boden, wippt mit dem Fuß hin und her, bevor sie spricht. »Sie war bei mir im Krankenhaus und als ich sie sah, habe ich mich sofort an sie erinnert. Sie sah schrecklich aus. Sie spürt den Schmerz selber gar nicht, sie ist immer noch so unter Adrenalin, dass sie nur an die anderen gedacht hat und nicht an sich selbst. Ich habe ihr das letzte Mal schon geholfen, weil ich denke, dass dieses Mädchen etwas ganz Besonderes ist. « Sie legt das Brett zur Seite. »Was auch immer passiert ist, sie müssen es mir ja nicht erzählen aber für so ein Mädchen, ist das nichts wo sie sie reinziehen! «

Sie hat Recht, das ist für niemanden etwas. »Das, tja das hat sie sich leider ausgesucht und will es auch so und sie haben sie erlebt, meinen Sie wirklich man kann Anna sagen was sie machen soll? «

Sie schenkt mir ein wissendes lächeln und kommt dann langsam auf mich zu. Vor meinem Bett bleibt sie stehen.

»Das ist der Grund, warum ich hier bin. « Ich sehe sie einen Moment fragend an, doch sie schweigt.

»Was meinen Sie damit? «

»Nun ja, sie hat alles dafür getan sie und ihre Freunde zu retten. Sie hätte mich auch entführt, dessen bin ich mir sicher aber ich will herausfinden, was sie sind und was sie so… « Sie beendet ihren Satz nicht und ich sehe sie erneut fragend an.

»Was mich so? «

»Was sie so faszinierend macht. «

 

 

 

 

 

Anna…

 

 

Als ich das Bad betrete, schließe ich die Tür hinter mir und ziehe meine Klamotten aus. Da das Bad an sich eigentlich immer gleich aufgebtaut ist, gehe ich auf den Schrank zu, der sich immer an der gleichen Stelle in der Wand versteckt und öffne die Tür. Wie immer ist für alles gesorgt, sodass ich mir frische Klamotten herausnehmen kann. Ich lege sie auf das Waschbecken und schaue das erste Mal, seid der Villa in den Spiegel.

»Oh Gott «, keuche ich, als ich sehe, wie mein Gesicht aussieht. Ich habe am rechten Auge ein Pfeilchen und meine Lippe ist blutig. Dass ich das nicht gemerkt habe? Erst jetzt, wo ich mich sehe, fällt der ganze Druck von meinem Körper. Ich merke, wie er immer schwerer wird, mich fast zu Boden reißt, doch ich schließe die Augen und atme erst einmal tief durch. Ich trete einen Schritt zurück und öffne dann die Dusche.

Das heiße Wasser rinnt über meinen Körper und quält mich an den Stellen, wo ich mich verletzt habe oder verletzt worden bin. Ich lehne meinen Kopf an die Fliesen und erinnere mich an den Kampf mit Selina zurück. Ihr Blick, der war so wütend und kalt, dass er mir immer wieder, wie ein Kinofilm vor meinem geistigen Auge abläuft, doch ist das auch gut so, denn das erinnert mich daran, dass sie längst nicht mehr meine Freundin war. Sie ist mittlerweile zu einem Monster geworden und hätte mich getötet, hätte ich es nicht bei ihr getan.

 

Ich trete aus der Dusche heraus, trockne mich ab und ziehe dann meine frischen Klamotten an. Mein Gesicht schmerzt noch genau so sehr wie vorher, weshalb ich beschließe, zurück zu Ärztin zu gehen. Abgesehen davon, will ich wissen, wie der Stand der Dinge ist. Rasch renne ich die Treppe hinauf und öffne die Tür und trete schließlich ein. Ich sehe Torell fragend an, als ich sehe, dass es ihm besser geht und er sich gerade mit der Ärztin, die ebenfalls locker auf seinem Bett sitzt, munter unterhält. Er wirkt fröhlich, nicht so angestrengt wie sonst, erzählt ihr etwas und beschreibt es mit seinen Händen. Worüber sie sich wohl unterhalten? Ich komme mir vor, wie ein Eindringling, weshalb ich mich erst einmal räuspere.

»Entschuldigung? «, flüstere ich, obwohl es sich eher wie eine Frage anhört. Schnell dreht die Ärztin sich um und steht dann auf. Rasch hebe ich die Hand. »Ist schon in Ordnung, ich wollte nur fragen, ob sie sich mein Gesicht ansehen könnten. «

»Klar, setz dich doch da auf den Stuhl «, sagt sie freundlich und holt daraufhin ein paar Utensilien aus einer Schublade.

Wärend ich mich hinsetze und auf sie warte, sehe ich Torell fragend an, doch statt mir zu antworten oder meinen Blick zu erwidern, lehnt er sich lediglich zurück und schließt die Augen.

Als die Ärztin alles zusammen hat, was sie für meine Behandlung braucht, legt sie die Sachen auf ein silbernes Tablet direkt neben mich.

»Das könnte gleich ein wenig weh tun «, flüstert sie und es klingt Mitleid mit in ihrer Stimme.

»Ist schon gut «, versichere ich ihr und schaue auf meine Hände. Jetzt, da das ganze Blut weg ist, kann ich erst das ganze Ausmaß meiner Verletzungen feststellen. Mit einem Zangenähnlichen Ding und einem Watte patt oben drauf, nähert sie sich meinem Gesicht. Vorsichtig drückt sie es mir auf meine Lippe. Es fühlt sich seltsam kalt an aber mehr auch nicht, worauf hin sie stockt und mich verwirrt ansieht.

»Was? «, frage ich sie unbeeindruckt und zucke mit dem Schultern. Für einen Moment verharrt sie in ihrer Position, doch macht sie dann weiter, ohne erneut zu fragen.

Als sie fertig ist, entfernt sie sich von mir und bückt sich zu dem kleinen Kühlschrank, der sich in der Mitte der Theke befindet.

»Ihr seid hier so gut ausgestattet, hier sind bestimmt auch … «, sagt sie, doch dann ist nur noch ein Nuscheln zu verstehen, weil sie sich in den Kühlschrank hängt.

»Kann ich ihnen helfen? «

»Da haben wir‘s! «, sagt sie stolz und holt ein Kühl pad aus der hintersten Ecke des Kühlschrankes. Rasch steht sie auf und hält es mir hin. Zögernd nehme ich es an und lege es mir schließlich auf mein Pfeilchen.

Ohne mich zu verabschieden stehe ich auf und verlasse den Raum.

 

 

 

Torell….

 

Ohne ein weiteres Wort verlässt Anna das Zimmer. Die Ärztin sieht ihr nach, doch lässt sie sie ziehen.

»Das bringt nichts «, flüstere ich und setze mich wieder auf die Bettkante.

»Wenn sie nicht bald darüber spricht, wird es sie auffressen. « Ihr blick wird plötzlich weich, als würde ihr wirklich was an ihr liegen.

»Sie mögen sie oder? «

Erst schaut sie zu Boden dann kommt sie auf mich zu. »Schon, ja aber… «

»Muss ich ihnen jedes Wort aus der Nase ziehen? «

Sie setzt sich neben mich auf die Bettkante.

»Ich sage ihnen, sie verheimlicht etwas und das belastet sie so sehr, dass es sie fast auffrisst. «

»Anna hat schon so einiges überstanden und was sollte sie verheimlichen? «, winke ich ab.

Sie dreht ihren Kopf ganz langsam in meine Richtung. »Ich habe die Rückseite der Nachricht gelesen, die Jemand für sie hinterlassen hat. «

»Eine Nachricht? «

Sie flüstert jetzt nur noch. »Ja, Jemand hat ihr aufgeschrieben, dass wir hierherkommen sollen und auf der Rückseite des Zettels da stand etwas geschrieben. «

 

 

Ich öffne leise die Tür des Vans und hänge mich vorsichtig über den Sitz. Mit meinen Händen suche ich den Boden ab, doch ist nichts zu sehen, was auf einen Zettel hindeutet. Ich öffne auch die hintere Tür des Vans, vielleicht liegt er im Kofferraum, doch dort finde ich auch nach langem Suchen nichts.

»Scheiße! «, fluche ich leise.

Da ich ohne Schuhe hier draußen bin, achte ich auf meine Füße, bevor ich dann die Beifahrertür erneut erreiche. Ich öffne sie noch einmal und schaue mich genauer um. Mit meinen Händen greife ich schließlich unter den Sitz, als ich es plötzlich fühle. Ich ziehe das Stück Papier nach vorne heraus und lese es.

 

 

» „…Wenn du Nr. 22 erreicht hast mache 40 kleine Schritt von ihr aus nach rechts. Dir wird auffallen, dass der Wald bald beginnt.“ « Lese ich zuletzt und drehe dann den Zettel um. Auf den ersten Blick ist nichts zu sehen, doch dann drehe ich das Blatt etwas nach rechts und sehe, dass dort unten in der Ecke doch etwas geschrieben steht.

»Sorg dafür, dass es sie es nicht herausfinden! Wir führen Krieg und das schon sehr lange gegen sie. « Steht dort ganz klein geschrieben. Ich lasse mir den Satz ein paar Mal durch den Kopf gehen, doch kann ich mir keinen Reim daraus machen.

»…Wir führen Krieg gegen sie? «, flüstere ich nachdenklich. Was könnte Brisk damit meinen? Ich erkenne seine Handschrift sofort.

Ich weiß nur, dass Anna ein Geheimnis vor uns hat und es wahrscheinlich nicht so leicht preisgeben wird.

Wütend zerknülle ich den Zettel und schmeiße ihn wieder ins Auto, bevor ich die Tür des Vans mit voller Wucht zu schmeiße.

 

Ich schiebe die Eingangstür zur Seite und trete ein. Ich öffne jede Tür in diesem Haus, um sie zu finden, doch sie ist nicht auffindbar. Wütend renne ich durchs ganze Haus, sie muss mir erklären, was es damit auf sich hat und das schnell.

»Anna! «, brülle ich so laut ich kann und komme zurück zu dem großen Zimmer mit den großen Fenstern, als ich sie plötzlich dasitzen sehe. Ich öffne die hintere Schiebetür und trete wütend heraus.

»Anna, ich muss dringend mit dir… «, brülle ich sie an, als sie sich plötzlich umdreht. Sie sitzt an einem Hang, hat die Arme um ihre Beine geschlungen. Ihr Blick ist so traurig, wie ich es noch nie gesehen habe. Sie weint bitterlich.

»Tor «, schluchzt sie so herzzerreißend, dass ich mich zu ihr absinke und es mir einen Schlag in die Magengrube versetzt. Ich nehme sie sofort in den Arm und streichle ihren Kopf. Ihr Weinen wird plötzlich stärker und sie schlingt ihre Arme so fest um mich, dass ich Angst habe zu ersticken. »Es wird alles gut, erzähl mir was los ist! «, flüstere ich und kann mir ebenfalls meine Tränen nicht zurückhalten. Ich spüre, dass sie am Ende ist, sie weiß nicht wohin mit sich.

»Beruhige dich! «, flüstere ich, als sie nicht aufhören will zu weinen. Ihr ganzer Körper zittert, und ihr Weinen wird immer mehr zum Schrei.

 

Es dauert eine Weile, ehe sie sich etwas beruhigt hat, doch ich lasse sie nicht los.

»Sag mir was geschehen ist, Anna. Wir werden dich niemals verlassen! Hörst du? Niemals! «

Mit einer Hand wiche ich mir meinen Tränen aus dem Gesicht und schiebe sie ein wenig von mir weg, um ihr ins Gesicht schaue zu können. Sie schämt sich sichtlich, will mir keine Antwort geben.

»Anna bitte! Sag mir was passiert ist! «, dränge ich sie erneut.

Sie sieht mir jetzt genau in die Augen, ehe sie spricht. »Ich…Ich kann es dir nicht sagen, danach hasst du mich! «, schluchzt sie und versucht sich von mir los zu reißen. Ich bekomme gerade noch ihren Arm zu fassen, als sie aufsteht und weglaufen will.

»Anna, ich bitte dich, sag es mir. Nichts was passiert ist wird was daran ändern, dass wir dich alle lieben! «

Als ich die Worte ausgesprochen habe, bleibt sie abrupt stehen und starrt mich an. Ihr Blick hat sich schlagartig verändert. Plötzlich ist sie wütend. »Ihr werdet mich alle hassen, denn ich hasse mich selbst dafür am meisten! «, brüllt sie, doch ihre Stimme versagt plötzlich.

Ich trete ein Stück näher an sie heran und hebe meine Hand. »Was ist passiert, Anna! «

Langsam werde auch ich wieder wütend.

Sie ballt beide Hände zu Fäusten, als ihr Blick wieder sanft wird. Die Tränen rinnen nur so an ihren Wangen herunter.

»Ich…Raven…sie ist…du darfst es Will nicht erzählen, Tor! Bitte, bitte sag es ihm nicht! «, stottert sie wärend sie wieder anfängt zu schluchzen.

Ich trete näher an sie heran und sie lässt es zu, dass ich sie in den Arm nehme.

»Er wird mich hassen, ich weiß es, aber ich kann nicht mehr, Tor. Raven…sie ist…sie ist…meine Schwester. Ich bin ein Mitglied des Dent-Clans.« In ihrer Stimme schwingt Wut und gleichzeitig Ekel mit.

Ihre Worte treffen mich wie eine gewaltige Faust ins Gesicht, ich schlucke schwer, um das Gesagte zu verdauen, doch es fällt mir schwer, denn an alles was ich denken kann, sind die Ausmaße, die das ganze hier nehmen wird und wie das unser aller Leben verändern wird.

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