Blood Hunter Kapitel 48

Anna…

 

Wir nehmen jeweils immer zwei Stufen, um die Treppe hinaufzulaufen, doch ist das Ende der Treppe wegen des Rauchs nicht mehr zu sehen. Ally folgt mir dich, jetzt ziehe ich sie am Arm hinter mir her. In der rechten Hand halte ich meine Waffe in die Höhe, mit der anderen halte ich sie ganz nah bei mir, als mich plötzlich erneut Erinnerungen durchströmen.

 

»Wie kann er es wagen? «, fragt die kleine Raven unsere Mutter. Sie regte sich wieder einmal darüber auf, dass der noch junge William Hunt sie schon wieder hat abblitzen lassen. Sie wollte ihm auf der Treppe, in sein Apartment, folgen, doch hatte er ihr klargemacht, dass sie dort nichts zu suchen hatte. Er war schon immer ein Eigenbrötler, doch so einen, wie ihn, hatte selbst ich noch nicht gesehen. Immer wieder, wenn Raven mit unserer Mutter vom Hunt-Clan zurückkam, war sie niedergeschlagen, sie wollte den Clan am liebsten in ihrem kindlichen Leichtsinn vernichten.

Meine Mutter war da anders, sie war eiskalt, klar, das war sie schon immer, doch war sie stets diplomatisch. Sie wollte stets eine friedliche Lösung, auch wenn sie darauf bedacht war, irgendwann in ihrem Leben, alle Clans zu beherrschen. In dieser Hinsicht waren meine Mutter und Raven gleich, sie wollten Macht, doch war es für meine Mutter kein zwingendes Übel, noch eine Weile darauf zu warten. Sie wusste, sie hat Zeit. Irgendwann würden die Clans untereinander anfangen sich zu bekriegen, sie würden sich vernichten und dann würde ihre Stunde schlagen. Sie würde in der schlimmsten Stunde auftauchen und ihr Vorhaben durchsetzen.

Mit ihren langen schwarzen Haaren saß sie da, fast menschlich und erklärte Raven, wieso sie ihrem Zwang, den Clan zu vernichten, nicht nachkommen würde. Erst einmal, wäre unsere Mutter die Königin und es würde eine sehr lange Zeit bis dahin sein, bis sie ihren Thron verlassen würde.

Mit mir, sprach sie lediglich, wenn sie musste. Ich war das erste Kind, doch hatte ich in ihren Augen versagt. Den ganze Plan, dass es alles noch so lang hin war, dass sie warten musste, war meine Schuld. Als ich geboren wurde, war ich blond. Eine Seltenheit unter Vampiren, was bedeutete ich muss das Blonde Gift in mir Tragen, doch mein Blut war nicht rein. Aus irgendeinem Grund hatte mein Blut nicht die versprochenen Kräfte, die es normalerweise zeigen würde. Hätte es diese gehabt, wäre es ein leichtes gewesen alle anderen auszulöschen. Die anfängliche Euphorie darüber lies schnell nach und meine Mutter ließ mich spüren, dass ich nicht mehr ihr Sohn war. Irgendwann, wurde es vergessen und auch nicht mehr angesprochen. Ich war einfach da, musste mir alles andere selbst beibringen und lernte, dass sich Vampire besser kontrollieren ließen, ging man an die Sache diplomatisch ran.

»Jetzt trink, mein Kind! «, sagte meine Mutter und reichte ihr ein randvolles Glas Blut. Raven trank es aus, als würde es kein Morgen mehr geben. Ich wiederum nahm mir mein eigenes Glas und schenkte mir selber ein.

»Ich werde eines Tages dafür sorgen, dass William Hunt mich heiraten muss, das verspreche ich «, sagte sie euphorisch und hob ihr Glas. Ich prostete ihr zu, sie war meine Schwester auch wenn ich nicht immer mit ihr einer Meinung war, war sie die einzige, die mich so behandelte, wie es angemessen war.

 

Ich bleibe nicht stehen, wärend die Erinnerungen, wie eine Kinoleinwand, an meinem inneren Auge vorbeiläuft.

Kurz bleibe ich stehen, als wir den Treppenansatz erreichen und atme ein paar Mal tief durch.

»Was ist los Anna? «, fragt Ally mich und stellt sich dann vor mich. Ich lasse mich an der Wand etwas herabgleiten und bin erst einmal völlig überwältigt, von dem, was ich gesehen habe. Auch das schlechte Gewissen kommt sofort zurück. Dieser Vampir, der eigentlich gut war, ich habe ihn getötet ohne mit der Wimper zu zucken. Ich lasse mich ein wenig nach vorne sinken und stütze mich mit meinen Armen auf meinen Beinen ab. Rasch lasse ich die Maske einfahren und drehe mich zur Seite, um mich zu übergeben. Es ist, als würde ich die Schuld aus meinem Körper lassen, doch ist danach immer noch keine Linderung zu spüren. Langsam sollte es für mich ein Leichtes sein, warum sollte es mich jucken, doch dieser Vampir, mit diesen Erinnerungen treibt mich in den Wahnsinn. Ich kann mich nicht damit rausreden, dass ich nicht wusste, was ich tat, nein ich wusste was ich tat, feuerte den Ur-Vampir in mir an es zu tun. Er hörte komischerweise auf mich, er wollte gerne weiterspielen, doch ich brachte ihn dazu es zu tun. Als Will dann plötzlich auftauchte, war ich für einen kleinen Augenblick Herr über ihn. Ich konnte ihn steuern, doch dann ließ ich ihn wieder an die Oberfläche. Ich ließ zu, dass dieser Mann getötet wurde und habe nichts unternommen. Das macht mich zur Mörderin.

Ich übergebe mich ein zweites Mal und gehe dabei in die Knie.

»Anna, jetzt reiß dich zusammen! «, flüstert Ally und hält mich an der Schulter fest.

»Ich kann das nicht, ich bin schwach «, keuche ich wärend ich mich erneut übergebe und mir dabei die Tränen kommen.

Sie kommt zu mir herunter, hat augenscheinlich kein Problem damit, dass ich mir die Seele aus dem Leib kotze und dreht meinen Kopf in ihre Richtung. Schnell lässt sie ihren Rucksack zur Seite fallen und holt ein Handtuch heraus.

Sie wischt mir den Mund damit ab und ich kann nicht aufhören sie verwirrt anzustarren. Wieso kann sie mich immer noch ansehen?

»Anna, das ist ganz normal, dass du seine Erinnerungen siehst, das war am Anfang für mich auch schlimm aber du musst dich jetzt zusammenreißen, sonst schaffen wir das nicht! «

Ich schaue sie entgeistert an, will mich am liebsten verstecken. » Ich bin ein Monster, Ally. Wie kann Will mich lieben? «

Als ich den Satz ausgesprochen habe, holt sie plötzlich mit ihren rechten Hand aus und haut mir damit voll ins Gesicht.

Ich fasse mir an meiner Hand an meine glühende Wange, doch sage ich nichts.

»Wir sind alle Monster, Anna. Wenn ich dir erzählen würde, wie viele Menschen und Vampire ich getötet habe, würdest du mich nicht mehr so ansehen, wie du es tust, also steh jetzt auf, wir müssen das scheiß Medaillon holen! «, sagt sie schroff und hebt mich am Arm hoch, als wäre ich eine Fliege. Ich starre sie immer noch verwirrt an, doch fühle ich mich seltsam befreit, als wäre meine Sicht wieder rein. »Danke «, flüstere ich lediglich und setze mich dann mit ihr wieder in Bewegung.

 

 

 

Will…

 

Die zwei Vampire, die an der hintersten Tür standen sind schnell beseitigt, also treten wir ein. Mit höchster Konzentration schleichen wir den Gang entlang, immer auf der Hut. Ich folge Torell und L dicht, als wir die erste Tür links von uns erreichen. Tor öffnet sie abermals mit einem kräftigen Ruck und L und ich gehen sofort rein. Niemand ist zu sehen, so wie ich es mir dachte. Rasch treten wir wieder heraus und schleichen den Flur entlang zur hintersten Tür. Tor fragt mich per Handzeichen, warum wir nicht erst die rechte Tür nehmen, doch ich weiß irgendwie, dass sie da drin sind. Irgendwie kann ich Raven spüren. Als der Rauch bereits durch die große Tür hinter uns kommt, sage ich per Handzeichen, dass wir uns beeilen sollten.

Wir schleichen ein wenig schneller zur hinteren Tür und als wir sie erreichen, legt Tor sein Ohr auf die Sie.

Nach ein paar Sekunden sieht er mich an. Sein Handzeichen bedeutet, dass nichts zu hören ist, also nicke ich ihm zu. L und Tor erheben ihre Waffen, ich drehe am Tür Knauf und reiße sie mit einem Ruck abermals auf. Schnell treten wir ein, der Raum ist normal beleuchtet, doch ist niemand zu sehen. Wir drehen uns im Kreis, die Waffe bereit zum Feuern, doch es scheint niemand hier zu sein.

Als wir uns sicher sind, dass niemand da ist, senke ich meine Waffe ab. »Fuck, scheiße, verdammte «, brülle ich und trete den roten samt Sessel um, der vor mir steht.

»Wir finden sie «, sagt Tor und dreht sich zu mir um. Ich drehe mich ebenfalls in seine Richtung, als er plötzlich seine Augen aufreißt und noch blasser ist, als er vorher schon war. Keuchend geht er plötzlich auf die Knie, fasst sich in den Nacken und zieht ein kleines viereckiges Teil aus seiner Haut.

»Tor, was ist los? «, frage ich ihn irritiert und knie mich vor ihn. Er kippt plötzlich vorn über in meine Arme.

»L, komm schnell her irgendwas ist mit… «, sage ich hastig und drehe mich zu ihm um, als er plötzlich ebenfalls einfach umkippt. »Was zur Hölle «, brülle ich irritiert, als plötzlich die Tür zum Badezimmer aufgeht.

»Hast du mich vermisst mein Schatz? «, fragt eine vertraute Stimme. Arrogant kommt sie herein stolziert.

»zwei von dreien schon einmal ausgeschaltet. Da fehlt nur noch einer. «

 

 

 

Anna…   

 

Ich öffne die Tür zum Apartment, die komischerweise nicht abgeschlossen ist, doch ich denke mir nichts dabei und trete ein. »Weißt du wo es ist? Ich war hier noch nie «, ertönt es auf meinem Ohr. Ich überhole sie und schleiche den Flur entlang zur rechten Tür. »Wir müssen hier rein. «

Bevor ich den Tür Knauf drehe, hält sie meinen Arm fest. »Sei vorsichtig! « 

Ich nicke ihr zu und lasse die Tür dann leicht aufschwingen, doch trete ich noch nicht ein. Erst als sie leicht gegen die Wand knallt setze ich mit erhobener Waffe einen Fuß in den Raum. »Niemand da. «

Ally nickt mir zu und tritt ebenfalls ein. Ich lasse meine Waffe sinken und renne direkt auf den Kamin zu. Ich schubse die Sessel auf Seite, als sie mir im Weg sind und bahne mir so meinen Weg. Als ich ihn erreicht habe, stelle ich mich auf Zehnspitzen und hebe das Bild ein wenig an. Da ich nichts sehe, muss ich blind in das Loch greifen. Eine Weile suche ich mit meiner Hand den Boden ab, doch ich kann nichts erfühlen.

»Da ist nichts. «

»Da muss was sein, er hat uns extra hierhergeschickt! «, sagt Ally genervt und kommt zu mir. Sie hebt einen der Sessel auf und stellt ihn neben mich. »Versuch es damit! «

Ich ziehe mir den Sessel zu recht und steige auf ihn drauf. Erst jetzt kann ich sehen, was dort alles drin liegt. Ich war wohl einfach zu klein, um an alles dran zu kommen. Als plötzlich etwas hinter uns umfällt zucke ich kurz zusammen und zieh meine Waffe, um mich um zu drehen. Ally tut es mir gleich, doch niemand ist zu sehen.

Mein Atem geht plötzlich schnell, ich habe mich echt erschrocken.

»Such weiter! «

Ich tue, was sie sagt und stecke beide Hände in die Wand. Ich räume ein paar Bilder zur Seite und ein paar persönliche Sachen, von denen ich nicht weiß, ob Will froh wäre, wenn ich sie mitnehme. Doch er sagte ja, dass ihm nichts so wichtig ist, wie das Medaillon also suche ich weiter.

»Ally, es ist nicht hier drin, ich habe alles durchsucht. «

Sie dreht sich wieder zu mir um. »Wenn er sagt, dass es da ist, muss es da sein! «

»Willst du mal nachsehen? «, frage ich sie und trete von dem Sessel herunter. Schnell steigt sie auf ihm herauf und steckt ebenfalls ihre Hände in das Loch der Wand. Nach einer Weile sieht sie mich an. »Es ist wirklich nicht da, was machen wir jetzt? «

»Meinst du er hat uns nur weg schicken wollen? «, sag ich misstrauisch.

Sie steigt von dem Sessel herunter und sieht mich an. »Dann lass uns zurückgehen! «

Ich halte sie am Arm fest, als sie an mir vorbeigehen will. »Was ist, wenn es hier ist, nur nicht dort? «

»Anna, wir können darauf jetzt keine Rücksicht nehmen, wir müssen zurück! «, sagt sie, als sie plötzlich ihre Augen aufreißt. »Was ist los? «, frage ich, doch sie fällt plötzlich nach vorne hin in meine Arme. »Ally? Was ist los? «, frage ich hastig, doch sie verliert plötzlich sämtliche Farbe. »Ally? Ally? «, brülle ich sie an, wärend ich sie langsam auf den Boden lege. Ich suche ihren Körper sofort nach Verletzungen ab, doch es sind keine zu sehen. Oh Gott, was soll ich jetzt nur tun?

»Ally, steht auf! «, brülle ich sie an, doch sie atmet nicht mehr. Ich schlage ihr mit meinen Händen ins Gesicht, so wie ich es aus Filmen kenne, doch sie rührt sich nicht. Sie sieht aus, als wäre sie tot.

»Hey A.J. «, ertönt es plötzlich und es könnte nicht schlimmer kommen.

 

 

 

Will…

 

Sofort stehe ich auf und blecke meine Zähne. Ich ziehe meine Messer aus meinen Halftern und gehe langsam auf sie zu. So wütend, wie jetzt, war ich noch nie. Ich denke schon daran, wie ihr Blut schmeckt, wenn ich sie in der Mitte langsam und qualvoll auseinanderreiße.  »ich werde dich vernichten! «, brülle ich wärend ich mit meiner rechten Hand aushole und auf sie losgehen will.

»Wenn du mich umbringst, stirbt dein Vater! «, brüllt sie mir entgegen und ich stoppe für einen Moment, denn ich weiß nicht, ob sie ihn wirklich hat. Ich bleibe vor ihr stehen und starre sie wütend an. »Was willst du von mir? «

Sie wendet sich ein wenig von mir ab und lacht dann höhnisch. »Von dir? Nichts. «

Mein Atem geht schnell, ich kann mich nicht mehr lange zurückhalten, doch ich weiß, was sie will.

»Adam hat sie getötet! «, lüge ich und lasse meine Messer etwas absinken. »Dein Bruder, er hat sie getötet und danach habe ich ihn in Fetzen gerissen, ohne mit der Wimper zu zucken. « 

 

 

 

 

Anna…

 

»Hast du…hast du sie getötet? «, frage ich schmerzvoll und kann meine Tränen nicht mehr zurückhalten.

Sie antwortet mir nicht, kommt lediglich arrogant aus dem Badezimmer auf mich zu.

»Ich habe dich was gefragt du Schlampe! «, brülle ich sie an, blecke meine Zähne und kann mich nicht mehr beherrschen. Ich stehe vom Boden auf und bin zu allem bereit. Als ich die Worte ausgesprochen habe, schwingt ein tiefes Knurren mit in meiner Stimme und sie bleibt für einen kurzen Moment stehen.

»Ich werde dich in Stücke reißen, so wie ich es schon längst hätte tun sollen du mieses kleines Stück Scheiße! «

Jetzt lacht sie nicht mehr, ihr Blick wird plötzlich ebenfalls ernst. Sie fährt ihre Klauen aus und starrt mich an.

»Find’s doch selbst heraus, ich werde es dir nicht sagen! «, sagt sie provokant und lässt mich dabei nicht aus den Augen.

Mein Atem geht plötzlich schneller, ich hoffe, dass es hier zum Äußersten kommt, denn ich habe plötzlich Lust, sie in winzig kleine Stücke zu reißen. Wenn sie sie wirklich getötet hat, dann werde ich sie quälen.

Ich atme noch einmal tief ein, ehe ich mich zu einem Sprung bereitmache. Sie macht sich ebenfalls bereit, und ich springe los. Als ich sie erreiche, verschränkt sie ihre Arme vor dem Gesicht, doch ich haue nur mit einer Faust in die obere Gegend, mit der anderen Faust, treffe ich sie direkt in den Magen. Sofort keucht sie auf und taumelt ein wenig zurück.

»Du hast das alles hier nicht verdient, du bist nur ein dummes kleines Mädchen «, sagt sie wärend sie mit ihrer Faust ausholt und versucht mich damit im Gesicht zu treffen, doch ich weiche aus und schwinge mich einmal um sie herum. Ich packe sie mir an beiden Armen und ziehe sie nach hinten. Mit meinem Fuß trete ich ihre Wirbelsäule durch, als sie vor Schmerzen anfängt zu schreien. Ich lasse sie nicht los, die Angst und all die Trauer treibt mich an, ich steigere es jetzt bis zum Äußersten.

»Du hast Recht, ich habe das alles nicht verdient, das hat niemand aber ich bin trotzdem mehr, als du je sein wirst! «, keuche ich wärend ich an ihren Armen ziehe.

Sie reißt ihre Augen auf vor Schmerz. »A.J. ich … Will wird gerade von Raven vernichtet «, keucht sie plötzlich.

Ich lasse sie ein wenig ab. »Was hast du gerade gesagt? «

Sie schreit mich jetzt schon fast an. »Deinen geliebten Will, den du nicht verdient hast, Raven wird mich rächen. «, ihr Blick wird plötzlich wieder höhnisch und ich ziehe wieder fester an ihr.

»Du lügst doch! «, brülle ich sie an, doch überlege ich, ob sie das tatsächlich tut. War das vielleicht der Grund, warum er mich wegschickte? Hat er gewusst, was passieren wird? Wollte er, dass ich in Sicherheit bin?

Ich lasse sie plötzlich los und gehe auf die Knie. Sie fällt nach vorne über, krabbelt zur Seite und ich überlege, was das heißen mag. Ich muss eigentlich bei ihm sein, was mache ich hier eigentlich? Hat er wirklich gedacht, dass so ein dämliches Medaillon wichtiger ist als er?

»Achja, das was du suchst, ist das hier «, sie hält plötzlich eine kleine silberne kette in der Hand und wedelt damit herum. »Da Raven ihn töten wird, ist es vielleicht besser, wenn du damit stirbst! « Sie wirft es mir entgegen und ich fange es. Das ist es also. Das ist das Medaillon, dass uns beide töten wird, dass Ally getötet hat. Noch ehe ich den Gedanken zu Ende bringen kann, sitzt sie auf meinem Brustkorb und prügelt auf mich ein und ich bin nicht in der Lage mich zu wehren.

 

Immer wieder prügelt sie mit ihren Fäusten auf mich ein. Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele Schläge es waren, doch lässt der Schmerz langsam nach. Sie ist schon ganz verschwitzt vom Schlagen und keucht vor jedem weiteren, doch ich grinse sie immer noch höhnisch an. Ich habe inzwischen mehr als einmal gelernt, mit Schmerzen umzugehen. So leicht lasse ich mich nicht unterkriegen.

»Hast du schon genug? «, frage ich schmerzerfüllt und spucke das Blut aus meinem Mund, auf den Boden neben mir.

Mit einer Hand hält Selina mich fest am Boden, hockt auf mir und kann sich kaum noch zügeln, mich nicht endlich umzubringen. Ihre Frisur klebt ihr wild an der Stirn, längst hat sie die Kontrolle über sich verloren, doch ist sie noch nicht bereit, es zuzugeben. Immer wieder schaut sie mir tief in die Augen, wärend sie mir eine Faust nach der nächsten verpasst, doch an alles, was ich denken kann, ist die totdreinblickende Ally auf der anderen Seite des Zimmers und Will. Das Zimmer, wo ich die schönsten Stunden seit langem mal wiederhatte. Das Zimmer, dass mich und Will wieder näherbrachte, als wir es je waren. Ich umklammere das Medaillon, das Will so viel bedeutet, mit meiner Hand so fest ich kann und beschließe, dass es nun langsam reicht. Selina hat ihre Rache bekommen, sie ist völlig außer Atem, doch scheint sie noch lange kein Ende zu finden.

Als sie für einen erneuten Schlag den Arm erhebt und mir dabei tief in die Augen sieht, packe ich sie an den Rippen und fahre meine Klauen aus. Mit einem festen Ruck habe ich sie zur Seite geschubst und mich mit ihr umgedreht. Jetzt sitze ich auf ihrem Körper. Die Drehung ging so schnell, dass sie es noch gar nicht fassen kann, dass sie jetzt unten liegt, das sehe ich an ihren Augen. Sie versucht weiter auf mich einzuprügeln, doch fällt es ihr schwer, nachdem ich ihr meine Klauen direkt und mit voller Wucht in die Brust gerammt habe. Ohne zu zucken habe ich sie durchbohrt. Plötzlich ist sie die Jenige, die Blut spuckt und nach einer Weile, hört ihr Herz endlich auf zu schlagen.

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