Blood Hunter Kapitel 45

Anna…

 

»Anna «, ertönt seine Stimme wütend, als ich den Trupp erreiche. Ich drehe mich nicht um, wir können jetzt nicht über mich reden. »Das kann warten, Will! «

Einen Moment sagt niemand etwas, sie schauen mich lediglich fragend an. Ich blicke auf meine Handflächen. »Wir müssen die anderen retten, Will. Wir haben jetzt keine Zeit über mich zu reden! «

Wir können nicht darüber reden, denn müsste ich mich selbst dem stellen, was ich gerade erfahren habe. Wenn ich so darüber nachdenke, wird es nicht besser, es wird schlechter. Die Worte, die Adam mir an den Kopf warf, im Keller der Villa, sie passen plötzlich – danke dieser einen beschissenen Information – zusammen und das macht mir eine wahnsinnige Angst. Das hier, diese Leute, sind meine Familie, egal wie das hier ausgehen sollte. Nichts würde was daran ändern.

Als Will mich plötzlich am Arm umdreht, schlage ich seine Hand weg.

»Was hast du gesehen? «, fragt er mitfühlend. Sein Blick ist so weich, wie er es in unserer schönsten Zeit war, doch ich kann es ihm nicht sagen. Was würde er über mich denken? Würden sich seine Gefühle für mich ändern? Natürlich würden sie das. Er will diesen Clan auslöschen und so wie es aussieht gehöre…

Nein, ich kann diesen Gedanken nicht mal zu Ende bringen.

»Lass sie uns endgültig vernichten Will. Dass was ich gesehen habe, hat nichts mit uns zu tun, nichts mit dieser Sache. «

Ich kann ihm ansehen, dass er mir nicht glaubt, er durchbohrt mich fast mit seinem Blick, doch ich halte ihm schweratmend stand. Dennoch tritt er erst einen Schritt zurück und sieht mich noch einmal tief einatmend an. Er geht dann schließlich an mir vorbei. »Dann los Leute! «

Ich bin erleichtert darüber, dass er es wortlos hinnimmt. Ich bin glücklich darüber, dass er mir endlich dahingehend vertraut. Ich hoffe, er wird nicht zu enttäuscht sein, wenn wir erfahren, was los ist.

Und insgeheim, wünsche ich mir, dass ich das kleine Mädchen bleibe, dass aus Houston in eine andere Stadt gezogen ist, mit ihrem einzigen Familienmitglied, ihrem Dad, der ihr immer alles ermöglicht hat.

Will setzt sich in Bewegung und wir tun es ihm gleich.

Als ich erneut über einen größeren Baum springe, der schon vor einer längeren Zeit bereits mal vom Sturm umgerissen wurde, durströmen mich weitere kleine Fetzen der Erinnerung.

 

Vor mir stehen zwei Vampire, einer mit einem Hut aber beide mit einem langen schwarzen Mantel.

»Blond, muss sie sein. Sie hat eine schmale Figur und ist ca. 1.70 cm groß. Findet sie! «, brülle ich die zwei an.

»Ja MiLord. Wo sollen wir anfangen zu suchen? «, fragt der Vampir mit dem Hut, wärend er vor mir kniet.

Ich tippe mir erneut an die Stirn, als würde die Vision zurückkommen.

»Houston. Aber Jesk, bringt sie mir lebend! Infiziert sie alle! Wenn sie dabei ist, wird sie es überleben, dann wird sie den Weg zu uns finden. «

»Ja MiLord! « Sie stehen auf und drehen sich um, als ich Jesk schließlich erneut anhalte.

»Der Hunter-Clan darf unter keinen Umständen davon erfahren, Jesk! «, sage ich durchdringend.

»Ich werde sie erst infizieren, wenn ich mir sicher bin, MiLord. Ich verspreche es «, sagt er und dreht sich abermals um.

»Enttäuscht mich nicht, ihr wisst, wie nervig dieser Clan ist. Sie müssen sich ständig einmischen. «   

 

Ich teile meine Gedanken wieder nur mit mir selbst, doch bin ich für jede Erinnerung, die nichts mit mir zu tun hat dankbar. Obwohl es hier um mich ging, war es nichts, was mich schockiert hat.

Der Plan war es also, dass ich, sobald ich mich verwandele auf sie zurückkomme. Plötzlich bin ich dankbar dafür, dass der Trupp mich gefunden hat. Was wäre wohl aus mir geworden, hätten sie es nicht getan?

All die schönen und schlechten Erinnerungen, wären durch schmerzvolle Erinnerungen ersetzt worden. Wer weiß, was sie alles mit mir angestellt hätten. Nur eine andere Entscheidung von Will und ich wäre nicht an diesem Ort, ich wäre nicht diesen wundervollen Menschen begegnet, die nun meine Familie sind.

Als wir das Wald Ende bereits sehen können, ist auch das lodernde Feuer am Himmel zu sehen. Schlagartig wird es viele Grade wärmer und Will bleibt schließlich stehen. Auch wir halten neben ihm an, als wir das Ausmaß der Zerstörung sehen. Die Villa brennt im untersten Stockwerk, vor der Villa sind kämpfende Vampire zu sehen, die versuchen die anderen Vampire zurück zu drängen.

Will sieht mich für einen Moment durchdringlich an und ich nicke ihm schließlich zu. Wir setzen uns abermals in Bewegung, nicht wissen, was mit dem König passiert ist.

 

 

 

Will…

 

Mit gebleckten Zähnen rennen wir um die Villa herum, die unterste Etage brennt Lichterloh.

Da vor der Villa gekämpft wird, wäre es dumm von uns vorne herein zu stürmen, Raven würde sofort wissen, dass wir da sind. Wir nehmen also die Hintertür.

Wir schleichen an der Hauswand vorbei, als wir sie schließlich erreichen. Wir erheben unsere Waffen und Torell zieht sie mit einem festen Ruck auf. Niemand zu sehen.

Ich stürme durch die Tür, den langen Flur entlang zur kleinen Küche, wo unsere bediensteten ihre Mahlzeiten fertig stellen. Als ich die Schwingtür ein wenig zur Seite schiebe, kommen uns auf der anderen Seite ein paar Vampire entgegen. Schnell renne ich auf diese zu und zücke im Sprung mein Messer. Aus dem Augenwinkel, sehe ich, dass Torell es mir gleichtut. Ich schnappe mir den rechten Vampir und steche ihm mit voller Wucht mein Kurzschwert in die Brust. Ich drücke ihn währenddessen an mich, um das Schwert noch weiter herein drücken zu können. Das Blut rinnt an ihm herunter, bis er sich schließlich nicht mehr rührt. Ich lasse ihn los und sein lebloser Körper fällt zu Boden. Genüsslich fahre ich mit der Zunge über mein Schwert und lasse mir sein Blut auf der Zunge zergehen. Ich will mehr.

»Kommt! «, flüstert Tor und der Rest des Trupps folgt uns.

Ich öffne die andere Tür der Küche und luge durch das kleine Fenster in der Mitte. Es folgt der große Speisesaal, wo sich bereits, mehrere von uns mit Leuten vom Dent-Clan bekämpfen.

Ich gebe Tor und L ein Zeichen, dass wir reingehen. Rasch schlage ich die Tür auf und springe auf den Anfang des großen Tisches. Der eine Vampir, der auf der Mitte des Tisches steht, lässt die Frau los, als er mich sieht und bleckt die Zähne, wärend er in seine Halfter greift. Ich greife ebenfalls an die linke Seite und ziehe mein zweites Schwert. Ich lasse es in meinen Händen Kreisen, ehe ich mein Tempo erhöhe und auf ihn zulaufe. Er Bleckt die Zähne und ich tue es ihm gleich, ehe wir uns schließlich in der Mitte treffen. Mit seinem rechten Schwert, will er auf mich losgehen, doch ich kontere seinen Schlag und ducke mich vor ihm, um ihm meine linke in den Bauch zu rammen. Ich schlitze ihm mit meinem Schwert den Bauch auf und schmeiße ihn dann am Arm zur Seite, sodass er vom Tisch fällt. Mein Haar hängt mir mittlerweile im Gesicht, es schmeckt ebenfalls nach Blut.

 

 

 

Torell…

Auf der anderen Seite des Raumes, stehen zwei weitere Vampire, die einem guten Freund von mir gerade ein Messer ins Herz gerammt haben. Ich kann es nicht fassen. Außer mir setze ich zum Sprung an. Ich erreiche sie schließlich und breche dem ersten mit meinen bloßen Händen das Genick. Der andere Vampir setzt zum Schlag an, will sein Messer ziehen, doch ich bin schneller. Mit meinen Klauen springe ich ihn an und setze sie schließlich an sein Gesicht an. Mit einem festen Druck, ist sein Kopf geplatzt wie eine Melone. Ich lasse ihn los, Das warme Blut spritzt an mir hoch.

Keuchend liegt Mark am Boden, schnell lasse ich mich zu ihm herabsinken.

»Es tut mir so leid, Mark «, keuche ich und halte seine Hand. Aus seinem Mund fließt Blut.

»Rette…den…König «, keucht er Blutspuckend »Befreie mich von meinem Leid, Tor!«

Ich streiche ihm die Haare aus dem Gesicht und hole mein Schwert aus dem Halfter.

»Dein Kampf endet hier, es tut mir leid «, flüstere ich und lege meine Stirn an seine, wärend ich ihm mein Messer langsam ins Herz steche. Er schließt seine Augen friedlich, doch sein Tot war nicht friedlich. Ich werde diese Bastarde auslöschen!

 

Will kämpft bereits mit einem weiteren Vampir, er ist schon von oben bis unten voller Blut. Dass ich ihn das letzte Mal so wütend gesehen habe, ist lange her, doch ich erinnere mich noch gut daran.

Als die Tür hinter uns, wo wir hereingekommen sind, erneut aufgeht, kommen zwei weitere Vampire des Dent-Clans hereingelaufen. Sie rennen direkt auf Anna zu, doch diese dreht sich schnell um und reagiert sofort. Schnell zieht sie ihre Messer, dass ich ihr gegeben habe, als ich sie aus der Villa trug und sticht damit dem ersten mit einem heftigen Stich in den Bauch. Dieser geht keuchend zu Boden, doch der andere holt ebenfalls zum Schlag aus, der wird sie sicher treffen.

»Anna pass auf! «, brülle ich noch, doch das Messer trifft sie gleich.

Ich setze hastig zum Sprung an, doch Will ist zum Glück schneller. Rasch hat er dem Vampir, bevor er Anna mit dem Messer getroffen hat, selbst zwei von seinen in den Rücken gerammt. Er hebt ihn damit in die Höhe und der Vampir schreit vor Schmerz. Will lässt ihn herunter, doch Anna sticht ihm mit dem Messer noch einmal tief ins Herz.

 

 

 

Will…

 

Annas Blick ist ängstlich, doch lässt sie sich nichts anmerken. Nachdem sie dem Kerl das Messer ins Herz gerammt hat, sieht sie mich grinsend an. Ich nicke ihr lediglich zu, denn für Gefühle haben wir nun keine Zeit. »Wir wollen in die oberste Etage. Das heißt, dass wir jetzt gleich rechts abbiegen, dann sind wir im großen Saal. Danach rennen wir die Treppen hoch und halte uns Links! «

Der Trupp nickt mit zu und wir setzen uns in Bewegung. Ich kann nur hoffen, dass Raven meinen Vater noch nicht getötet hat, denn, wenn doch, hieße das, ich wäre der König dieses Volkes, von dem bald nichts mehr übrig ist.

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