Blood Hunter Kapitel 43 -Little Bitch

Will…

 

Als sie sich schließlich umdreht, weil sie mich gehört hat, kommt sie mit kleinen, vorsichtigen Schritten auf mich zu und lässt Adam sofort an der Wand unsanft herunter gleiten. Dieser greift sich sofort, nach luftringend, an die Kehle und versucht, soweit es geht, von ihr weg zu kommen, in dem er zur Seite robbt. Als sie sieht, was er vorhat, ist sie sofort wieder bei ihm und brüllt ihm mit einem wahnsinnig animalischen, lauten Geschrei, direkt ins Gesicht. Adam schließt sofort die Augen. »Helft mir, bitte! Ihr braucht mich noch! «  

Ally packt mich am Arm, um mir zu zeigen, ich soll ihm helfen, doch ich bin mir in diesem Moment plötzlich gar nicht mehr so sicher, ob ich das überhaupt will. Ich habe diesen Gesichtsausdruck, diesen wahnsinnig leeren und nach Blut ringenden Blick, schon einmal gesehen und es ging am Ende nicht gut für sie aus. Torell hatte danach ziemlich lange gebraucht, um darüber hinweg zu kommen. Er erzählte mir, dass sie seine große Liebe gewesen sei, er aber nicht die Chance dazu gehabt hat, ihr Leben selbst zu beenden. Nein ein kleiner Bastards Junge hatte es getan, womit er bis heute zu kämpfen hatte.

»Anna, sieh mich an «, sage ich plötzlich und trete einen Schritt vor. Warum ich das tue, weiß ich selbst nicht, doch ich tue es. »Es ist alles gut, ich bin jetzt da und werde dir helfen. «

Abermals dreht sie sich herum, doch lässt sie Adam nicht los. Mit ihm, dreht sie sich um und starrt mir jetzt tief in die Augen. Aus ihrer Richtung ertönen plötzlich komische Schnalzgeräusch. Ihr Körper bewegt sich komisch. Torell tritt plötzlich mit erhobener Waffe neben mich. »Sie hat Durst, Will. Sie will das töten, was ihr am wichtigsten ist. «

Ich schlucke schwer, als ich seine Worte höre, doch starre ich sie weiter an. Nervös trete ich von einem Fuß auf den anderen.

»Lass ihn runter, Anna! «, flüstere ich und mache einen, vorsichtigen Schritt auf sie zu. Schnell geht sie einen Schritt zurück, doch sieht es aus, als hätte sie Spaß an unserem kleinen Spiel. Es sieht aus, als würde sie lächeln.

»Machst du jetzt was ich sage? «, herrsche ich sie an und für einen Moment scheint sie darüber zu nach zu denken. So komme ich nicht weiter.

»Du wirst dir das niemals verzeihen, wenn du diesen Mann jetzt umbringst. Lass ihn einfach runter Anna und du bekommst Blut. Das ist es doch was du willst oder? «, sage ich durchdringlich und mache einen weiteren Schritt auf sie zu, als sie plötzlich in die Hocke geht und die Zähne bleckt. Ich bleibe abrupt stehen, blecke ebenfalls meine Zähne hebe aber trotzdem meine Hände.

Das ist es also. Das ist es, was das Blonde Gift mit einem macht. Nie hätte ich mir vorgestellt, dass es so schlimm sein würde. Im Moment, hat sie nichts mehr, bis auf den Körperbau, mit meiner Anna gemeinsam. Ihre Augen, sind leer und scheinen nach etwas zu suchen. Das sprechen, scheint ihr nicht mehr möglich.

Ich suche verzweifelt eine Möglichkeit ihr zu helfen, eine Schwachstelle zu finden, doch kann ich, wärend ich sie so anstarre keine finden. Ihre Reflexe scheinen besser zu sein als gut für sie ist.

»Der Nacken «, flüstert Torell, hält dabei aber immer noch seine Waffe auf sie gerichtet.

»Wie meinst du das, Tor? «

Ally tritt ebenfalls einen Schritt vor. »Durch Strom in den Nacken kannst du sie außer Gefecht setzen. So, war es jedenfalls beim letzten Mal. Es war L’s Idee. «

Ich starre sie weiterhin an und sie tut es bei mir, sie scheint das Spielchen auf die Spitze treiben zu wollen. »Es muss eine andere Lösung geben, so, wie sie es bei mir geschafft hat. « 

Eine Weile sagt niemand etwas und Anna wedelt plötzlich durchtrieben mit Adams Körper hin und her.

»Scheiß drauf! « Schnell mache ich einen großen Schritt auf sie zu und öffne die Arme um sie fest zu halten. Rasch hat sich mich durchschaut und springt zur Seite. Als das schnalzen erneut ertönt, sieht sie mir tief in die Augen. Mit ihrer zweiten Hand, greift sie an Adams Schulter und lässt ihn ein wenig absinken.

»Was hast du vor, Anna? «, flüstere ich irritiert und mache mich zu einem zweiten Sprung bereit.

Sie dreht ihren Kopf schnell zu ihm um und bohrt dann schlagartig ihre Hauer in sein Fleisch.  Nur vom Zugucken, wird mir schlecht. Sie macht keine kleinen Schlucke, nein, sie ist rabiat und unsanft und nimmt keine Rücksicht darauf, ob er das ganze hier überlebt oder nicht. Adam keucht, doch kann er sich nicht gegen ihren Harten Griff wehren.

»Das reicht jetzt! «, brülle ich sie an und reiße sie schließlich von ihm los. Ihr rinnt das viele Blut noch aus dem Mund, als ich sie wegschubse und sie sich ein wenig zurück zieht. Als Adams lebloser Körper zu Boden fällt, ist das der Moment, wo sich ihre Augen erneut verändern. Sie scheint plötzlich die alte, denn ihr Blick ist schockiert und gleichzeitig völlig verwirrt.

»Was hast du nur getan? «, flüstere ich schockiert und ziehe sie zu mir, um sie in den Arm zu nehmen.

 

 

 

 

Anna…

Als sich meine Sicht verändert, steht dort plötzlich Will vor mir. Er umarmt mich und streichelt mir den Kopf und sagt mir, dass alles gut wird, doch ich habe das Gefühl, dass das vielleicht nicht der Fall sein könnte. Fremde Erinnerungen durchströmen mich plötzlich und ich lasse mich etwas in seinen Arm sinken.

 

»Noch heute Nacht, werden wir diesem mickrigen kleinen Clan ein Ende setzen, wer ist dabei? «, fragt Raven, wärend sie auf ihrem Thron steht die Menge, die sich vor ihr aufgetan hat. Ich selbst stehe neben ihr und sage nichts, doch die Masse jubelt laut. Schnell springt sie von ihrem Thron herab und geht voran bis zur ersten Stufe.

»Viel zu lange, haben wir sie neben uns erduldet, viel zu lange haben wir Verhandlungen mit ihnen geführt, doch das hat jetzt ein Ende. Ich sage, meine Lieben, wir werden die Jenigen sein, die sie zuerst angreifen, denn sie haben mir das Blonde Gift entrissen und warten schon darauf, es einzusetzen und uns alle endgültig zu vernichten. «

Wärend sie spricht, läuft sie die oberste Stufe auf und ab. »Aber nicht mit uns! Wir haben zum Glück rechtzeitig durch unsere Spione erfahren, dass sie vorhaben uns anzugreifen. Dies wird morgen sein aber bis dahin, werden wir sie bereits alle vernichtet haben. « Die Menge jubelt erneut und sie heben ihre Waffen in die Höhe. »Das neue Zeitalter wird anbrechen, meine lieben Freunde. Ich Führe uns in die Freiheit. Erst vernichten wir diesen Clan und dann den nächsten, bis wir alleine herrschen. « Sie ballt die Faust triumphierend in der Luft. »Dann kann uns niemand mehr aufhalten. Wie klingt das? « Die Vampire toben und geloben ihr ihren Schutz. Natürlich glauben sie ihr, was sie ihr sagen, sie wissen es nicht besser.

 

Ich ringe nach Luft, als ich wieder in mein eigenes Ich zurückkehre. Will sieht mich irritiert an.

»Ich dachte wir hätten dich wieder verloren «, keucht er und hilft mir auf.

»Will, ich…unser Clan…«, ich werfe einen Blick nach links, als es mir plötzlich klar wird, wessen Erinnerung das war. Schnell lasse ich seine Hand los und schlage sie mir vors Gesicht. »Das war Adam. Oh mein Gott, was habe ich getan? «, flüstere ich erschrocken und lasse mich neben seine Leiche fallen. »Adam, es tut mir so leid. « Ich rüttele an seinem Arm, als würde er dadurch wieder lebendig. Sein Blick ist ausdruckslos, seine Haut ist blass. »Adam, bitte … «

Will kommt auf mich zu und zieht mich am Arm hoch. »Ist schon gut, Anna. Alles wird gut. Was ist mit unserem Clan? «

Ich lasse mich von ihm in den Arm nehmen, doch das Sprechen fällt mir schwer. »Sie…greifen… «

Er umschlingt mich mit seinen Armen, und streichelt meinen Kopf. »langsam, sag mir was los ist Anna! «

Ich lasse ihn los. »Raven, sie greift die Villa an. «

Sein Blick wechselt von Mitgefühl auf Wut. »Was? Raven? Bist du sicher?«

Ich schlucke schwer, bevor ich spreche. »Ich…ich habe es in seinen Erinnerungen gesehen, er wollte mich wohl schützen.«

Ich fasse mir klagend an den Kopf, ehe Will sich von mir abwendet. »Sie greift unseren Clan, diese kleine Schlampe. Ich werde sie in der Luft zerreißen, die wird danach keiner mehr wiedererkennen «, brüllt er durch den Raum und lässt seine Waffe am Gurt nach vorne schwingen. »Ally, kümmere dich um Anna wir retten was zu retten ist! «

Schnell ist sie bei mir und nimmt mich in den Arm, ehe mir die Tränen kommen. Sie rinnen mir heiß über meine Wangen und fühlen sich an wie ein Brandzeichen, wegen dem, was ich getan habe.

»Er hat Recht, Anna. Alles wird gut. «

Ich will ihr glauben, das will ich wirklich, doch hat keiner gesehen, wie entschlossen Raven war, unseren Clan zu vernichten.

»An die Waffen! «, brüllt Will, ehe er den Keller wütend verlässt.

Für ein paar Sekunden, sagt niemand etwas, jeder ist mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, für alle hat das zu bedeute, dass sie alles verlieren könnten. Statt Will zu folgen, kommt Torell auf mich zu und hebt mich auf seine Arme.

Er trägt mich durch den Raum, bis hin zur Treppe, als ich noch einen Blick zurückwerfe. L umarmt Ally herzzerreißend und küsst ihre Stirn immer wieder. Dies ist der Moment, wo mir klar wird, dass wir doch nie so verschieden waren. Auch sie haben Ängste und wollen Frieden, doch haben sie dies wohl oft genug vor mir versteckt. Ich hielt sie lange Zeit für perfekt, weil sie stark sind und mit Waffen umgehen können, doch haben sie wohl oft genug in all der Zeit mit mir, mal gezweifelt. Gezeigt haben sie es mir nie. Ich glaubte immer, dass wir alles schaffen können. Wärend Torell mich die Treppe hoch trägt, lächele ich ihn an. Mir wird klar, was sie alles für mich in Kauf genommen haben. Ich fühle mich sicher und das will ich ihnen jetzt zurückgeben. Ich werde mit ihnen für uns kämpfen, egal was das kosten mag.

Er schenkt mir ebenfalls ein kleines Lächeln. »Jetzt musst du so stark sein, wie du kannst «, flüstert er, ehe wir schließlich gemeinsam die große Treppe hinaufgehen. Vor den Säulen, die den Eingangsbereich von den Treppen trennen, klebt überall Blut an den Wänden und einzelne Leichen liegen dahinter. Torell trägt mich durch die große Braune Tür, als er mich schließlich absetzt.

»Wo ist Will? «, frage ich vorsichtig und sehe mich um. Er scheint nicht da zu sein.

»Er kann es doch nicht mit allen zusammen aufnehmen, wo …Tor wo ist er? «

»Er ist noch hier, mach dir keine Sorgen! «, sagt er niedergeschlagen und sieht zu Boden.

»Ist alles ok? «

Er sagt nichts, doch entfernt er sich ein wenig von mir und setzt sich dann zwischen das große Tor, um nach vorne zu blicken.

L und Ally tun es ihm gleich, niemand scheint darüber reden zu wollen, was gerade passiert. Es dauert eine Weile, ehe ich verstehe.

Laute Schreie sind hinter mir in der Villa zu hören, doch ich erkenne sofort, von wem sie sind. Langsam setze ich mich ebenfalls in Bewegung und lasse mich schließlich zwischen Ally und Torell fallen. L hält Ally fest im Arm.

Immer wieder fliegen Möbel aus Fenstern, gepaart mit wütenden Schimpfworten, wäre die Situation nicht brenzlig, könnte man darüber lachen, doch niemand scheint etwas dafür zu geben.

Nach einer Weile, frage ich mich, warum wir uns nicht aufmachen, warum wir nicht zurückschlagen, als ich schließlich sehe, dass Will aus der Villa tritt, Die Arme voller Waffen.

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