Blood Hunter Kapitel 40

Will…

 Keuchend schlage ich mir, mit meiner Machete, den Weg durch den Wald frei. Immer wieder schlagen mir die Äste ins Gesicht, doch vor Wut, hacke ich sie alle in Zwei. Ich kann Annas Angstgeruch immer noch riechen, er leitet mich, wie einen Spürhund. Meine Wut darüber, dass ich sie alleine gelassen habe, wird immer größer. Wenn mein Vater damit was zu tun hat, dann werde ich nicht nur den Den-Clan zu Grunde richten, nein, wenn es sein muss, lasse ich die ganze Welt brennen. Das war ein hinterhältiger Schachzug, von wem auch immer er stammt aber keine Sorge, ich werde mich darum kümmern. Mit kümmern meine ich, in viele kleine Stücke hauen. Ich bin so wütend, dass mir fast schlecht wird, doch ich muss mich konzentrieren. Was ich ihr schon wieder angetan habe, ist unfassbar. Ich hätte bei ihr sein müssen, hätte sie beschützen müssen, wie ich es bis hier hin immer getan habe. Doch was habe ich jetzt getan? Ich habe sie hierhergebracht, in mein Zuhause, wo sie eigentlich hätte sicher sein müssen, doch das ist sie nicht. Solange wir nicht wissen, was es mit dem blonden Gift auf sich hat, ist sie nirgends sicher.

Abrupt, bleibe ich stehen, denn die Pfärte ist hier plötzlich zu Ende. Keuchend sehe ich mich um, versuche ihren Geruch erneut wahr zu nehmen, doch er ist verschwunden.

»Das kann nicht sein! «, brülle ich und trete mit voller Wucht gegen einen Baum, der danach zur Seite umknickt. »Verfluchte scheiße! «

Als Ally mich plötzlich erreicht, sehe ich sie aufgelöst an und fahre mir durch die Haare. »Sie haben sie! «

Schnell kommt sie auf mich zu und hält mich an den Schultern. »Ich bin so schnell gekommen wie es ging. Wer hat sie, Will? Wer? «, keucht sie ebenfalls. Ich lasse mich ein wenig nach hinten fallen, indem ich einen Schritt zurück mache. »Gott, warum war ich nicht bei ihr? «, sage ich wütend und schlage die Machete in einen Baum vor mir.

»Wer meinst du hat sie, Will? «, wiederholt Ally und sieht mich durchdringlich an.

Wütend ziehe ich die Machete am Griff wieder aus dem Baum. »Ich weiß es nicht. Ich glaube nicht, dass mein Vater damit zu tun hat aber ich würde auch nicht darauf schwören. « Ich mache einen Schritt auf sie zu.

»Ally, weißt du was sie mit ihr machen, wenn das wirklich Jemand von Dent-Clan war? «

Ihr Blick verändert sich plötzlich von besorgt in wütend. »Ich weiß und wir werden sie daraus holen! Was weißt du Will? «

Ich fahre mir erneut mit den Fingern durch die Haare und kämme sie mir nach hinten. Mein Gesicht ist noch voller Blut. »Sie war in dem Krankenzimmer… und dann, naja also Frederick hat sie abgeholt aus dem Apartment und … als ich reinkam da habe ich ihren Angstgeruch gerochen und das Fenster war auf und ich bin durch das Fenster und ihre Spur endet hier und … «, Ich hole kaum Luft, wärend ich rede.

»Mit wem war sie in dem Zimmer? «, fragt Ally. »Hast du Jemanden gesehen? «

»Ich weiß es nicht, als ich kam war sie schon weg. «

Als sie plötzlich losrennt, sehe ich ihr ein paar Sekunden nach, bevor ich verstehe. Ich folge ihr schnell zurück zur Villa.

Am Fenster angekommen, steigen wir beide ein. Ally rennt direkt zum Schreibtisch und durchwühlt die Schubladen. »Er muss sich eingeschrieben haben, Wir haben hier regeln! Ich werde dich finden, du Bastard!«

Eine Weile durchsucht sie alle Schubladen ich renne nervös in dem kleinen Zimmer auf und ab, als sie mich schließlich grinsend ansieht.

»Ich habe was «, sagt sie aufgeregt und schlägt eine weiße Mappe auf.

 

 

 

Anna…

 Ich rieche den schönen Wald, der sich um die Villa erstreckt. Nein die Villa wurde hineingebaut. Sehen kann ich nichts, und fühlen ist, seit dem Sarah mir was in meinen Arm gespritzt, hat auch nicht mehr möglich. Nachdem mir plötzlich schlecht wurde, als sich alles um mich herumdrehte, sind meine Erinnerungen nur noch Bruchstückhaft. Sie hat mich wohl aus dem Fenster gehoben und ich wurde von Jemandem in Empfang genommen. Wer das jedoch wahr, konnte ich nicht erkennen. Wie eine Tote in ihrer Leichenstarre lag ich da, konnte mich nicht bewegen, meine Augen waren nach vorne gerichtet, doch, weil ich auf dem Rücke lag, sah ich nur die Decke. Eine Zeit lang werde ich durch den Wald getragen, als mit plötzlich etwas Dunkles über den Kopf gezogen wird. Ich kann mich nicht wehren, um es zu verhindern, doch viel größere Angst, macht es mir, dass kein Ton aus meinem Mund kommt, obwohl ich panische Angst habe. Was haben die nur mit mir vor? Sind das Ravens Leute oder doch eine andere Fraktion? Hat der König damit zu tun und vor allem: Weiß Will schon davon?

Heiße tränen rinnen mir über die Wangen, bevor ich das Gefühl habe, auf etwas hinauf gelegt zu werden. Ich kann nichts Anderen tun, als abzuwarten, denn mein Körper gehorrscht mir nicht mehr.

 

 

 

 

 

Will…

 

Als Ally die Mappe aufschlägt, reiße ich sie ihr aus der Hand und schlage sie auf. Auf der Oberseite des ersten Blattes steht geschrieben:

 

Durchzuführende: Sarah James

Blutabnahme an: Anna Jane Pierce

 

Menge: 4 Ampullen Blut (Bisher)

Ergebnis:

 

 

Bei „Ergebnis“ steht nichts, was wohl heißt, dass sie nicht dazu gekommen ist, etwas einzutragen.

»Ally, siehst du das? 4 Ampullen, weißt du was das heißt? «, sage ich erschrocken und fahre mir erneut durch meine Haare.

Sie sieht mich erschrocken an. »Sie wissen nicht, dass sie sie keinen Hunger erleiden lassen dürfen, sie wird dort sterben oder alles zu Kleinholz hauen. Oh Gott, wir müssen sie finden, Will! « Sie fast sich aufgeregt an den Kopf.

»Sarah James, den Namen habe ich schon mal gehört « Ich schmeiße die Mappe zurück auf den Tisch. »Dent-Clan oder? «

Ally starrt entgeistert die Wand an. »Diese kleine Bitch geht zu weit! «

Ich werde immer wütender. »Fuck, man. Wie geht es Torell? Kann er uns helfen? «

»Torell? «, fragt sie mich überrascht.

Ich nicke ihr zu.

»Es geht ihm besser, wenn ich ihn frage, kommt er mit «, flüstert sie und legt eine Hand auf die Türklinke.

»Ally? «, sage ich bevor sie geht. »Du brauchst ihn nicht fragen, sag ihm einfach nur Bescheid! «

Sie nickt, ehe sie den Raum verlässt.

Auch ich verlasse das Zimmer zügig, doch gehe ich zurück in mein Apartment. Schnell renne ich die Treppe hinauf in der Hoffnung, niemand sieht mich. Wer weiß, wer noch alles seine Finger mit im Spiel hat.

Als ich oben angekommen bin renne ich direkt durch den Flur zur rechten Tür und öffne sie. Die Schränke mit den Blutbeuteln, schiebe ich hastig zur Seite und greife hinter sie, in die Wand. Ich stopfe mir meine Hosentaschen mit kleinen Messern voll und in meine Halfter stecke ich auf jede Seite eine Waffe. Ich schnappe mir von meinen geheimen Vorräten, so viel, wie ich tragen kann und schiebe die Schränke wieder zurück. Tatsächlich, weiß ich gar nicht wie das hier enden wird. Werde ich an diesen Ort zurückkehren? Wenn mein Vater was damit zu tun hat, sicher nicht. Doch, wo werden wir sonst hingehen? Sollte es so kommen, werden Anna und ich eine andere Möglichkeit finden, wir werden das überleben, ich brauch die Hilfe meines Vaters nicht mehr. Auch das, hat das ehemalige Menschenkind mir beigebracht. Ich bin ich, ich muss nicht in die Fußstapfen meines Vaters trete, ich muss meinen eigenen Weg gehen. Selbstständig sein, nicht auf meinen Vater angewiesen.

Aber erst einmal, muss ich sie finden und retten.

Ich stopfe die übrig gebliebenen Waffen in einen Waffensack und hänge sie über die Schulter.

Als ich schließlich die Tür zu meinem Apartment schließe, schlucke ich einmal schwer, denn mich beschleicht ein dumpfes Gefühl.

 

 

Anna…

 

Als ich meine Lider langsam öffne, kann ich meinen Körper wieder bewegen. Langsam hebe ich meinen Kopf an, denn er hing nach hinten herunter. Ich will meine Arme an meinen Körper heranziehen, doch sie sind hinter mir an etwas zusammengebunden. Meine Augen gewöhnen sich langsam an das dumpfe Licht, von einer einzelnen, kleinen Lampe, die über mir hängt, in dem ansonsten dunklen Raum. Ich sehe an mir runter, als ich merke, dass ich auf einem Holzstuhl sitze. Meine Sicht besser sich zunehmend, doch mein Kopf macht mir abermals Schmerzen. »Wo bin ich? «, flüstere ich und versuche meine Beine zu bewegen. Auch sie sind an den Stuhlbeinen festgebunden. »Will wird dich töten! «, schreie ich, in der Hoffnung, dass mich Jemand hört. »Sobald diese fesseln hier los sind, reiße ich dir die Augen aus deinem noch lebenden Körper und werde dich bis auf die Knochen aussaugen! «, schreie ich so wütend, dass ich fast mit dem Stuhl zur Seite kippe.

Als ich plötzlich kleine Bewegungen nicht weit von mir entfernt erkennen kann, kneife ich meine Augen zusammen, um besser sehen zu können. »Hast du gehört, du Bastard? «, keuche ich.

Erst jetzt, kann ich erkennen, was vor mir geschieht. Ein blonder Mann, er steht vor einen Tisch.

Als er sich plötzlich umdreht, erkenne ich, dass es Adam ist. Sein Blick scheint amüsiert, was mir gar nicht gefällt. Er hat sich augenscheinlich Handschuhe angezogen und kommt jetzt auf mich zu. Als er mich fast erreicht hat, geht er vor mir in die Hocke und sieht mich durchtrieben an. Eine Weile sitzt er nur da und sagt nichts.

Ich starre ihn erwartungsvoll an, doch er scheint mich weiterhin dumm angrinsen zu wollen.

»Was willst du von mir? «, platzt es plötzlich aus mir heraus, doch ich bekomme keine Antwort.

»Rede mit mir, du Pisser! «, brülle ich ihn wütend an, doch er verzieht abermals keine Miene.

Erst jetzt verstehe ich, er will, dass ich wütend werde. Er will mein Blut, so viel ist sicher, also beschließe ich, es ihm gleich zu tun und starre ihn an, ohne was zu sagen.

Eine Weile vergeht und wir sagen beide Nichts. Ich komme mir so dämlich vor, ihn anzustarren, doch er tut das selbe. Er trägt ein Hemd und darüber ein Sakko. Er sieht sehr gepflegt aus, was darauf schließen lässt, dass er für sich arbeiten lässt und sich seine Hände nicht selber schmutzig machen muss.

Ich sehe ihn durchtrieben an. »Na, ist Raven gut im Bett? «

Er zuckt einmal kurz, als ich es ausgesprochen habe.

Ich versuche es erneut. »Anscheinend nicht, was? «

Ruckartig steht er auf, holt mit seiner rechten Hand aus und schlägt mir mit voller Wucht ins Gesicht.

Ich kann den Schlag nicht abfangen, weswegen er mich direkt erwischt. Mein Gesicht fliegt zur Seite und ich spucke das Blut, von meiner aufgeplatzten Lippe aus meinem Mund, auf den Boden und fange an zu Lachen.

Ich drehe meinen Kopf zurück und sehe ihn lächeln an.

Er scheint plötzlich verwirrt und geht zurück zu seinem Schreibtisch.

»Dein Blut, liebe Anna. Ich bin nur an deinem Blut interessiert «, sagt er plötzlich.

»Du hättest mich fragen können, ich hätte es dir vielleicht gegeben, Arschloch. «

Er dreht sich plötzlich schnell zu mir um hebt mich mit seinem Arm in die Luft. Mit seinen Fingern drückt er meine Kehle zu.

 

 

 

 

Will…

 Ich stehe auf dem Dach der Villa, wärend ich auf Ally und die Jungs warte. Auf dem Weg nach draußen, habe ich noch einen Abstecher in die Umkleide gemacht und mich komplett umgezogen. Ich habe die übliche Montur für einen Außeneinsatz für meinen restlichen Trupp mitgebracht, denn es kommt mir vor, als wäre das einer von diesen. Hier geht es um mehr, als nur eine Entführung. Heute wird sich klären, ob einer oder mehrere Clans ausgelöscht wird. Es wird sich zeigen, wer der stärkere ist und wer weiterlebt. Es wäre unklug gewesen, meinen Vater damit zu behelligen. Entweder er hätte mich wegen des Verrates erwürgt oder wegen der Unterstellung. Somit muss ich selbst herausfinden, was hier los ist und wer es wert ist, weiter zu leben.

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