Blood Hunter Kapitel 34

Als ich L plötzlich draußen Wills Namen laut schreien höre, rechne ich bereits mit dem Schlimmsten.

»Sie können jetzt nicht weg «, sagt die Frau, sie ist dabei höchstkonzentriert. Sie hat gerade erst begonnen, Torell zu operieren, was mich aber nicht davon abhält, vor Ekel fast zusammen zu brechen. Sie hat ihn betäubt und ihm dann die Bauchdecke aufgeschnitten um an die Kugel zu kommen.

Vor der Tür sind weitere Stimmen zu hören. Immer wieder luge ich zur Tür, denn das Wimmern mehrerer Frauen in Kombination mit Will, der verletzt ist, ist die möglichst schlechte Kombination.

Ally schaut sich ganz genau an, was die Frau macht. Sie hat darauf bestanden, dass sie ihn operiert, obwohl sie, das auch selbst machen könnte. Ich beschließe Ally danach zu fragen, doch nicht jetzt.

»Wie heißen sie? «, fragt die Frau plötzlich, doch sieht sie dabei nicht auf.

Ally sieht mich fragend an, woraufhin ich die Frau ansehe. »Wen meinen sie? «

»Sie «, sagt sie lediglich und fädelt eine Schnur durch eine Nadel.

»Ich? Also… ich heiße Emily «, lüge ich und sehe wieder zur Tür. Als erneut laute Stimmen zu hören sind und es einen Knall gegeben hat, sieht sie mich an. »Sorgen sie dafür, dass ihr Freund sich benimmt! «

Ich nicke ihr schnell zu und entferne mich erleichtert vom Op Tisch. Hastig renne ich zur Tür und schiebe sie zur Seite auf. Die Tür ist aus Stahl, dennoch sehr leicht. Als sie einrastet, trete ich heraus und sehe das Chaos.

»Oh mein Gott «, keuche ich und halte mir fassungslos die Hände vors Gesicht. »Will, was hast du getan? «, brülle ich und renne auf ihn zu. L reißt an seinem Arm, fragt ihn immer wieder, wieso er das getan hat. Erst jetzt sehe ich, was er meint. Auf dem Boden vor ihm, liegt ein totes Mädchen. Ihre Leiche ist in der Mitte durchgerissen, Das Blut hat sich schon im ganzen Raum verteilt. Eine weitere Frau hockt in der Ecke und kreischt panisch vor sich hin.

Als ich seinen Namen rufe, dreht er sich um. Seine Augen glühen und sein Blick ist wieder der des Ur-Vampirs.

Ich renne auf ihn zu und schubse L zur Seite. Ich nehme sein Gesicht erneut in meine Hände und starre ihm in die Augen. Sein ganzer Körper ist voller Blut, es tropft an ihm herunter und er zittert. »Will, hör auf damit, sieh nur was du getan hast «, keuche ich und drücke seinen Kopf an meinen Hals. Er lässt sich von mir in den Arm nehmen, was mir zeigt, er hat verstanden, was ich gesagt habe.

»Ich bin nicht ich selbst «, flüstert er betrübt.

»Wir kriegen das hin Will «, flüstere ich und reibe ihm mit meiner Hand über seinen Rücken. Wie, weiß ich noch nicht. Wie konnten wir so dumm sein und glauben, dass das alles war.

»Das Blut ist immer noch in seinem Körper, Anna. Wir müssen hier weg. Wie weit seit ihr mit Torell? «, fragt L. Ich sehe ihn entsetzt an, doch lasse ich Will nicht los. »Ich… ich weiß es nicht… «, flüstere ich und starre in die Leere. Schnell geht er an mir vorbei in den Op Raum.

»Wieso hast du das getan Will? «, flüstere ich und schließe meine Augen. Das alles geschieht nur wegen mir. Andauernd bringen wir die Menschen um uns herum, in Gefahr. Es war wieder meine Idee, her zu kommen.

»Wir müssen was dagegen tun!«

Er lässt mich plötzlich los und sieht mir in die Augen. Er scheint wieder normal zu sein.

»Anna, dein Vater sucht dich. Die Polizei ist gleich hier und wenn die Presse davon erfährt, dann wissen die vom Dent-Clan, wo wir sind. «

Für einen Moment schaue ich ihn einfach nur an. Ich kann diese Informationen alle gar nicht so schnell verarbeiten. »Mein Vater? Die Polizei? Will, was redest du da? «

Schnell packt er mich an den Schultern. »Er sucht dich und das Mädchen… sie hat die Polizei gerufen. «

»Aber das heißt ja… «, flüstere ich erschrocken und fasse mir an den Kopf. Jetzt bin ich die, die in den Arm genommen werden muss.

Als L seinen Kopf erneut aus der Tür streckt, sieht er mich an. »Anna?«

Schnell drehe ich mich um. »Ja? «

»Kannst du mit Will einen Rettungswagen klarmachen? «, fragt er und holt mich damit aus meiner Starre.

»Ja klar, wir … Ja. Komm Will! «

Ich zerre ihn zur Op Tür. »Wo finden ich einen? «, frage ich die Frau, die Torell gerade an einen Tropf hängt. Schnell dreht sie sich um, sie scheint fertig zu sein. »Der Patient ist noch nicht stabil, ich bin zwar fertig aber er ist nicht transportbereit, außerdem hat er gerade erst eine Operation hinter sich «, faucht sie.

Ich lasse Will für einen kurzen Moment los und gehe mit großen Schritten auf sie zu, ehe ich sie am Kragen packe. »Wo ist das verdammte Auto? « Ich presse jedes Wort einzeln durch die Zähne.

Sie schluckt einmal schwer, bevor sie spricht. »Die große Tür raus und dann rechts. «

Ich lasse sie runter und sehe sie an. »Danke «, flüstere ich und lächele sie an.

Rasch drehe ich mich rum, ehe sie mich aufhält. »warten sie!«

Ich bleibe abrupt stehen und sehe sie bedrohlich an.

»Warten sie, ich gebe ihnen noch was für ihn mit «, sagt sie und bückt sie, um an einen Schrank heran zu kommen. Schnell holt sie eine Tasche raus und füllt sie mit allerhand Medizinischem Zeug.

Als sie ihn mir in die Hand drückt, nimmt Ally ihn mir ab und stellt sie an das Fußende von Torells Bett.

»Hilf mir ihn zu schieben!« Gemeinsam fahren wir ihn aus der Tür doch bevor wir verschwinden, flüstere ich ihr noch ein „Danke“ zu.

Rasch rennen wir durch die große Tür, ehe laute Sirenen zu hören sind, die sich schnell nähern.

»Hier rum «, keucht L und zeigt uns die Richtung. Wir biegen einmal um die Ecke, als wir plötzlich vor einem riesigen Feuerwehreinfahrtstor stehen.

»Oh Mann, das wird ein Spaß «, flüstert er lachend und haut mit der Faust das Schloss heraus.

»Mi Lady «, sagt er, und hält Ally die Hand hin. Schnell nimmt sie sie an und er zieht das Tor mit einer Hand hoch.

Zum Vorschein kommt ein augenscheinlich neuer Krankenwagen. »Ich werde das alles sowas von studieren «, sagt Ally ebenfalls lächelnd und geht auf den Wagen zu.

»Könnten wir uns ein wenig beeilen? «, fragt Will besorgt und schiebt Torell zur Hintertür des Wagens. L öffnet die Fahrertür, steigt ein und lässt den Motor an. Schnell renne ich um den Wagen herum und öffne die Hintertür. Ally kommt mir zur Hilfe. »Der Wagen, auf dem er liegt, den kann man da reinfahren «, sagt sie wärend wir Torell auf den Schienen hineinschieben.

Will möchte sich gerade von uns entfernen, als Ally ihn aufhält. »Stopp, du kommst her! «

Für einen Moment schaut sie ihn eindringlich an. »Wir haben noch ein Hühnchen zu rupfen.«

Er sagt kein Wort, er steigt ein und setzt sich auf den Sitz, der normalerweise für den Arzt gedacht ist.

Als plötzlich laute Stimmen zu hören sind, steige ich ebenfalls hastig ein.

»Da sind sie «, ertönt es und ich schließe schnell die Türen. »Fahr los, L! «, brülle ich und halte mich fest. Dieser drückt das Gaspedal voll durch und wir rasen aus der Halle.

Die Polizisten rennen uns noch eine Weile hinterher, doch wir sind zu schnell.

Die Polizisten können mich durch die Scheibe sehen, wie ich sie beobachte und schenken mir einen traurigen Blick. Erst jetzt wird mir klar, dass sie denken, ich wäre entführt worden. Das bin ich aber, nicht von diesen Leuten.

Ich drehe meinen Kopf in ihre Richtung, ehe sich für mich alles wie in Zeitlupe anfühlt.

Torell ist bewusstlos und verletzt, seine Atmung ist flach. Ally wischt Will gerade sanft mit einem nassen Tuch das Blut aus dem Gesicht, doch er diskutiert mit ihr, es selbst zu machen. Er ist ebenfalls verletzt. Sie selbst, ist mit den Nerven so am Ende, dass sie zittert und dass alles nur, dank mir.

Ich umschlinge meine Brust mit meinen Armen und lasse mich in eine Ecke hinabsinken. Wie viel, kann ein Mensch wohl ertragen? Wobei ich kein Mensch mehr bin. Ich muss mich von meinem Vater verabschieden, das Mädchen, dass entführt wurde, lebt nicht mehr. Ich muss dem Ganzen ein Ende setzen.

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