Blood Hunter Kapitel 3 – Eine andere Welt

Für einen Moment steht die Welt ganz still.

Mein Atem stockt und mein Herz setzt ein paar Schläge aus. Seine Lippen sind so fest auf meine gepresst, dass ich Angst habe, von diesem gewaltigen Kuss noch lange zu spüren. Meine Lieder flattern und das piepsen in meinem Ohr lässt mich alles um mich herum vergessen. Seine Hände auf meinem Gesicht, sind kalt und fest, doch er lässt mich nicht los.

Ich kann selbst nicht glauben was gerade passiert. Warum tut er das?

Fassungslos hebe ich meine Hand und lege sie auf seine Brust. Sie ist ebenfalls kalt, doch will ich gerade überhaupt nicht darüber nachdenken. Seine Lippen sind so weich, wie ich es bisher noch nie gespürt habe.

»Sie sind weg«, flüstert Brisk schließlich und holt mich damit aus meiner magischen, sicheren Welt. Mit einem Ruck löst er sich von meinen Lippen und schiebt mich schnell und unsanft zur Seite.

»Das wurde aber auch Zeit. Das war viel zu knapp! «, sagt Will entspannt und fährt sich durch die Haare, wärend er aufsteht. Ich sehe ihn verwirrt an und warte auf eine Erklärung. Ich meine, er kann mich doch nicht einfach küssen. Mein Blick ist wehmütig aber auch fragend.

»Wir müssen los Anna, komm!«, befiehlt er mir, doch sieht er mich dabei nicht an.

Mein Herz zerspringt in tausend Teile. Warum hatte er das getan, wenn es ihm jetzt leid tut? War das wirklich nur eine Ablenkung? Mein Herz rast und die Wut steigt in mir hoch. So etwas hat noch nie Jemand mit mir gemacht.

Ich springe auf und sehe ihn wütend an. »Was sollte das? Ich meine… den Kuss…ich meine «, stottere ich vor mich hin.

Er sieht mich durchdringend an. »Nicht, Anna. Nicht hier. Wir regeln das später!« ,sagt er arrogant doch sieht er mir dabei nicht in die Augen. »Wenn überhaupt. «

Hatte er das gerade wirklich gesagt? Fassungslos starre ich ihn an. »Du bist so ein Arsch«, sage ich wütend und gehe auf ihn zu. Mit aller kraft nehme ich Anlauf um ihn umzuschubsen. Ich treffe ihn mit voller Wucht, mit meiner vollen Wut. Er weicht nicht aus, doch komme ich auch nicht gegen ihn an. Er macht lediglich einen kleinen Schritt zurück, als ich ihn treffe.

 

Eine Weile sagt niemand etwas und die Stille, die uns umgibt zerreißt mich fast von innen. Langsam umschlinge ich meinen Brustkorb mit meinen Armen, als mir jäh heiße Tränen über die Wangen rinnen.

»Anna«, sagt Brisk vorsichtig, »Ich… Will nicht unterbrechen, was auch immer das hier ist, aber wir sollten gehen. Ich Meine… «, er macht eine kurze Pause, »…die kommen sicher wieder Und wenn wir dann nicht weg sind…«, er macht eine Handbewegung die mir zu verstehen gibt, dass es „Kehle durch schneiden“ bedeutet.

»Ja…«, sage ich zustimmend und sehe Will dabei wütend an, »das sollten wir. Lass uns gehen. Hilfst du mir, Brisk?«

Er nimmt mich unter meine Arme und wir setzen uns langsam in Bewegung. Will kommt auf mich zu, um meine andere Seite zu stützen, doch ich schlage seine Hand entschlossen zur Seite.

»Fass mich nicht an!«, Brülle ich ihn mit aufgerissenen Augen an. Ich bin so sauer, dass ich schreien will.

»Ist das dein jetzt dein Ernst?«, fragt er provokativ, »Du kannst nicht mal alleine laufen.«

»Und ob ich das kann. Meinet wegen krieche ich da hin, wo auch immer Brisk mich hin bringt « Ich bin so wütend auf ihn, dass ich fast meinen Verstand verliere. Mein Körper bebt und mein Gesicht ist heiß vor Wut.

Er sieht mich für einen Moment forschend an, ehe sich sein Blick verändert.

»Ok, Mensch. Geh voran!«, flüstert er abwertend, bevor er dann widerwillig zur Seite geht.

Was hatte das jetzt wieder zu bedeuten? Mensch? Ist hier irgend Jemand vielleicht kein Mensch? Will der mich verarschen? Wieso schafft dieser Mann es nur, mich so mit seinen Worten aus der Bahn zu werfen?

»O.k.«, presse ich schneidend durch die Zähne, doch ich betone jeden einzelnen Buchstaben extra. Als ich schließlich an ihm vorbei humpele, ist ein Lächeln auf seinen Lippen zu sehen. Ich beschließe mich davon nicht durcheinander bringen zu lassen und konzertiere mich auf den Waldweg. Eine Weile laufen wir noch weiter in den Wald hinein und ich frage mich so langsam, wo wir wohl eigentlich hin wollen. Meine Füße schmerzen und meine Wut, die mich bisher angetrieben hat, schwindet langsam.

»Können wir kurz eine Pause machen?«, keuche ich schmerzerfüllt. Weil niemand etwas sagt, sehe ich auf. Will sieht mich eindringlich an und legt seinen Zeigefinger auf seine Lippen. Als beide in die Hocke gehen tue ich es ihnen gleich.

Fragend sehe ich zwischen beiden hin und her, doch sie lassen beide ihre Blicke durch die Wälder streifen. Plötzlich fällt ein Schuß, nicht weit von mir entfernt trifft er in den Boden. Brisk und Will greifen sofort zu ihren Waffen und feuern in die Richtung aus dem Der Schuß kam. Die Vögel fliegen bei dem Lärm hastig von ihren Bäumen und ich schlage hastig die Hände über den Kopf zusammen. Die Angst hat mich wieder, als ich mich auf den Boden fallen lasse. Ein Mann in schwarz kommt hinter einem Baum hervor, bevor dann plötzlich alles ganz schnell geht: Ein weiterer Mann in schwarz sieht gerade in sein Visier, um einen Schuß anzusetzen, als er plötzlich wie wild vibriert und sein Körper zuckt. Seine Schusswaffe fällt zu Boden und seine Augen sind weit aufgerissen, bevor er unerwartet einen Schrei los lässt.

Er geht zu Boden und zum Vorschein kommt Ally. Sie hatte ihm ein Messer in den Rücken gerammt. Mit schnellen Schritten kommt sie auf uns zu. Im Schuss Hagel packt sie mich am Arm, als sie mich erreicht und hilft mir auf. Der zweite Mann geht zu Boden als Torell ihn mit einer Kugel mitten in den Kopf trifft.

»Weg, weg weg!«, brüllt Will und lässt seinen Blick weiter streifen. Brisk und Ally helfen mir weiter zu renne, ehe wir das Weite suchen. Umgeben von den zweien fühlt es sich an, als würde der Wald nur so an mir vorbei rauschen.

Von dem Gefühl der Schnelligkeit überwältigt, schließe ich meine Augen. Der Wind fegt an meinem Haar vorbei und lässt meine Wangen abkühlen. Betäubt von dem Erlebten lasse ich mich treiben.

 

»Anna, mach die Augen auf!«, flüstert Ally, »wir sind da.«

Langsam öffne ich meine Augen und lasse meinen Blick über die Umgebung schweifen. Wir sind immer noch im Wald, das steht fest. Bäume nichts als Bäume sind zu sehen. Brisk setzt mich langsam ab. Aufgeregt suche ich nach einem Hinweis.

Nach einer Weile sehe ich Ally fragend an, denn von einem Sicheren Ort ist nichts zu sehen.

»Wir sind noch im Wald «, stelle ich enttäuscht fest, »campen wir hier?«

Irritiert sehe ich mich um. »Was ist, wenn diese Leute wieder kommen? Wir sind doch hier nicht sicher! «

»Wir werden hier erst einmal sicher sein. Ich zeige dir wieso!«, sagt sie und tritt einen Schritt zurück. Der Trupp tut es ihr gleich. Mit langsamen Schritten geht sie auf einen Baum zu, dieser hat eine Markierung. Keine große, man könnte meinen es sei nicht gewollt. Sie Legt schließlich ihre Hand vorsichtig auf den Stamm.

Es vergehen ein paar Sekunden doch es geschieht nichts, und ich sehe sie fragend an.

»Umdrehen!«, sagt sie stolz.

Ich tue was sie sagt, drehe mich langsamen um, als mich fast der Schlag trifft.

Plötzlich ragt vor uns, ein riesen großer grauer Wohncontainer aus dem Wald.

Advertisements

2 Kommentare zu „Blood Hunter Kapitel 3 – Eine andere Welt“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s