Blood Hunter Kapitel 27-The Sun

Das Grinsen, auf meinem Gesicht, will einfach nicht verschwinden. Meine Wangen glühen und mein Puls will sich einfach nicht beruhigen, als ich plötzlich aus meinen Gedanken gerissen werde.

»Erde an Anna? « Torell winkt vor meinen Augen mit seiner Hand hin und her. Schnell stehe ich auf. »Öh, ja was ist los? «, frage ich aufgeregt und reibe mir die Arme.

»Hast du getrunken? «, fragt er irritiert.

»Ich, ja klar. Also ich hab…hab…einen ganzen Beutel leer getrunken «, stottere ich und weiß selbst nicht, was ich da rede. Er sieht mich für ein paar Sekunden fragend an, ehe er sich von mir abwendet. Schnell dreht er sich noch einmal um. »Ist wirklich alles in Ordnung? «

Ich reibe mir meine schwitzenden Hände an der Hose ab. »Alles bestens, Torell. Wirklich! «, versichere ich ihm und grinse in dabei an.

»Wenn nicht, dann sag es bitte, ich will dir helfen «, sagt er mit Nachdruck.

Ob er mir dabei helfen kann? Ich glaube nicht, dass Will damit einverstanden wäre. Ich kann mir ein Lächeln nicht verkneifen. »Mach ich. Was liegt jetzt an? Ich meine, der Tag hat begonnen und … «, sage ich und strecke meine Arme aus.

»Ja, ganz richtig, der Tag hat begonnen. Zeit sich endlich hin zuhauen. «

Irritiert sehe ich ihn an. »Jetzt? «

»Ich bin nicht dein Vater aber du solltest dich zur Ruhe legen, dein Körper wird sich dran gewöhnen müssen «, sagt er und verschwindet in den Kajüten Raum.

Als er die Tür zu macht, atme ich einmal tief durch und fahre mir durch die Haare. Erst jetzt, merke ich, dass ich wirklich ganz schön fertig bin. Ich begebe mich langsam zum Badezimmer und mache die Tür hinter mir zu.

Als es plötzlich an der Tür klopft, schrecke ich auf.

»Anna, hier ist eine Hose, die kannst du anziehen «, ertönt Allys Stimme, ehe ich sofort rot anlaufe. »Ja danke, häng sie mir an die Tür «.

Als ich sie nicht mehr höre, öffne ich die Tür und schnappe mir die Hose. Rasch ziehe ich sie an und denke an Torells Worte „Mein Vater „. Was er wohl gerade macht? Ist er in Sicherheit? Ich vermisse ihn nicht mehr so, wie am Anfang, es fühlt sich nicht mehr an, als wäre er Teil meines Lebens gewesen, dennoch bin ich traurig, dass er nicht bei mir sein kann. Es Klopft ein weiteres Mal an der Tür. »Du kannst die Kajüte über mir haben, ich weiß ja nicht wie lange du noch brauchst. Ich bin schon mal down «, sagt Ally.

»Alles klar vielen Dank. Ich komme gleich sofort, ich brauche nur noch eine Minute. «

Erst jetzt, werfe ich einen richtigen Blick in den Spiegel. Meine Augen leuchten so rot, dass man es nicht mehr als Blutrot bezeichnen könnte. Langsam fahre ich mit meinen Fingern über mein Gesicht. Die Berührung, fühlt sich immer noch an wie vorher, doch ist sie intensiver. Meine Nervenzellen reagieren jetzt sofort auf jede kleinste Berührung, als hätte ich etwas in mir, dass mich beschützt. Ob es Ally auch so ging? Schnell fahre ich mit meinen Fingern an meinem Kinn vorbei, bis hin zu meinem Hals. Als ich plötzlich über eine Erhöhung stolpere, reiße ich meine Augen auf und nähere mich dem Spiegel. »Oh mein Gott, was ist das? «, flüstere ich und drehe meinen Kopf ein wenig zur Seite. Zwei klitze kleine Einstichs Löcher sind zu sehen. Als ich mit meinen Fingern darüber fahre, zucke ich kurz zusammen. »Aua «, keuche ich, »Das tut scheiße weh. «

Als mir plötzlich einfällt, woher ich diese Löcher habe, erstarre ich sofort. Als wir uns geküsst haben, fuhr er mit seinen Lippen an meinem Hals entlang aber wieso habe ich den Biss nicht bemerkt? Wenn ich sie gesehen habe, dann sicher auch die anderen. »Oh nein «, flüstere ich und halte mir die Hände vors Gesicht. Schnell überlege ich mir, womit ich den Biss abdecken kann, als ich erneut einen Blick in den Spiegel werfe. Der Biss ist plötzlich kleiner geworden. »Was zum…«, nuschele ich und fahre mit meinen Fingern erneut darüber. Die Wunde schließt sich langsam aber sicher immer weiter, bis sie nach ein paar Sekunden, gar nicht mehr zu sehen ist. Erstaunt stehe ich vor dem Spiegel und kann nicht glauben, was ich sehe. Der Biss war wohl nicht tief genug, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ich kann mir ein leichtes Grinsen einfach nur verkneifen.

Ich trete schnell einen Schritt vom Spiegel zurück und werfe einen letzten Blick hinein, bevor ich das Bad verlasse.

 

Eine komische Ruhe ist eingetreten, ich kann mich nicht erinnern, dass es hier jemals so ruhig war, als ich noch als Mensch durch diese Hallen gewandert bin. Es musste wohl immer Jemand auf mich aufpassen. Erst jetzt, bemerke ich, wie viel Freiraum sie mir plötzlich lassen. Als ich vor der Tür zu den Kajüten stehe, überlege ich mir, meine freie Zeit doch lieber für mich zu nutzen. Torell hat zwar gesagt, dass ich mich ausruhen soll, doch würde es mir eh schwer fallen. Schnell drehe ich mich um und beschließe, noch einmal nach Will zu sehen. Als ich die Klinke zu seinem Zimmer herunterdrücke, steigt in mir wieder die Hitze. Ich grinse, wie ein Honigkuchenpferd, ehe ich sie langsam herunter drücke. Ich stecke meinen Kopf zwischen Tür und Türrahmen und luge hindurch. »Will? «

Als ich keine Antwort bekomme, stecke ich einen Fuß in die Türe, doch er reagiert nicht. »Will, ich bins Anna «, flüstere ich erneut, doch er starrt nur an die Decke. Seine Augen sind geöffnet, doch nimmt er mich nicht wahr.

Das meint Ally wohl mit dem down sein. Ich bin überhaupt nicht neugierig zu erfahren, wie das wohl ist.

»Nagut «, sage ich enttäuscht und mache die Tür wieder zu. Ein warmer Sonnenstrahl, scheint durch das Fenster neben der großen Tür herein. Mit schnellen Schritten, verlasse ich die Hütte und springe den Vorsprung hinunter. Die Luft ist warm, die Sonne steht sehr hoch am Himmel. Ob ich die Sonne immer noch genauso gut vertrage, wie vorher? Als ich aus dem Schatten, der Hütte trete, lasse ich sie mir auf meinen Körper scheinen. Sie ist wohlig warm, noch genauso wie vorher. Es kribbelt mir auf der Haut, bevor ich ein paar Schritte vorwärts mache. Ich habe die Sonne immer gemocht, auch als ich noch ein Mensch war.

»Du magst die Sonne immer noch? «, ertönt es plötzlich.

Schnell öffne ich meine Augen und drehe mich hastig um.

»Keine Sorge, ich bins nur «, sagt L belustigt und lehnt sich zurück.

»Hey, ich wusste nicht, dass du hier draußen bist «

»Komm zu mir rauf, wenn du magst « , sagt er mit einem Lächeln.

Schnell springe ich den Vorsprung und schließlich den Container hoch und setze mich neben ihn. »Ist das nicht zu heiß? «, frage ich.

Er öffnet ein Augen und sieht mich an. »Versuch deine Temperatur zu regeln, das kannst du ab jetzt «, er atmet einmal tief durch. »Ich habe die Sonne immer geliebt, auch wenn ich ein Vampir bin. Ich warte immer noch, bis ich sie aufgehen hab sehen, bevor ich mich selbst zur Ruhe lege. «

Ich tue es ihm gleich und setze mich im Schneidersitz neben ihn. »Ich liebe sie auch, die Sonne. Sie lässt meine Haut kribbeln. « Schnell schließ ich meine Augen und atme tief durch.

Eine Weile sitzen wir einfach nur da und sehen der Sonne gemeinsam zu, wie sie aufgeht. Das mag ich an L. Er zwingt mich nicht, mich zu öffnen, wenn ich nicht will. Er ist die ruhigste Person die ich kenne. Wir könnten stundenlang hier sitzen und würden einfach nur die Aussicht genießen. Schnell umschlinge ich meine Beine und lege meinen Kopf auf seine Schulter. »L?«

»Ja, kleine?«

Ich zögere einen Moment, bevor ich spreche. »Werde ich mich bald wieder komplett an alles erinnern? «

Er starrt weiter nach vorne, der Sonne entgegen. Er weiß genau, was ich damit meine, doch spricht er es nicht an. »Hm, es sollte nicht mehr all zu lange dauern aber ich muss dazu sagen, dass ich mich damit, nicht so genau auskenne. «

»Was ist das eigentlich mit dir und Ally «, platzt es mir plötzlich heraus, doch er verzieht wieder erwartend keine Miene. Als er nichts sagt, sehe ich auf. »Entschuldige, das geht mich nichts an. Ich war nur neugierig… «, flüstere ich doch er lächelt durchtrieben. »Ist schon ok, Anna «, er macht eine kurze Pause und öffnet seine Augen. Schnell lege ich meinen Kopf wieder auf seine Schulter. »Wenn du dich an Will erinnern könntest, würde ich dich jetzt fragen, ob du dir hättest vorstellen können, hier her zu kommen und dich zu verlieben aber da das noch nicht möglich ist, habe ich dir trotzdem schon mal eine Denkaufgabe gegeben. «

Rasch hebe ich meinen Kopf an und schenke ihm ein verschmitztes Lächeln. »Bin ich wirklich in ihn verliebt? «

Als er nichts sagt, um lediglich die Augen zu schließen und dämlich zu grinsen, hat er mir meine Frage beantwortet.

»Was ist nun mit Ally? «

»Du kennst sie, sie ist süß, sie ist smart, sie ist klug «, setz er seinen Satz an, doch beendet er ihn nicht.

»Aber? «, frage ich und rolle mit den Augen.

Er stupst mich mit seinem Ellbogen an. »Als ich damals in diese Einheit kam, gab es die Regel schon, sich nicht zu verlieben. Ich habe versucht mich daran zu halten. «

Ich sehe ihn erneut fragend an. »Aber? «

Er dreht seien Kopf zu mir. »Die Wahrscheinlichkeit, war nicht hoch, dass das passiert aber ich habe gelernt, dass man nicht alles planen kann. «

»Also ist da doch was? « Durchtrieben reibe ich meine Hände aneinander.

»Jetzt nervst du mich doch ganz schön, es wird Zeit, dass du verschwindest «, sagt er und lächelt dabei.

»Also Ally hat mir erzählt, dass ihr mehr für einander empfindet «

Schnell sieht er wieder nach vorn. »Wenn ich könnte, würde ich diese Frau sofort heiraten aber das geht leider nicht. « Erschrocken sehe ich ihn an.

»Was? «, fragt er, als wäre nichts gewesen.

»Ihr…ihr seid zusammen? «, frage ich mit offenem Mund.

Ich bekomme keine Antwort, er drückt mich lediglich wieder an seine Schulter.

»L? «, sage ich nach einer Weile.

»Hm? «

»Wir werden diesen Clan vernichten und Will wird dafür sorgen, dass ihr zusammen sein könnt «, flüstere ich und kann meine Tränen nicht mehr zurück halten.

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