Blood Hunter Kapitel 18-Blondes Gift

 

Anna…

 

Langsam öffne ich meine Lider. Als ich benommen zur Decke sehe, kommt sie mir seltsam vertrau vor. An diese Decke, habe ich so oft geschaut. Immer, nachdem ich mal wieder das Bewusstsein verloren habe oder wieder einmal verletzt wurde.

»Du bist wach «, flüstert eine vertraute Stimme.

»Sollte ich fragen, warum wir hier sind? «, flüstere ich ebenfalls, doch es schwingt Wut mit in meiner Stimme. Langsam kommen meine Erinnerungen zurück. Vor meinem geistigen Auge, spielt sich das Drama erneut ab. Dass meine ehemalige beste Freundin mich töten wollte, dass sie einfach nicht mehr die Person ist, für die ich mich selbst vor eine Kugel geschmissen hätte, anstatt eine von ihr zu kassieren. Um den Gedanken weg zu schieben, drücke ich meinen Kopf ins Kissen.

»Will wollte, dass ich dich wegbringe. Er wusste, dass du in der Villa nicht mehr sicher bist, solange Raven da ist. Wir haben das richtige getan «, versichert Ally mir und dreht an dem Ventil der Nadel, in meinem Arm. »Lass uns die Schmerzmittel etwas runter stellen. «

»Schmerzmittel? «, frage ich aufgeregt und versuche mich aufzusetzen. Während ich das tue, stelle ich fest, dass mein Arm in Gips liegt.

»Dein Arm ist beim Sturz gebrochen, aber das wird nicht so lange zum heilen brauchen, wie bei Menschen, keine Sorgen. « Sie drückt meinen Oberkörper wieder runter und setzt sich dann neben mir aufs Bett.

»An was kannst du dich erinnern? «

Ich schließe langsam die Augen und versuche noch einmal alles Revue passieren zu lassen.

»Wir waren auf dem Maskenball, Will hat mich zur Seite gezogen… «, Ich stocke abrupt, bevor mir klar wird, dass ich das besser nicht erzählen soll. »…um mich zu fragen, warum ich da bin. « Ich hole einmal tief Luft, bevor ich weiterrede.

»Sel, sie hat mich die Treppe runter geschleudert « Schnell öffne ich meine Lider und fasse mir klagend an den Kopf.

»Ok, das reicht erst mal. Du hast eine Gehirnerschütterung und solltest dich erst einmal nicht übernehmen «, sagt sie, ehe sie aufsteht und zum Fenster geht. Sie wirft einen besorgten Blick hinaus und atmet schwer.

»Was ist los Ally? «

Wärend sie antwortet, wird ihr Blick finster. »Ich wollte Will eigentlich nicht mit dem ganzen Scheiß alleine lassen. Ich kann ihm von hier aus nicht helfen, ich meine, wir sind ein Team und wir haben es bisher noch überall raus geschafft. Wenn Will recht hat, dann hängt Raven da irgendwie mit drin und das wiederum bedeutet, dass wir in sehr viel größeren Schwierigkeiten stecken, als wir angenommen haben. « Sie verschränkt die Arme vor der Brust und sieht mich an. »Ich denke, dass Raven nicht viel tun musste, um deine Freundin auf dich aufzuhetzen. Ich denke, dass sie sie gefoltert haben und dass sie dir nun die Schuld dafür gibt. «

Erschrocken sehe ich sie an. »Aber was hätte Raven davon, mich zu töten? «

»Es gibt eine Prophezeiung, die besagt, dass nachdem unsere natürlichen Feinde ausgerottet worden sind, wir uns schließlich gegenseitig vernichten. So sollen wir eigentlich aus der Geschichte verschwinden. Es gibt aber eine Hintertür und da kommst du ins Spiel. «

Langsam versuche ich mich zur Seite zu drehen. »Sag schon Ally! «

»Es heißt, dass der Clan, der das blonde Gift besitzt, der Sieger in diesem Krieg sein wird. Er wird die anderen Clans vernichten. «

»Aber kann man dieses Gift nicht nehmen und es teilen? «, frage ich sie aufgeregt.

Sie wirft mir einen verächtlichen Blick zu. »Meinst du unter Vampiren ist es anders als bei Menschen? Jeder will das Gift für sich und den Gegner damit vernichten «, sie macht eine kurze Pause. »Und ganz ehrlich Anna, ich wäre froh, wenn wir diesen Clan endlich vernichten könnten. Sie haben uns schon so viel Leid angetan, haben uns unserer Familien beraubt. «

»Ally, auch ihr habt das getan «, sage ich vorsichtig und bin mir sicher, dass sie mich jetzt ebenfalls umbringen will.

Durchdringend sieht sie mich an. »Du kannst das nicht verstehen, dein Vater lebt ja noch. «

Als sie mir plötzlich den Rücken zukehrt, plagt mich das schlechte Gewissen. Ich weiß wirklich nicht, wie sich ein Verlust anfühlt. Doch, ich habe es in den letzten Tagen erfahren und bin fast daran zerbrochen.

Als es plötzlich an der Tür klopft, schnelle ich erwartungsvoll hoch.

Die Tür geht auf und Torell kommt herein. »Hey Schlafmütze, geht es dir besser? «, fragt er mich und kann sich ein Lächeln nicht verkneifen.

»Du bist auch hier? «, frage ich aufgeregt und klopfe mit der Hand neben mir aufs Bett. Schnell setz er sich neben mich, doch schaut er mich plötzlich komisch an.

»Was? «

»Ich will nur sichergehen, dass es dir gut geht. Ich muss nachher Bericht erstatten, weißt du? «

»Wie meinst du das? «

»Hat Ally dir noch nicht erzählt, was passiert ist? « Schnell wirft er einen Blick in ihre Richtung, doch sie sieht raus in die Ferne.

»Erzähl schon! «

»Nachdem Sel dich die Treppe runter geschupst hat, bin ich sofort los und habe uns unsere Waffen geholt. Ich wusste, dass Will sie verfolgen wird und so war es auch. Sie lief dann raus in die Stadt und wir haben sie schließlich bis zum Wald gejagt. Sie bekam aber Hilfe und so ist sie dann entkommen. Ich habe den Jenigen gesucht, der ihr helfen wollte aber er «, er macht eine kurze Pause, »sie ist geflohen. «

Erstaunt sehe ich ihn an. »Will hat sie verfolgt? Wegen mir? «

Eine Weile studiert er mich. Er scheint nach Worten zu suchen.

»Anna ich «, setz er an. »Ich weiß nicht wie ich dir das sagen soll aber ich kenne Will schon sehr lange und sein Leben bestand bisher eigentlich immer nur aus Krieg und Hass. Seitdem du da bist, hat sich plötzlich nicht nur für ihn alles verändert. «

»Wir waren eigentlich gegen diese Verbindung «, wirft Ally plötzlich ein.

»Verbindung? Was soll das heißen? Zwischen mir und Will «, ich wedele mit den Armen »Da ist nichts. «

Die beiden sehen sich plötzlich an. »Ich meine das Ernst Leute «, versichere ich ihnen.

Als Ally auf mich zukommt, halte ich plötzlich die Luft an.

»Anna, es ist ja schön, dass du dir das vielleicht einredest aber ich sag dir jetzt mal was: Wenn ein König dir sein Blut anbietet, dann musst du dir sogar etwas darauf einbilden. «

Als sie den Satz ausgesprochen hat, weiß ich nicht, was ich sagen soll. Was hat das zu bedeuten? Ist das wieder so ein Vampir Ding, dass ich wieder nicht verstehe? Verwirrt sehe ich Torell an.

»Und der König, was ist mit ihm, hat sie ihn getötet? «

Als Torell plötzlich aufspringt, sehe ich ihm nach. Langsam geht er zum Computertisch und nimmt sich eine Schere.

»Getötet? Mit einem Messer? Er ist der fucking König, meinst du den kannst du einfach so umbringen? «

Was hatte das jetzt wieder zu bedeuten?

»Äh, wie meinst du das? «

»Ich meine, was auch immer sie vorhatte, es war nicht, den König mit dem Messer zu töten. Aber, wie kommst du darauf? «

»Naja, also sie hat das Messer ja geworfen, das heißt doch, dass sie ihn töten wollte, oder? «, sage ich und rolle dabei mit den Augen.

»Würdest du uns jetzt endlich sagen, was los ist Anna? «, fragt Ally genervt.

»Also ich dachte, dass sie den König töten will, weil sie das Messer auf ihn geworfen hat und «, ich unterbreche meinen Satz plötzlich, denn ich weiß nicht, ob ich ihnen die Wahrheit erzählen sollte.

»Und? «, fragt Torell und sieht mich fragend an.

Zögernd sehe ich ihn an »Naja da war dieser Mann und… «

»Was für ein Mann «, unterbricht Torell mich sofort.

»Er hatte mich zum Tanzen aufgefordert und danach musste er plötzlich weg, hatte er gesagt aber, als ich dann mit Ally getanzt hatte, brauchte ich eine Auszeit und da zog er mich zur Seite. «

»Was hat der Mann gesagt, Anna? « Aufgeregt setz Ally sich neben mich und sieht mich dabei mit aufgerissenen Augen an.

»Na, dass eine Frau vorhat, den König zu töten und dass ich das verhindern könnte. «

Sichtlich geschockt sehen sie mich beide an und Ich fühle mich plötzlich unwohl. »Ich habe nicht darüber nachgedacht, ich wollte nur den König retten und…«

»Anna, stopp! «, sagt Torell plötzlich und sieht mich eindringlich an. »Wie sah der Mann aus? «

Einen Moment überlege ich, bevor ich spreche. »Also sein Gesicht, konnte ich nicht sehen aber ich kann euch beschreiben, was er anhatte. «

Als Torell mir zunickt, fahre ich fort. »Er trug einen schwarzen Anzug, war blond und seine Maske, ging nur über das halbe Gesicht. «

Als sie sich beide fragend ansehen, zucke ich mit den Schultern. »Aber wer das sein könnte, weiß ich nicht. «

»Ich weiß, wer das war aber ich verstehe nicht, warum er dich gewarnt hat, dass der König angegriffen wird. Ich meine, dass Sel ihn mit einem Messer nicht tötet, hätte ihm klar sein sollen. «

Aufgeregt sehe ich Ally an. »Sag schon, wer war es? «

»Das war Adam, das Schoßhündchen von Raven. «

 

 

 

 

12 Stunden zuvor…

 

 

Will…

 

Raven hält mich am Arm fest. »Ich werde das nicht zulassen, Will. Du kannst das Mädchen jetzt nicht zurückbringen, sie wird sterben, das willst du doch nicht oder? «, sagt sie mit einem provokanten Lächeln auf den Lippen.

»Ich mache, was ich will Raven und ich will jetzt, dass der Mensch von hier verschwindet «, sage ich so abwertend wie möglich.

Eine Weile starrt sie mich durchdringlich an. »Ich glaube nicht, dass es das ist, was du willst, denn ich mag die kleine und es wäre ein Jammer, wenn sie stirbt. « Einen kurzen Moment hält sie inne, als würde sie überlegen. »Ich mache dir ein Angebot, ich nehme sie. «

Ich würde sie für diesen plumpen Versuch, mich zu verarschen, am liebsten einen Kopfschuss verpassen. Kurz umklammere ich meine Waffe, ehe Ally schnell auf mich zukommt, um sie langsam wieder runter zu drücken. »Will «, sagt sie knapp und ich lasse sie ab. Ich würdige Raven keine Antwort und gehe stattdessen einfach an ihr vorbei.

Als ich vor dem Bett stehe, weiß ich plötzlich nicht mehr was ich sagen soll. Wie ein Engel, liegt Anna in dem kleinen Bett und atmet langsam ein und aus. Sie sieht so zerbrechlich aus. Ich würde ihr gerne sagen, dass ich Sel für sie finden werde, doch versprechen, dass ich sie nicht sofort töte, könnte ich ihr nicht. Stattdessen setze ich einen abwertenden Gesichtsausdruck auf und drehe mich um. »Ich kann dieses Ding nicht mehr in meiner Nähe ertragen, bring es weg von hier Ally! «

»Wie du befiehlst Boss! «, sagt sie schnell. »Dann würde ich euch bitte, den Raum zu verlassen. «

Ich nicke ihr zu und drücke Raven dann aus der Tür, bevor ich sie hinter uns schließe.

Raven macht ein paar Schritte aus der Tür, ehe sie plötzlich stehen bleibt. »Wenn sie abtransportiert wird, dann sag mir doch bitte Bescheid. « Ihr falsches Grinsen wird immer größer.

Weil ich ihr nicht antworte, sieht sie mich durchdringend an. »Ich meine es Ernst William. «

Wenn nicht der ganze Clan auf dem Spiel stehen würde, hätte sie nur am heutigen Tage bereits zwei Kugeln im Kopf.

»Woher wusstest du, dass es Sel ist? «, frage ich knapp und sehe provokant auf meine Waffe.

Einen Moment sieht sie mich an. » Wie bitte? «, sie klimpert ein paarmal mit den Augen.

»Eine ganz einfache Frage. « Ich gehe auf sie zu und betone jedes Wort einzeln. »Woher, wusstest du, dass Sel das Messer auf den König geworfen hat? «

Nervös sieht sie hin und her. »Ich habe ihren Namen überhaupt nicht erwähnt. «

Ich schaue ihr tief in die Augen, bevor ich etwas sage. »Nicht? «

Kurz ist ihre Arroganz verschwunden und weicht Nervosität, doch als sie ihr arrogantes Lächeln wiedergefunden hat, schiebt sich mich ein Stück zurück. »Ich weiß nicht, was du von mir willst aber ich wusste nicht, dass es Sel war, woher auch? «

Ich antworte ihr nicht und gehe lediglich zurück zur Tür.

Wütend sieht sie mich an. »Ich weiß nicht, was du für Spielchen spielst aber darauf habe ich wahrscheinlich nicht mein Leben lang Lust. «

Ich lehne mich an die Tür und grinse sie an. »Wir werden sehen. «

Als die große Tür endlich aufgeht, kommen Torell und L zurück. Langsam gehe ich einen Schritt auf sie zu. »Jungs? «

Schwer atmend bleiben sie vor mir stehen. »Ist sie da drin? «, fragt Torell.

Ich schaue ihn misstrauisch an. »Ja, lass uns reingehen. «

Wärend ich die Tür aufmache und die Jungs hineingehen, werfe ich Raven noch ein Lächeln zu, bevor ich dann ebenfalls hineintrete und die Tür schließe. »Was gefunden? «

Noch bevor ich die Worte ausgesprochen habe, rennt L auf Ally zu und presst dann plötzlich seine Lippen gierig auf seine.

Ally öffnet verlegen die Augen und sieht in die Runde. »Ich will dich nicht verlieren, wenn dir das passiert wäre, ich würde…«

Doch Ally unterbricht ihn schnell mit einem weiteren Kuss. Schnell drehe ich mich peinlich berührt zur Seite.

»Leute, ich will ja nicht stören oder so aber wir sollten Anna von hier wegbringen «

L lässt Ally plötzlich los und schiebt sie ein Stück zur Seite. » Er hat Recht, wir sollten das verschieben. «

Wie eine Statue, steht sie plötzlich da und bewegt sich nicht. »Erde an Ally «, scherzt Torell und nimmt ihr den Koffer ab, den sie bereits für den Transport vorbereitet hat.

»öh, ja! Also Will, dann nimmst du Anna «, sagt sie noch überrascht und wedelt mit den Armen.

»Klar «, sage ich knapp und zwinkere ihr zu, woraufhin sie mir ein kleines Lächeln schenkt.

Langsam hebe ich Anna aus ihrem Bett, bevor Ally mir die Tür aufmacht. Schnell trete ich durch sie durch und gehe mit schnellen Schritten den Flur entlang. Immer wieder werfe ich einen Blick zu allen Seiten, um sicher zu gehen, dass Raven nicht mehr in der Nähe ist.

Als wir den großen Ausgang schließlich erreichen, gebe ich Torell das Zeichen, ein Auto zu holen. Wenige Minuten später, fährt er vor und macht die Hintertüren auf.

»Warum ein normales Auto, Torell? «, flüstere ich.

»Damit fallen wir weniger auf «, flüstert er ebenfalls, bevor er sie mir abnimmt. Langsam lässt er sie auf den Rücksitz gleiten. Als er die Türen leise zu macht, werfe ich noch mal einen Blick hinein. Wo ist sie hier nur hineingeraten?

»Sag ihr, dass ich nachkomme, sobald es geht. Wir bleiben in Kontakt, Torell! «, sage ich, ehe ich ihm meine Hand auf die Schulter lege und ihm in die Augen sehe.

»Ich beschütze sie mit meinem Leben «, versichert er mir, ehe er es mir gleichtut.

Ich trete langsam einen Schritt zurück, bevor Ally noch einmal zu mir kommt.

Sie umarmt mich kräftig und legt ihren Kopf auf meine Brust. »Mach keinen Scheiß! «, flüstert sie.

»Ich doch nicht «, sage ich und lege mein Kinn auf ihren Kopf. »Und jetzt hau schon ab! «

Als sie mich loslässt, nicke ich L noch einmal zu, bevor sie dann zusammen einsteigen.

Das Auto setzt sich in Bewegung und fährt langsam vom Hof, also schließe ich kurz die Augen, um durchzuatmen. Die Zeit bisher, ist auch an mir nicht spurlos vorübergegangen. Langsam mache ich einen Schritt zur Seite, ehe ich plötzlich einen Schrecklichen Schmerz zwischen meinen Schulterblättern verspüre. Ich reiße meine Augen schmerzerfüllt und gehe keuchend zu Bode.

»Wie süß, nur ein Mensch, ja? «, flüstert eine vertraute weibliche Stimme. Kurzerhand steht sie über mir.

»Falls du dich fragst was das ist, das ist ein Silber Messer. Ich warne dich ein letztes Mal, wenn du diese Hochzeit nicht durchziehst, dann werde ich dich und deinen widerlichen kleinen Clan direkt vernichten!

 

 

 

 

 

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