Blood Hunter Kapitel 16-Lauf!

 

Als ich mich von ihm wegbewege, wird mir plötzlich schlecht. Ich beuge mich ein wenig nach vorne und greife mir an die Kehle. Als in dem Moment, die Musik verstummt, sehe ich auf. Die Masse teilt sich abermals in der Mitte, doch sind sie jetzt nicht mehr nach Mann und Frau aufgeteilt. Schnell tue ich es ihnen gleich und lasse mich ein Stück nach hinten gleiten, bis ich in der zweiten Reihe verschwinde. Die braune Tür schwingt langsam auf, der Tenor setzt wieder ein und aus der Tür, kommen vier weitere Wachen, gefolgt vom König und seiner Frau. Als der König und seine Gemahlin, den Raum betreten, kniet das Volk im Gleichschritt ehrfürchtig nieder. Auch ich lasse mich absinken, weil ich aber so neugierig bin, werfe ich weiterhin einen Blick nach vorne. Das ist sie also, das ist Wills Mutter. Leichtfüßig kommt sie herein, schwebt über den Boden des Saals und dabei scheint sich nicht älter als dreißig zu sein. Sie hat schwarze lange Haare und trägt sie sogar als einzige der anwesenden offen. Ihr Kleid, ist eine Schönheit: Es ist weiß, schmiegt sich an sie an und ihre goldene Maske macht das Outfit komplett. Darüber, trägt sie einen roten Umhang, der ihr bis zu den Knöcheln reicht. Anmutig folgt sie ihrem König durch die kleine Gasse, die das Volk ihnen eröffnet hatte, hinter ihnen tuen es ihnen weitere vier Wachen gleich. Als sie den oberen Treppenansatz erreicht haben, drehen sie sich schließlich beide um. Die Musik verstummt, als der König seine Hand hebt und ich bin total von der hier herrschenden Atmosphäre berührt´.

»Kreaturen der Nacht, erhebt euch! «, befiehlt der König, ehe wir seinem Wunsch sofort nachkommen. Schnell, sehe ich mich um, ob Will sich noch in meiner Nähe befindet, doch sitzt er wieder oben auf der Erhöhung, auf seinem Thron. Mit Raven. Sicher wird gleich wieder die Musik einsetzen und er wird versuchen mich ein weiteres Mal in seinen Bann zu ziehen.

»Der heutige Anlass, warum wir heute den Dent-Clan und den Hunt-Clan vereinigt haben, steht hier hinter mir « Er dreht sich einmal um und zeigt auf Raven. Diese erhebt sich arrogant und kommt auf ihn zu. Als der König ihre Hand nimmt, küsst er ihren Handrücken. Schnell zieht er sie vor sich. »Meine Freunde. Sie ist der Grund, warum wir uns alle vereinen werden. Sie ist der Grund, warum wir noch lange Zeit in Frieden zusammenleben können. Längst ist die Zeit von Mord und gegenseitigem Zerstören vorbei, längst sind wir eine Familie geworden. «

Als der eine Teil der Vampire aufgeregt applaudiert, sehe ich sofort, wer zu der anderen Seite gehört. Ein aufgezwungenes Lächeln auf der Dent-Seite, Jubel auf der anderen. Erst jetzt, wird mir klar, wie wichtig diese Hochzeit für den Erhalt der Vampire ist, doch würde ich selber wollen, dass die Mörder, die meine Familie und Freunde abgeschlachtet habe, mit uns zusammenleben, nur damit ich selber keine Angst mehr haben muss? Zum Glück musste ich mir diese Frage noch nie stellen, doch ich glaube, dass es langsam Zeit ist, Partei zu ergreifen. Ich kann Will verstehen, doch was ich wiederum nicht verstehen kann ist, dass er das alles, den ganzen Clan, für uns aufs Spiel setzt. Ich hatte bisher nicht das Gefühl, dass er es ernst gemeint hat.

Als mir plötzlich schmerzlich bewusstwird, dass ich mir ab morgen, über dieses Thema keine Gedanken mehr machen muss, trübt es plötzlich meine Stimmung. Das hier, das ist es was ich will. Hierhin gehöre ich. Ich gehöre zu Ally und auch zu allen anderen hier.

Als de König und seine Königin sich umdrehen, um neben dem Verlobungspaar Platz zu nehmen, setzen sich die Leute wieder in Bewegung. Die Musik setzt in einem dreiviertel Takt ein. Die perfekte Musik, um Walzer zu tanzen. Jeder der Gäste, sucht sich einen Partner, ehe die Kleider wieder zur Musik fliegen. Als ich Ally auf der anderen Seite sehe, sieht sich mich im gleichen Moment an und winkt mir zu. Mit schnellen Schritten kommt sie zu mir rüber. »Anna das ist der Wahnsinn, ich habe gesehen, dass du mit Jemandem getanzt hast «, sagt sie, stößt plötzlich einen sehr hohen Freudenschrei aus und klatscht zweimal in die Hände.

»Ja, aber wer das war, weiß ich gar nicht «, gestehe ich und nehme ihre Hände in meine.

»Wieso? Hast du ihn nicht gefragt? «

»Ich habe nicht drüber nachgedacht «, sage ich verlegen.

»Also von unserem Clan war er nicht, ich kannte ihn nicht. «

Schnell zucke ich mit den Schultern. »Ist auch egal, er musste eh schon gehen. «

»So früh schon? «, sie sieht mich vorwurfsvoll an. »Sicher, dass du nicht einfach nur eine schlechte Tänzerin bist? «

»Das kann auch sein «, sage ich und lache laut los.

»Dann komm, dann tanzen wir jetzt! « Schnell zieht sie mich am Arm und geht in Haltung.

Wärend wir miteinander tanzen, denke ich über Allys Frage nach. Wieso musste der Maskierte Mann wohl schon so früh gehen? Lag das wirklich an mir? Eine Drehung, folgt der nächsten und die Tanzfläche wird immer voller. Amüsiert, lasse ich Ally ein paarmal die Drehung vollführen und dann anders herum.

Als schließlich ein neues Lied beginnt, lasse ich sie los. »So Ally, du musst dir jetzt mal ein paar Runden jemanden anderes suchen, ich kann nicht mehr. «

»Na gut «, sie sagt sie knapp und verbeugt sich einmal vor mir.

»Oh, macht man das hier so? «

»Ein Zeichen dafür, dass es mich sehr erfreut hat, mit euch zu tanzen MiLady «, sagt sie lächelnd.

»Oh danke ebenfalls MiLady «, sage ich ebenfalls lächelnd und verbeuge mich.

»Sie dich hier mal um! «, sagt sie augenzwinkernd und verschwindet dann wieder in der Masse.

»Wozu denn noch? «, rufe ich ihr hinterher, doch sie kann mich längst nicht mehr hören.

Langsam lasse ich meinen Blick über die Masse streifen. Alle sehen so schön aus, mit ihren Kleidern und Masken. Zwischendurch singen sie mit oder tanzen einfach nur im Duett. Das, sollen die widerlichen Kreaturen, aus den Büchern und Filmen sein? Niemals!

Langsam schiebe ich mich durch die Masse hindurch durch, um Luft zu holen.

Wärend ich mir einen Weg durch die Vampire bahne, werfe ich einen Blick auf die, die am Rand stehen und aus Gläsern mit roter Flüssigkeit trinken. Ob das wohl das ist, was ich denke?

Als ein Vampir, der ein wenig weiter weg von mir steht, aus seinem Glas trinkt, rinnt ihm plötzlich am Mund etwas Flüssigkeit herunter. Schnell wischt er sie sich mit der Handfläche ab und unterhält sich weiter mit der Frau, die vor ihm steht.

Langsam gehe ich weiter und schaue mir die Leute genau an, ehe mich plötzlich abermals eine Hand von hinten Packt. Doch dieses Mal, dreht er mich nicht um. Schnell schnappt er nach meinen Händen und dreht sie auf den Rücken, bevor er mir schließlich unsanft in eine Ecke drücken will. »Hör mir jetzt ganz genau zu Mensch! Der König, wird gleich das Opfer eines Mordanschlags, wenn du ihn retten willst, dann rennst du gleich sofort die Treppen hoch und versuchst das aufzuhalten. «

Sofort brennen sich seine Worte in meinen Kopf, ich erkenne sofort den Ernst der Lage. »Was meinst du damit? Wer will ihn tötet? «, frage ich aufgeregt.

»Du wirst niemals Jemandem sagen, dass dich dir das gesagt habe. Du wirst einfach nur als die Heldin dastehen. Hast du das verstanden? «, befiehlt er knapp und mit ruhiger Stimme, doch sein Ton lässt keine Widerworte zu.

»Wie wird das geschehen? «, frage ich schwer atmend.

»Sie wird ihm ein Messer ins Herz rammen «, sagt er trocken.

»Wann? «, ausdruckslos starre ich nach vorn, stelle mir vor, wie es passieren könnte.

»Wenn ich es dir sage.«

Ich nicke nur fast unmerklich, als Zeichen, dass ich verstanden habe.

Jemand will den König töten, wer könnte das wohl sein? Da mir nur eine Person einfällt, die dazu in der Lage wäre, überlege ich mir schon mal verschiedene Szenarien, um sie aufzuhalten. Als ich sie das letzte Mal sah, saß sie auf dem Thron neben Will. Wäre es gut, ihm zu sagen, was los ist? Würde der mir glauben?

»Nicht mehr lange « Er holt mich aus meinen Gedanken.

Langsam mache ich mich bereit, um los zu laufen, sollte er mir das Kommando geben.

Ein paar Sekunden vergehen, bevor er mich plötzlich nach vorne schiebt. »Los! «

Den Schwung, den er mir mit seinem Arm mitgegeben hat, nutze ich. Langsam schiebe ich mich nach vorne durch die Leute, nachdem ich noch mal einen flüchtigen Blick nach hinten werfe. Als ich erkenne, dass es der halb maskierte Mann ist, mit dem ich eben noch getanzt habe, trifft mich fast der Schlag, doch bringt es mich nicht von meinem Ziel ab. Die Vampire um mich herum, erkennen aber nicht, dass ich es eilig habe. Hastig schiebe ich die Leute aus dem Weg, um durch zu kommen, doch sie wollen nicht auf Seite gehen. Die Panik steht mir Ins Gesicht geschrieben, doch merken die anderen vielen Vampire, in diesem Raum nicht, wie ernst es ist, da ich Maske trage. Sie tanzen munter weiter zur Musik, nicht wissend, dass sie alle gleich Zeugen eines Verbrechens werden. Ein paar Leute, die ich unsanft auf Seite geschoben habe, meckern mir etwas hinterher, für das ich aber nichts weitergebe. An der großen Treppe endlich angekommen, raffe ich vorne schnell mein Kleid in die Höhe, um die Stufen hinauf zu laufen, ehe mir eine Frau von oben entgegenkommt. Sie trägt ebenfalls ein wunderschönes kurzes, schwarzes Kleid und eine blaue Maske. Ihre blonden Haare, hat sie sich nach oben gesteckt und an den Seiten herunterfallen lassen. Ihre Augen und ihre Lippen sind Türkis geschminkt. Als sie langsam die Treppe herunter stolziert, blitzt etwas Silbernes in ihrer Hand auf, ehe sie mich arrogant anlächelt.

Als ich daraufhin versuche, ihr auszuweichen, packt sie plötzlich meine Hand.

»Was versuchst du hier? «, brüllt sie mich abwertend an.

»Wer bist du? «, presse ich durch die Zähne und reiße meine Hand los. Als sich mich abermals mit beiden Händen packt, merke ich erst wie stark sie ist. »Erkennst du mich denn nicht Anna? «, fragt sie arrogant und hebt mich in die Höhe.

Als ich schließlich ihr in die Augen erkennen kann, weiß ich plötzlich ganz genau wer sie ist, doch will ich es nicht wahrhaben.

»Das kann nicht sein, Ally hat dich… « Meine Stimme versagt, während sie mich weiter mit Leichtigkeit in der Luft hält. Ich schaffe es nicht mich von ihr zu lösen. »Was willst du von mir? «, frage ich schmerzerfüllt, ehe plötzlich die Musik verstummt. Sofort sind alle anwesenden Augen nur noch auf uns gerichtet. Ein Raunen geht durch den Saal, ehe sie mich abrupt loslässt. Mit voller Wucht, schmeißt sie mich die Treppe hinunter, bevor sie mit dem Messer, dass sie immer noch in ihrer Hand hält, ausholt und genau zielt. Mit einem kräftigen Schwung holt sie aus und wirft, mit der ihr zu Verfügung stehenden Kraft, direkt auf den König.

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