Blood Hunter Kapitel 13-Audienz

Als es plötzlich an der Tür klopft, schrecke ich auf.

»Wer ist das?«, flüstere ich aufgeregt.

Rasch springt Ally auf und geht zur Tür. »Welche Überraschung «, sagt sie ironisch und grinst dabei.

Als ich seine tiefe Stimme höre, durchfährt es mich sofort durch Mark und Bein.

»Hey, ich…ich wollte kurz mit Anna reden «, sagt er und fährt sich durch die Haare.

Ally macht einen Schritt zur Seite, um ihn rein zu bitten. Langsam kommt er auf mich zu und sieht mich durchdringend an. »Ich wollte nur kurz Bescheid sagen, dass mein Vater gerade nicht da ist, wir aber morgen früh mit ihm reden können.«

Ich hieve meine Beine aus dem Bett. Weil ich nichts sage, macht er einen Schritt auf mich zu.

»Stopp! Du kannst da stehen bleiben, ich habe es verstanden «, sage ich schroff und verschränke die Arme.

Ally sieht mich fragend an, ehe sie einen Schritt aus der Tür macht. »Ich bin gleich wieder da, redet oder macht sonst was «, winkt sie ab.

 

Eine Weile sagt niemand etwas, ich sehe vor Aufregung auf den Boden. Langsam geht er zum Bücherregal und fährt mit den Fingern über den Einband eines Buches. Schnell werfe ich einen Blick in seine Richtung um zu sehen, was er macht. Ich werde nicht damit anfangen, mich zu rechtfertigen, warum er mich geküsst hat, also sitze ich da und wippe mit meinem Fuß hin und her.

»Bist du sauer? «

Ich werfe ihm sofort einen unmissverständlichen Blick zu. Ist das sein ernst? Ob ich sauer bin? Nein ich starre den Boden an, weil hier jemand die Fussel nicht weggesaugt hat.

»Ok, du bist sauer «, stell er fest, doch setzt er sich plötzlich neben mich. »Anna, es fällt mir nicht leicht, mich von dir fern zu halten aber ich muss das tun. «

Ich unterbreche ihn sofort. »Ally hat mir gerade erzählt, warum ihr im Militär nicht lieben dürft «, flüstere ich leise.

Erschrocken springt er auf. »Was? «

»Naja, sie hat mir von Adam erzählt, dass er getötet wurde. «

Plötzlich reißt er seine Augen auf und sieht mich bedrohlich an. »Hat sie auch gesagt, wieso er getötet wurde?«

Fragend sehe ich ihn an. »Also, sie sagte, dass ihr in einem Einsatz wart und, dass ihr dann gefangen genommen wurdet und dass Adam dann…«, ich mache eine kurze Pause. »…Ally sollte wählen, sie konnte es aber nicht und…«. Er unterbricht mich sofort.

»Nein, Anna…«, er schließt kurz seine Augen, als würde er es nochmal vor seinem geistigen Auge sehen. »Er ist gestorben, weil Ally und er ein Paar waren. «

Erschrocken springe ich auf. »Was? «

»Er wechselte das Ziel zwischen Adam und mir und wartete dann auf eine Reaktion von Ally. Er merkte sofort, dass sie ihn liebte. Das ist der Grund warum er starb, weil das, der größere Schmerz für sie war. Hätte er mich getötet, wäre das Leben irgendwann weitergegangen, doch als er sich dazu entschied Adam zu töten, hat er ihr ein Loch in ihr Herz gerissen. Sie hat sehr lange dafür gebraucht, darüber hinweg zu kommen. Sein Ziel wurde erreicht « Er fährt sich schmererfüllt durch die Haare und legt zärtlich eine Hand auf meine Wange. Er sieht mir tief in die Augen, und streichelt mich mit seinem Daumen. Schnell fährt er mit der anderen Hand an meinem Ohr vorbei, zu meinem Hinterkopf. Langsam schiebt er eine meiner Haarsträhnen zur Seite. »Ich könnte es nicht ertragen, dich zu verlieren. Ich verzichte lieber ganz darauf, als dass mir das Herz herausgerissen wird, weil dir was passiert. «

Völlig überrumpelt von seinen Worten, löse ich mich von seiner Nähe. »Ich habe das nicht gewusst «, stottere ich. »Also gibt Ally sich die Schuld? «

Sein Blick wird plötzlich härter. »Anna das ist lange her, ok? Sie ist mittlerweile darüber hin weg. Ich habe ihr nie einen Vorwurf gemacht. Im Grunde genommen, waren wir selbst schuld. Wir waren arrogant und hochnäsig. Wir waren noch nicht lange im Team und Adam und ich wollten uns profilieren. « Als er einen Schritt nach hinten macht, ist er plötzlich sehr viel weiter weg, als nur die Zentimeter die uns trennen. Ich kann ihm ansehen, dass gerade alles wieder hochkommt. Langsam mache ich einen Schritt auf ihn zu. »Will ich…«

Ein Klopfen an der Tür unterbricht mich mitten im Satz. »Master Will, euer Vater will euch sehen «, ertönt es durch die Tür.

Erschrocken geht er zur Tür und macht sie auf. »Ist er wieder da?«

»Ja Master. Er wünscht euch sofort zu sprechen! «, sagt der Mann steif. »Und natürlich auch Miss Pierce und den Rest von Trupp One. «

»Wir kommen sofort «, sagt Will knapp und macht die Tür hastig wieder zu.

Mit schnellen Schritten, kommt er auf mich zu gerannt und packt mich an den Schultern.

»Hör mir zu, das ist jetzt ganz wichtig, Anna! Egal was jetzt gleich passiert, du sagst nichts! Hast du verstanden? «, eindringlich sieht er mich an.

»Was? Wieso was ist denn los? «, verängstigt sehe ich ihn an.

»Mein Vater ist zurück und er will uns jetzt sehen. Ich regele alles aber es ist wichtig, dass du dich nicht einmischst. Du brauchst dir keine Sorgen machen aber bitte tu mir den Gefallen. «

Mit seinem Blick, macht er mir plötzlich Angst. Ich glaube, dass ich mir doch Sorgen machen sollte, doch lasse ich mir nichts anmerken. »Ok… « Schnell nimmt er meine Hand und zieht mich auf den Flur.

Wärend wir den Flur entlanggehen, stoßen Brisk und Torell zu uns, doch von Ally und L ist keine Spur zu sehen.

Es herrscht eine komische Stimmung, als wir die goldene Treppe hinuntergehen und dann nach rechts abbiegen. Eine braune Flügeltür wird geöffnet, ehe wir durch einen langen Korridor gehen. An den Wänden hängen alte Gemälde, die gleiche Vorhänge wie im Saal, hängen auch hier über den Fenstern.

Als uns zwei wunderhübsche Frauen in schwarzen Kleidern entgegenkommen, starren sie mich an und fangen an zu tuscheln. Weil ich mich nach ihnen umdrehe, sieht Will mich finster an und zieht mich weiter nach vorn. »Etwas schneller, bitte. Man lässt seinen König nicht warten. «

Bevor wir rechts abbiegen, kommen L und Ally von der anderen Seite auf uns zu und als ich sie anlächle, lächelt sie nur schwach zurück. Als Will Ally sieht, lässt er meine Hand los und schiebt mich in ihrer Richtung.

»Was ist los, Ally? «, frage ich aufgeregt.

»Nicht jetzt! «, winkt sie ab.

Will öffnet eine große braune Tür, mit einem goldenen Griff, bevor wir alle langsam nacheinander eintreten.

Als Ally und der Trupp sich an die Wand neben der Tür stellt, tue ich es ihnen gleich, doch Will gibt mir zu verstehen, mich zwischen Torell und Ally zu stellen. Ich frage nicht warum, ich tue es einfach.

Der Raum ist dunkel und kühl, es fällt fast kein Licht hinein. Lediglich die Kerzenhalter an den Wänden, geben ein wenig Licht und Wärme. Am Ende des Raumes, stehen in einem Halbkreis, weitere Kerzen um einen riesigen Thron herum.

»Du bleibst hier und tust was Torell dir sagt «, flüstert Will, ehe er sich von mir entfernt und langsam auf den Thron zu geht. Als er davorsteht, kniet er nieder.

»Mein König «, ehrfürchtig lässt er den Kopf sinken. »Ihr wolltet mich sehen? «

Als plötzlich links von ihm eine Tür quietschend aufgeht, tuen es ihm alle gleich. Ich sehe mich hastig um, bevor Ally mich am Arm zu sich herunterzieht. Nervös lasse ich mich nieder, doch luge ich nach vorne, als dann Jemand eintritt.

Eine dunkle Gestalt in schwarz gehüllt, betritt den Raum. Seine Bewegungen machen den Anschein, er würde schweben. Ein Mann, ich würde ihn auf Anfang vierzig schätzen, mit einer Aura, die ich vorher noch nicht gespürt habe. Er hat schwarze schulterlange Haare und trägt einen weißen Vollbart. Sein Blick ist düster und unheimlich. Sein Umhang ist schwarz, doch an den Schultern ist er mit Tier Fell bestickt. Goldene Ringe zieren seine Finger und am Hals hat er Tätowierungen, die ich aber nicht genauer erkennen kann.

Wärend er sich langsam auf seinem Thron niederlässt, sieht Will ihn an.

»Mein Sohn «, ertönt eine raue dunkle Stimme, die durch Mark und Bein dringt. Die Stimme hallt durch den Raum, sodass mich der Klang erzittern lässt. »Ich bin heute nicht allein. «

»Wie meint ihr das, mein König?«, fragt Will.

»Wir haben einen Gast. Wie ich hörte, haben sich Sachen zu getragen, die es zu klären gilt «. Seine Stimme ist ruhig, doch sehr bestimmend. »Komm herein, mein Kind! «

Als die Tür abermals aufgeht, betritt eine Frau den Raum, die ebenfalls ganz in schwarz gehüllt ist.

Genau zu erkennen ist sie nicht, doch merke ich sofort, dass es Raven ist. In meiner ersten Vision, hatte ich sie von hinten gesehen. Ihre schwarzen langen gelockten Haare, wehen hin und her und ihr roter Lippenstift sticht sofort hervor. Leichtfüßig kommt sie herein, schwingt ihren schwarzen Pelzumhang nach hinten und kniet sich ebenfalls ehrfürchtig von dem Thron. »Mein König.«

»Nun mein Kind, wollen wir klären, was passiert ist?«. Er sagt dies, als wäre es eine Frage, doch es ist ein Befehl.

»Gerne «, sagt sie provokant.

»Steht auf! «, befiehlt der König, ehe wir seinen Befehl ausführen.

Ich balle meine Hände zu Fäusten und sehe Ally wütend an. »Was macht die hier? «

»Nicht Anna! «, sagt Ally schroff und legt ihren Zeigefinger auf die Lippen.

»Mein König «, setzt Raven an. »Wie ich euch bereits erzählt habe, war einer meiner Trupps dabei, sich in Houston ein wenig umzusehen. Als sie eine Besorgungstour machte, wurden sie vom Trupp One niedergeschossen. Es war ihnen nicht mehr möglich zu fragen, warum sie einfach so auf sie losgingen «, sie dreht sich langsam in unsere Richtung. »Will nahm wohl fälschlicherweise an, wir würden uns für Menschen interessieren. Aus einem mir unbegreiflichen Grund, entführte er dann diesen Menschen dort hinten «, sie zeigt mit dem Finger auf mich, » Ehe dieser, plötzlich gestern mit einer Waffe das Feuer auf uns eröffnete. «

Als Will sie plötzlich wütend anfährt, grinst sie ihn an. »Das kann nicht dein Ernst sein Raven. Was soll das? Wieso verdrehst du hier die Tatsachen?«

»Baby ich verdrehe hier gar nichts, ich erzähle was passiert ist «

Als ich höre was sie von sich gibt, wird mir schlecht. Will soll mich entführt haben?

»Was ziehst du hier für eine Show ab? Was hast du vor? «, brüllt er sie an. Er kneift seine Augen zu und sieht sie wütend an.

»William «, raunt die Stimme wütend. »Lass sie ausreden! «

»Ja Meister «, knurrt er, doch sieht er Raven durchdringend an.

Ehe sie weiterspricht, grinst sich mich provokant an und fährt dann fort. »Es ist eindeutig, mein König, dass dieser Trupp, mehrere meiner Männer grundlos umgebracht hat. «

Will ballt die Fäuste und kann sich nicht mehr zurückhalten. »Meister, es war genau andersherum. «

Eine Weile sieht er ihn durchdringen an. »Fahr fort mein Sohn! «

»Raven versucht schon seit Ewigkeiten uns zu sabotieren, sehr ihr das denn nicht? Sie waren auf der Suche nach Mädchen, die wie Anna aussehen. Sie haben mehrere entführt, wir wusste am Anfang nicht wieso. Wir haben das Mädchen gerettet, nachdem viele die Transformation nicht überlebt hatten. Wir nahmen sie mit und haben sie wieder auf die Beine bekommen. Raven lockte uns, dank einer Freundin in eine Falle, Anna hat uns da rausgeholt «, presst er heraus und sieht den König eidringlich an.

»Dieser Mensch «, er schaut mich jetzt direkt an, »Soll euch gerettet haben? Einen ausgebildeten Elite Trupp? Wie soll sie das gemacht haben, soll sie sich als Blutquelle auf den Boden geworfen haben? «, belustigt sieht er Will an.

Als Will plötzlich schockiert drein Blickt, wird mir klar, was er denkt. Wenn er die Wahrheit sagen will, muss er zugeben, dass wir etwas getan haben, was verboten ist. Dass ich etwas getan habe, was verboten ist.

Verachtend sieht er Raven an, doch diese grinst nur provokant. »Was ist los verlobter? Gibt es ein Problem? «

Als er sich plötzlich umdreht und auf mich zukommt, packt mich die Angst. Er nimmt meine Hand und zieht mich zum Thron. Schnell lasse ich mich auf den Boden fallen, um vor ihm zu knien. »Mein König «

»Steht auf, Mensch! Ich bin nicht euer König «, sagt er abwertend.

»Doch, Meister das seid ihr «, flüstert Will.

»Wie meinst du das, Sohn? «

»Sie haben sie infiziert «, presst er durch die Zähne, es fällt ihm sichtlich schwer, es auszusprechen.

»Dann wäre sie tot oder eine von uns. Sie ist aber noch sehr lebendig, und ich kann an ihr nichts sehen, was sie eine von uns erscheinen lässt «, sagt der König schnell.

Raven sieht den König eindringlich an. »Ich sage die Wahrheit, mein König. «

Ich traue mich nicht, mich zu bewegen, doch kann ich die Anspannung, die von Will ausgeht, spüren.

»Ich habe die Transformation gestoppt «, gibt er wütend zu.

Plötzlich wird alles still im Raum, niemand sagt etwas, doch Will zieht mich am Arm zu sich hoch. Langsam stelle ich mich hinter ihn.

»Was hast du getan? «, flüstert der König fassungslos.

Raven tut es ihm gleich. »Du hast … dieses Ding, von deinem Blut kosten lassen? «, aufgebracht macht sie einen Schritt nach hinten und bleckt die Zähne. Als plötzlich alle in Angrifsstellung gehen, steht der König auf. »Ruhe! «, brüllt er so laut, dass mir fast das Trommelfell platzt. »ich wünsche Raven und meinem Sohn alleine zu sprechen! Sofort! «

Will sieht ihn schuldbewusst an. Als Torell plötzlich zu mir kommt, packt er mich am Arm und zieht mich zu sich.

»Egal wie das hier ausgeht, mein Freund. Pass auf sie auf, bitte! «, flüstert er zu Torell, ehe dieser mich aus der Tür rausschiebt.

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