Blood Hunter Kapitel 1 – Entführung mit Folgen

Es ist erst sechs Uhr in der Früh, als mein Wecker Amok läuft. Langsam drehe ich mich zu ihm um, damit ich ihn ausschalten kann.

»Viel zu früh! «, nuschele ich in mein Kissen und drehe mich zurück, um es erneut zu umarmen. Ich beschließe meine Augen noch für einen kurzen Moment zu schließen, doch meine innere Uhr sagt mir, dass es längst Zeit ist, den Tag anzugehen.

Ein Bein lasse ich aus dem Bett hängen, ehe das andere langsam folgt. Jammernd hieve ich mich hoch und bewege mich schlaftrunken in Richtung Badezimmer.

Ich schalte das Radio an, um den Wetterbericht für Pasadena zu hören, als mein Handy vibriert, also gehe ich zurück zum Bett und nehme es von der Ladestation.

»Ah, nur Selina «, murmele ich und lasse mir gleich eine passende Ausrede auf ihre Frage, ob wir heute shoppen gehen, einfallen.

Selina ist meine beste Freundin, bekommt aber leider von ihren Eltern zu viel Geld in den Hintern gesteckt, um es dann aus dem Fenster zu werfen. Ein eigenes Auto zum Schulabschluss? Kein Problem für sie. Sie musste nie, wie andere Menschen, nach dem Unterricht einem Job nachgehen, um sich nebenher Sachen leisten zu können. So wie ich. Meine Familie war nie reich, ich wuchs in einem kleinen Haus bei meinem Dad in Austin auf. Meine Mutter ist abgehauen, als ich ein Baby war und mein Dad zog mich alleine auf. So, erzählte er es mir immer. Er lehrte mich, dass man hart für sein Leben arbeiten muss und dass es sich immer lohnt, fleißig zu sein. Weil es immer nur Dad und mich gab, hatten wir immer eine ganz besondere Verbindung. Sie war ruhig und vertrauensvoll, das ist es, was uns beide verbindet.

Er hat eine kleine Werkstatt im Zentrum der Stadt, auf die er sehr stolz ist. Ab und an helfe ich ihm dort aus, um ihm einen Gefallen zu tun und um mir Kleinigkeiten leisten zu können, die so nicht möglich wären. Die Werkstatt lief schon immer gut, denn Autos hielten in dieser kleinen Stadt nie lange, da sich niemand teurere Autos leisten konnte. Alles musste repariert werden.

Es war ein Dorf mit Menschen, die nicht viel besaßen, dir aber alles gaben, solltest du in Not sein.

Als ich vor einem Jahr nach Houston umzog, um am College Geschichte zu studieren, war mein Dad sehr traurig. Ich versicherte ihm, dass sich für uns nichts ändern würde. Ich nahm mir vor, ihn täglich anzurufen und ihm eine abgeschwächte Version des Collage-Lebens zu erzählen.

Vor allem interessiert er sich aber dafür, dass sein kleines Mädchen nicht auf die schiefe Bahn gerät und sich nicht mit den Jungs einlässt, die mit ihr zur Schule gehen.

»Anna Jane Pierce…«, sagte er immer, »…das mit den Jungs kannst du später immer noch alles haben. Konzentrier dich auf das Wesentliche!«

Ich halte mich daran, so gut es eben geht und jobbe nach der Schule noch in „Dans Lounge“. Einer kleinen Bibliothek, die ziemlich gut besucht ist.

Dan ist ein Freund meiner besten Freundin Selina, was mir den Job schließlich verschaffte. Ich brauche diesen Job, um mir meine kleine Einzimmerwohnung, direkt um die Ecke des Colleges leisten zu können. Selina wusste das und wickelte Dan deshalb bei dem Bewerbungsgespräch um den Finger.

»Gern geschehen «, hatte sie mir zwinkernd zugeflüstert, als wir den kleinen Buchladen verlassen hatten und in ihr Auto eingestiegen sind.

 

Ich lege das Handy zurück auf meinen Nachtschrank und gehe zurück in mein kleines Badezimmer.

Es ist nur fünf Quadratmeter groß, dennoch habe ich es bei meinem Einzug liebevoll eingerichtet. Ich schmunzele, als ich daran zurückdenke. Meine weißen Vorhänge von zuhause befinden sich auch hier, vor dem einzigen kleinen Fenster, das mein Bad zu bieten hat.

Als ich meine Zähne geputzt habe, kämme ich mir meine blonden Haare und entscheide mich dafür, sie heute offen zu tragen. Sie sind mittlerweile sehr lang geworden.

»Wird schon gehen.« Kichernd trete ich vom Spiegel zurück. Wieder in meinem Schlafzimmer angekommen, ziehe ich meine blaue Röhrenjeans und mein beiges Top von gestern an. Gerade, als ich vor meinem Schuhschrank stehe, singt Katy Perry ihre letzte Strophe zu Ende und daraufhin liest der Moderator den Wetterbericht vor.

»Liebe Leute da draußen, es ist 6:30 Uhr und heute wird ein wunderschöner Tag! Es wird regnen, aber macht das Beste draus! Das hier ist die Aktuelle von Rihanna und wir wünschen euch einen angenehmen Start in den Tag!«

»Na toll, Regen. Wer mag es nicht?«, kommentiere ich den Wetterbericht ironisch und verdrehe die Augen.

Damit ist die heutige Schuhfrage – Stiefel oder Ballerinas – beantwortet und ich greife nach meinen Stiefeln und meinem Regenmantel, der hinter der Eingangstür hängt. Als ich mein Handy vom Nachttisch nehme, tippe ich eine Antwort an Selina: »Wir waren doch erst letzte Woche shoppen

Es dauert nicht lange, bis mein Handy erneut vibriert: »Ja liebe A.J. Das ist richtig! Letze Woche ist aber schon ewig her und ich brauche neue Klamotten. Also?«, schreibt sie und erwartet nun eine plausiblere Ausrede. Ich klappe mein Handy zu, denn ich weiß, sie wird nicht lockerlassen. Wenn es um Klamotten geht, ist sie wie ein Kampfhund, der sich festgebissen hat.

Ich schnappe mir meinen Rucksack und lasse ihn über meine Schulter hängen, bevor ich heraustrete und meine Haustür abschließe.

Während ich durch den großen Hausflur gehe, wird mir plötzlich unwohl, es beschleicht mich ein komisches Gefühl. Ich drehe mich hastig um, da ich jäh das Gefühl habe, beobachtet zu werden. Ein kalter Schauer rinnt mir leicht über den Rücken.

Ich schrecke kurz auf, als mich zwei funkelnde Augen plötzlich aus der Dunkelheit ansehen, doch dann erkenne ich, dass es ist nur Mrs. Andersons Katze ist, die vor ihrer Eingangstür sitzt.

»Du hast mich erschreckt, Kleiner«, sage ich atemlos doch auch erleichtert, gehe aber dennoch in die Hocke, um ihn zu streicheln. »Mach das nicht noch mal ok, Kleiner?«

Eigentlich mag ich Katzen nicht, da diese kleinen Biester unberechenbar sind und einem jederzeit, mit ihren Krallen, die Augen auskratzen können. Meine damalige beste Freundin hatte so eine Katze. Wir saßen damals bei ihr zuhause zusammen auf der Wiese im Garten, als ihre Katze plötzlich um die Ecke kam und mir, ohne Vorwarnung, einfach eine mit ihrer kleinen Pfote ins Gesicht verpasste.

Ich scheuche die schnurrende Katze mit einer kleinen Handbewegung zurück zur Tür und richte mich wieder auf. Kurzerhand tippe ich noch eine Antwort an Selina: »Also gut… Wenn du magst, heute nach der Schule.«

 

Einen Block weiter, mache ich kurz Halt bei einem Kiosk, auf der anderen Seite der Straße. Dort ist wenig los, daher beschließe ich mir einen Kaffee zu holen.

»Vielen Dank!«, sage ich freundlich und gebe der Dame schließlich das Geld, nachdem sie mir den Kaffee herübergereicht hat.

Ich krempele meinen Jackenärmel hoch, um auf meine Uhr zu sehen: Noch fünfzehn Minuten.

Langsam schlendere über die große, grüne Wiese etwas abseits der Straße zum College. Die Allee ist einer meiner Lieblingsorte am College. Die kleine Wiese, ist umrundet mit einer kleinen halbhohen Mauer, die von hier aus den Anschein macht, als sei sie Kilometer lang.

»Ganz schön warm, dafür, dass es regnen soll…«, murmele ich, schließe die Augen und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Sie steht gerade so hoch, dass sie schön warm auf der Haut ist, aber dennoch nicht so warm, dass man denken könnte, wir hätten Sommer. Dass ich von Selina immer noch nichts gehört habe, macht mich stutzig. Ich schaue erneut auf mein Handy, doch sie hat immer noch nicht geantwortet.

Am Campus angekommen, beschließe ich schon mal in Richtung der Hörsäle zu gehen.

Ich werfe währenddessen erneut einen Blick auf mein Handy. Nichts. »Hm, wer weiß, wo sie abhängt. Sie wird sicher noch kommen.«

Als ich am Eingang des Gebäudes ankomme, lasse ich den Blick über meine Kommilitonen schweifen, doch auch hier ist sie nicht zu sehen. Ich schließe mich dem Schwarm an, der sich gerade durch die Eingangstür ins Gebäude drängt, bis hin zu einem langen Korridor, auf dem sich die Spinde befinden. Als ich meinen schließlich erreiche, schaue ich noch mal auf die Uhr.

»7:52 Uhr«, flüstere ich zu mir selbst und gebe kurzerhand die Zahlenkombination meines Spints, in das Schloss ein. Doch als ich es öffnen will, bemerke ich, dass es klemmt. »Scheiße geh auf!«, knurre ich und haue mit voller Kraft, meine Faust gegen die Tür. »Komm schon!«, presse ich durch die Zähne wütend hindurch und rüttele so fest es geht, an der Tür.

Na super, das hatte mir ja gerade noch gefehlt. Von Selina nichts zu hören, wahrscheinlich lässt sie mich den Tag über allein, was aber überhaupt nicht typisch für sie war. Und dann sowas.

Mit einem festen Ruck ziehe ich noch mal an der Tür, bevor sie plötzlich scheppernd auffliegt und mir meine Bücher entgegenfliegen und auf dem Boden landen.

»Das ist doch nicht wahr…«, flüstere ich genervt und gehe in die Hocke, um sie aufzuheben.

Mein Lieblingsbuch hebe ich dabei zuerst auf. Ich fahre mit den Fingern den Einband nach. Es geht darin um ein Mädchen und einen Jungen, die sich auf dem College begegnen. Er ist ein Arschloch und sie kommt aus einer Snob-Familie. Er kann sie am Anfang nicht ausstehen und sie ihn noch weniger. Sie verbringen aber aus verschiedenen Gründen immer wieder Zeit miteinander und merken nach und nach, dass Vorurteile bisher ihr Leben bestimmt haben. Sie ist gar nicht so spießig, wie er dachte, doch dafür ist er ein noch größeres Arschloch, als sie dachte. Sie verliebt sich aber trotzdem in ihn und die wilde Fahrt beginnt.

Ich glaubte früher nie an kitschige Bücher und ich mochte sie noch weniger lesen, aber dieses Buch hat es einfach in sich.

Mit meinen Fingern fahre ich das „A“ von „After Passion“ nach und schwelge in Erinnerungen dieses schönen Buches, als mir plötzlich ein kleiner Schauer über den Rücke fährt und mich in die Realität zurückholt. Ich schaue mich fragend um, doch ist nichts Ungewöhnliches zu sehen.

»Na dann mal los!«, motiviere ich mich, hebe die zwei anderen Geschichtsbücher auf und stelle sie wieder an ihren Platz. Ich werfe noch einen letzten Blick in den Spiegel in der Innenseite der Spint Tür. Selina hatte mir als Freundschaftszeichen ein Armband von ihr darüber gehängt.

Ich diskutierte damals mit ihr darüber, dass man Armbänder lieber tragen sollte und dass sie nicht in einem Spint zu hängen haben, doch sie gab nicht nach und beharrte darauf, dass ich es dort hängen lassen soll. »Wenn du es so trägst, kannst du es verlieren, A.J.!«, meinte sie zwinkernd und ich hatte, wie immer um ihr ihren Willen zu lassen und um endlich Ruhe zu bekommen, ja gesagt.

Mit meinen Fingern fahre ich die winzigen blauen Perlen des Bandes nach und bin nun doch dankbar dafür, dass ich es habe. Ich nehme mein Mathebuch aus dem mittleren Fach und stecke es in meinen Rucksack. Gerade als ich die Tür von meinem Spint schließen will, nehme ich hinter mir eine rasche Bewegung im Spiegel wahr. Ich drehe mich erneut hastig um, aber in meiner direkten Nähe ist niemand zu sehen. Generell ist der Flur inzwischen komplett leer, ich habe wohl zu lange getrödelt und die Stunde hat schon angefangen. Lediglich am Ende des Flurs sah ich eine schwarzgekleidete Person entlang huschen. Seltsam, was habe ich dann eben im Spiegel gesehen? Verunsichert schaue ich mich um.

»Hallo?… Ist hier jemand?«, rufe ich zögernd, während ich mir meinen Rucksack umhänge und den Spint schließe.

Es ist niemand zu sehen. »Ok…?«, flüstere ich und denke mir nichts weiter dabei. Ich bin so früh aufgestanden und jetzt doch zu spät! Was für ein Scheißtag!

 

Als ich im Hörsaal ankomme, ist der Professor noch nicht da. Es hat zum Glück keiner gemerkt, dass ich zu spät bin. Ein paar der Studenten kennt man vom Sehen, bei den meisten habe ich aber das Gefühl, sie noch nie in meinem Leben gesehen zu haben. In der hintersten Reihe sitzt Amber und winkt mir zu. »Hey Anna, komm zu mir!«

Mit großen Schritten gehe ich die Stufen hoch und setze mich neben sie. Kurz lasse ich meinen Blick über die anderen Kommilitonen schweifen, doch von Selina ist nichts zu sehen.

»Hey, na. Hast du Sel heute schon gesehen?«, frage ich sie besorgt.

»Nein heute noch nicht, wieso?«, Sie sieht mich fragend an. Ihre braunen Locken fallen ihr dabei ins Gesicht.

»Ich habe sie auch noch nicht gesehen und sie antwortet mir irgendwie nicht auf meine SMS «, sage ich betrübt.

»Hm, naja vielleicht hatte sie heute keine Lust auf Uni und ist mit Mark unterwegs?«, sagt sie. Sie zuckt mit den Schultern und grinst dabei. »Mach dir keine Sorgen. Du kennst sie, früher oder später taucht sie wieder auf.«

»Ach na klar «, winke ich ab und versuche mich ab jetzt auf den Unterricht zu konzentrieren.

Als der Professor rein kommt werden alle sofort ganz still und setzen sich auf ihre Plätze. Während der gesamten Vorlesung frage ich mich, wieso sie mir nicht Bescheid gesagt hat und lasse den Blick über den Hörsaal streifen.

»Miss Pierce? Ist ihnen der Unterricht zu langweilig? «

Eine Männerstimme holt mich aus meinen Gedanken.

»Wie bitte?… Ja, also ich meinen: Nein Sir!«, stottere ich.

»Wenn dies nicht der Fall ist, dann schlafen sie bitte nicht halb ein, Miss Pierce. Wenn doch, dann verlassen sie bitte sofort meinen Hörsaal!«, sagt der Professor Streng und durchbohrt mich fast mit seinem Blick.

»Entschuldigung Mr. Miller. Das kommt nicht mehr vor«, versichere ich ihm und wedele hastig mit den Armen.

»Gut, danke «, sagt er verärgert und fährt mit seiner Erklärung über die Standardabweichung fort.

Ich kann es nicht glaube, ich habe den Mann und dieses Fach nie gemocht. Ich glaube, der Professor kann mich genau so wenig ausstehen, wie ich ihn, doch leider brauche ich aber dieses Fach, um durchs College zu kommen.

 

Die beiden Unterrichtsstunden dauern gefühlt, gut das doppelte und mein Kopf raucht langsam, wegen der ganze Informationen.

Als es endlich klingelt und die Stunde vorbei ist, packe ich schnell meine Sachen zusammen und verlasse fluchtartig den Raum. Ich laufe den langen Flur entlang, raus durch die große Tür. Auf der Wiese angekommen bleibe ich stehen und atme erst einmal tief durch. Meine Arme lasse ich an den Seiten herunterfallen, sodass mein Rucksack von meiner Schulter fällt. »Oh man…was ist das heute nur für ein Tag?« Langsam lasse mich auf die Wiese fallen und hole meinen mp3 Player aus meiner Jackentasche. Hastig stecke ich mir beide Kopfhörer in die Ohren und drehe laut. Coheed and cambria schmettern mir den Song Islands um die Ohren, bevor ich mich langsam zurückfallen lasse und die Augen schließe. Irgendwie scheint heute nicht mein Tag zu sein, also beschließe ich mir gleich noch mehr Kaffee zu holen.

 

Nach einer Weile hänge ich mir meine Tasche um und laufe den kleinen Weg mit der Mauer drum rum, wieder zurück. Da an dem Kiosk viel los ist, entscheide ich mich dafür, gegenüber zum Starbuchs zu gehen. Langsam schiebe ich die Tür zur Seite und gehe auf den Tresen zu.

»Hallo. Einen Kaffee bitte zum Mitnehmen.«

»Name?«, fragt der Mann freundlich.

»Anna«, flüstere ich ungeduldig.

»Es dauert ein paar Sekunden«, erklärt der Mann freundlich.

Na super. Ich nehme mein Handy aus der Tasche und werfe erneut einen Blick aufs Display.

Da ich immer noch keine Antwort bekommen habe, durchstöbere ich den News Feed auf meinem Handy. Dort zu finden, ist ein paar Promi-Paare die sich getrennt haben und hier und da ein Film der guten Kritiken bekommen hat.

»Der Kaffee für Anna «, ertönt es schließlich.

Ich nehme mir meinen Kaffee und lege das Geld auf den Tresen. Mit großen Schritten gehe ich auf die Tür zu und mache sie nach außen hin auf, als mich plötzlich Jemand anrempelt. Ich falle ein paar Schritt zurück, als die Person mich an der Schulter streift. Mein Kaffeebecher fällt zu Boden und läuft aus.

»Hey!« Brülle ich dem Mann genervt hinterher, doch dieser scheint überhaupt nicht beeindruckt. Er zieht lediglich seinen Hut weiter ins Gesicht, geht mit schnellen Schritten weiter und verschwindet im Getümmel der Menschen. Er trug einen schwarzen Mantel, das hatte ich heute schon einmal gesehen. Plötzlich erinnere ich mich wieder an den Spiegel. »Das kann nicht sein! «, fährt es mir durch den Kopf, »Na toll, das war es dann jetzt mit dem Kaffee. Kann dieser Tag eigentlich noch schlimmer werden?«

Ich hebe den Becher auf und schmeiße ihn in den nächsten Mülleimer.

»Für heute reicht’s! «, grummele ich genervt und beschließe für heute nach Hause zu gehen.

 

Genervt biege ich in meine Straße ein, als mich plötzlich wieder dieses seltsame Gefühl durchfährt. Ruckartig bleibe ich stehen, doch drehe ich mich nicht um.

Mit schnellen Schritten kommt Jemand auf mich zu und Mein Pegel des Genervt-seins scheint nicht zu fallen. Als ich mich schließlich doch hastig umdrehe, um auf Nummer Sicher zu gehen, greift Jemand meine Hand und dreht sie schlagartig um. Als ich bemerke, dass ich die Person – die mir definitiv viel zu nah ist- nicht kenne, überkommt mich die Angst. Ich versuche meine Hand los zu schlagen, doch eine zweite Hand packt meine und dreht sie mir dann schmerzvoll auf den Rücken. Ich keuche auf und meine Gedanken überschlagen sich.

»Hilfe, ich muss Hilfe holen«, schrillen meine Alarmglocken, ehe ich los brülle.

Mit einem Schnellen Griff liegt ein Handschuh über meinem Mund. Ich bekomme plötzlich keine Luft mehr.

Ein weiterer Mann kommt auf mich zu. Er ist schwarz gekleidet, trägt einen schwarzen Hut und einen schwarzen Mantel.

»Was wollen Sie von mir?«, nuschele ich durch die Hand des Typen und starre den Mann, mit dem komischen Hut, mit aufgerissenen Augen an. Mein Puls rast, ich kann ihn in meinen Ohren pulsieren hören. Grinsend kommt der Mann auf mich zu. Das ist der Mann! Ganz eindeutig.

»Blond, und der Rest stimmt auch in etwa «, sagt er zufrieden und sucht meinen Körper weiter mit seinen Blicken ab. Am liebsten würde ich dem Kerl die Augen raus kratzen. Mit einem kräftigen Ruck versuche ich meine Arme zu lösen, doch der Mann, der mich festhält, ist zu stark.

»Locker bleiben Puppe!«, sagt dieser arrogant und haucht mir mit seinem widerlichen Atem ins Ohr. »Wenn du nicht spurst, leg ich dich gleich hier um«.

Die Angst erfasst mich und heiße Tränen rinnen über mein Gesicht, als ich nachgebe und meine Schultern sinken lasse.

»Ich nehme jetzt die Hand weg und du wirst nicht schreien, verstanden?«, raunt der Mann hinter mir und ich nicke daraufhin ängstlich.

Langsam löst er seine Hand von meinem Mund. Mir ist klar, dass dies nun meine letzte Chance ist um Hilfe zu brüllen. Ich nehme darum allen Mut zusammen und schreie.

»HILFE!«, brülle ich so laut ich kann, doch ehe mich Jemand hören kann, drückt mir der Mann seinen Handschuh wieder auf den Mund und meine Sicht verdunkelt sich. Ich verspüre plötzlich einen stechenden Schmerz in meinem Arm und mir wird klar: Der Penner verabreicht mir irgendwas mit einer Nadel. Noch bevor ich diesen Gedanken zu Ende bringen kann, erschlafft mein Körper und ich verliere mein Bewusstsein.

 

Licht dringt durch meine Lider. Mein Kopf ist schwer und mein Körper fühlt sich an, als wäre ich von einem Laster überrollt worden.

»Wo bin ich?«, flüstere ich schmerzerfüllt, ehe mir meine Stirn einen Stich versetzt. Keuchend lasse ich meinen Körper ein wenig hinunter sinken. Ich spüre eine kalte Wand in meinem Rücken. Als ich versuche meine Augen zu öffnen, gelingt es mir nicht sofort, doch laute Schreie lösen mich aus meiner Starre.

Ich öffne meine Augen ein wenig und nun kann ich erkennen, was vor mir geschieht: Die Männer – ich erkenne sie sofort wieder- die mir etwas verabreicht haben, stehen wenige Meter von mir entfernt. Da der kleinere von beiden mit dem Rücken zu mir steht kann ich nicht sehen, was genau sie da machen.

»Wenn sie es wäre, hätten wir es schon gewusst, Jesk. Nehmen wir eine andere, die gibt nichts mehr her «, sagt der Mann spottend während er sich die Hände mit einem Lappen abtrocknet.

Erst jetzt erinnere ich mich wieder daran, was passiert ist. Als ich mich umsehe, sehe ich noch drei weitere Frauen die verängstigt und gefesselt dasitzen und weinen. Die Panik ergreift mich als ich merke, dass meine Hände ebenfalls gefesselt sind. Mein Puls wird schneller und mein Kopf schmerzt. Ich bemerke, dass er Knebel in meinem Mund nach Blut schmeckt , bevor ich erneut das Bewusstsein verliere.

 

Ein lauter Knall ertönt plötzlich, der mich aus meiner Ohnmacht befreit. Als ich meine Augen öffne und mich die Panik erneut zu verschlingen droht, wird mir klar, dass ich eine Zeit lang ohnmächtig war. In der Tür klafft nun ein riesiges Loch und überall im Raum hat sich Rauch gebildet.

Was ist hier nur los? Langsam sehe ich mich, in dem kleinen Raum, um. Dort oben ist ein kleines Fenster, dass nur so viel Licht einwirft, dass man Schatten erkennt.

Mein Blick schweift ab, als mir die anderen Frauen wieder einfallen. Langsam drehe ich meinen Kopf zu ihnen herüber, als ich bemerke, dass sie alle reglos am Boden liegen. Meine Brust schmerzt und mein Magen dreht sich. »Wo bin ich hier nur hineingeraten?«, frage ich mich panisch.

Als sich meine Gedanken überschlagen und meine Angst am Ende siegt, höre ich Schritte die sich nähern. Panisch robbe ich mit meiner noch vorhandenen Kraft in eine Ecke und verschränke die Arme um meine Beine. Eine Gestalt betritt jäh den Raum. Sie trägt einen schwarzen Mantel und eine Maske. Ähnlich wie die anderen zwei doch erkenne ich, dass sie irgendwie anders ist. Sie hat ein Gewehr in der Hand und schaut sich hastig um. Sie hebt den Arm und zeigt in Richtung Gruft. Eine Gruft, ja das ist es wo ich bin.

»Scheiße was läuft denn hier?«, keuche ich und versuche mich zu beruhigen. »Ich muss hier raus!«, flüstere ich und mir rinnen heiße Tränen über die Wangen.

Eine weitere Gestalt betritt den Raum und stellt sich vor die erste. Noch immer ist eine große Rauchwolke zu sehen.

»Gesichert«, brüllt diese nun und lässt seine Waffe sinken.

Meine Gedanken füllen sich mit Hoffnung. Diesen Satz hatte ich schon so oft in Serien gehört, ich werde sicher endlich befreit. Ich sammle meine letzten Kräfte um mich bemerkbar zu machen.

»Ich…«, keuche ich, durch den Knebel ist nicht viel davon zu verstehen, »ich bin hier. Bitte helfen sie mir!«

Der eine Polizist schaut endlich in meine Richtung und nickt mir daraufhin zu. Meine Gedanken überschlagen sich hoffnungsvoll.

»Hilfe!«, stöhne ich so laut es eben geht. Erleichterung macht sich in meinem Körper breit, doch die Schmerzen sind immer noch unerträglich.

»Ally komm rein wir brauchen deine Hilfe«, sagt die eine Stimme und zeigt mit dem Finger in meine Richtung.

Meine Augen schließen sich immer wieder, doch ich kämpfe dagegen an. Als ich sie wieder öffne, kniet eine kleinere, dritte Person mit einem kleinen Koffer vor mir.

Ich sehe sie erleichtert an und sie nimmt mir meine Handfesseln ab. Sie löst auch die um meine Beine und schaut mir ins Gesicht. Mit einem Griff an ihren Gürtel schaue ich plötzlich in ein helles Licht.

»Hier rein sehen, kleine. Ich muss sehen, ob alles in Ordnung ist «, sagt die Gestalt, doch ich kann das Gesicht nicht erkennen und sehe deshalb an der Lampe vorbei.

»Wer sind sie? Sind sie von der CIA?«, frage ich erschöpft und blinzele ein paar Mal.

Die Gestalt sieht mich einige Sekunden an, ehe sie den Arm hebt. »Nicht wirklich «, flüstert die Person, bevor die Maske plötzlich, wie von Geisterhand vor ihrem Gesicht verschwindet. Zum Vorschein kommt eine junge Frau mit roten Augen und geflochtenen Türkisen Haaren die mich besorgt anstarrt.

»Die nehmen wir mit, Will. Diese lebt noch. So wie das hier aussieht, haben sie sie gefoltert«, sagt die Frau so trocken, als wäre dies nichts Besonderes.

Die Gestalt mit der Schwarzen Maske, die als erstes hereinkam, geht auf ein anderes gefesseltes Mädchen zu. Mit seinem Schuh dreht er sie auf den Rücken. »Die sind alle tot.«

»Nein!«, sage ich voller Angst, während ich den Arm, der jungen Frau, von mir wegschieben. Als ich versuche aufzustehen versagt jedoch meine Kraft.

»Die haben dir Narkosemittel gegeben du kannst noch nicht aufstehen. Wir werden dich in Sicherheit bringen, keine Sorge! «, versichert sie mir und lächelt mich dabei an.

Ich sehe sie ebenfalls an und bin froh, dass sie da ist. Ich habe das Gefühl, sicher zu sein und lasse mich entspannt zurückfallen. Erst jetzt erspähe ich noch zwei weitere Gestalten mit Waffen an der Tür.

»Dann nehmen wir diese eine mit«, sagt die Gestalt und kommt auf mich zu.

Mein Körper spannt sich an, als der Mann sich vor mich hinkniet.

»Keine Angst!«, flüstert er, »erzähl mir, was diese Leute von euch wollten!«

Ich würde ihm gerne erzählen, dass diese Männer mich entführt haben, dass ich panische Angst hatte und dass ich froh bin, dass alles vorbei ist doch es kommt kein Ton aus meinem Mund.

Ein paar Sekunden vergehen, doch weil nichts aus meinem Mund kommt starrt er mich erwartungsvoll an.

»Ich…ehhhich…wurde entfüü-üührt«, stottere ich angestrengt. Mit einem Fingerdruck ist auch seine Maske wie von Geisterhand verschwunden. Mich trifft fast der Schlag, als ich den Mann ansehe:

Seine Augen sind feuerrot und so schön geformt, dass ich augenblicklich heulen könnte. Seine zarten vollen Lippen sind genau so schön wie das markante Kinn und seine Stirn. Er hat schwarze kurze Haare und das Deckhaar ist ein wenig zur Seite gekämmt. Sein Blick ist animalisch, er hat wohl in Jeder Konversation das Sagen. Seine Körperhaltung sagt mir, dass er nicht zögert, dass zu tun, was getan werden muss. Meine Brust hebt und senkt sich plötzlich schneller und ich habe das Gefühl, gleich zu ersticken. Mein Mund ist ganz trocken und mein Körper gehorcht mir nicht mehr.

»Bitte bringen sie mich einfach nur weg!«

Der Mann schaut die junge Frau mit den türkisen Haaren an und nickt ihr zu. »Dann auf, ich nehme sie!«

 

Mit einem Ruck, hebt der Mann mich hoch und legt mich über seine Schulter.

»Gut festhalten!«, sagt er und trägt mich hinaus. Die junge Frau und die restlichen Männer in Mänteln, folgen uns zu einem Hintereingang wo ein Van bereits geparkt steht.

»L, du gehst nach vorne ans Steuer. Ich bleibe mit Ally hinten. Torell, Brisk ihr geht mit nach vorne!«, befiehlt der Mann, der mich trägt. Der Van ist schwarz und sieht aus als, würde man damit Verbrecher von einem Gefängnis in das nächste transportieren. Alles kommt mir so unwirklich vor, so ein Auto habe ich bisher nur im Fernsehen gesehen.

Die Frau, die Ally heißt, macht eine Hintertür des Vans auf und steigt hinein.

»Nimm sie!«, sagt der Mann, ehe er mich sanft von seinen Schultern rutschen lässt und ich in die weichen Arme der Frau sinke. Ally schaut den Mann schmerzverzehrt an. »Die suchen nach Jemanden, das ist sicher.«

»Ja, aber wen? Die sind nicht wegen nichts plötzlich so zahlreich in diesem Gebiet«, entgegnet der Mann abwertend.

»Lass uns erst einmal abhauen, ich habe das Gefühl die kommen zurück. Hast du gesehen was für ein Banner die hatten?«

»Es war keiner von ihren. Das hätten wir gesehen, meinst du nicht?«, sagt sie während sie mich vorsichtig auf die eine Bank der Vans legt.

Die Bank ist alles andere als bequem doch Ally bietet mir, mit einem kleinen Schlag auf ihren Oberschenkel, an sie als Kissen zu benutzen.

»Ich traue ihr alles zu«, sagt der Mann abwertend, »aber jetzt bringen wir uns erst mal zur Hütte, würde ich sagen. Ich glaube nicht, dass sie es bis zum Hauptquartier schafft.«

Mit einem Ruck schlägt er die Tür zu und setzt sich auf die mir gegenüberliegende Bank.

»Kannst los fahren L. Zur Hütte wir lassen es langsam angehen, solange wir nicht wissen was los ist.«

»Alles klar, Boss «, sagt der maskierter Mann und wir setzen uns schließlich in Bewegung. Der Van fährt langsam los und meine Lider werden schwer.

»Welche Hütte?«, frage ich den Mann misstrauisch.

Er starrt mich eine Weile an, ehe er spricht, doch sein Blick wird schließlich weich. »Wie ist dein Name?«

Ich sehe ihn prüfend an und flüstere dann leise »Anna…ich heiße A.J.«

»Alles klar Anna, du brauchst dir keine Sorgen machen. Wir bringen dich in Sicherheit«, versichert er und mir ich könnte schwören, ich habe währenddessen ein Lächeln auf seinen Lippen gesehen. Meine Brust hebt und senkt sich schneller, wenn er das tut.

»Bleib ruhig Anna. Dein Körper hat viel mitgemacht«, sagt Ally leise und legt mir ihre kalten Hände auf die Stirn, als wüsste sie, was ich in diesem Moment am dringendsten brauche. Ich bedanke mich bei ihr mit einem kleinen lächeln und schließe die Augen.

 

Wir fahren eine Weile und mein Körper gewöhnt sich langsam an das hin und her des Vans. Mein Atem geht nun ruhiger und die Schmerzen erscheinen mir nicht mehr ganz so stark.

»Tief einatmen!«, wiederholt Ally immer wieder, während sie mir sanft über meine Stirn streichelt. Als der Van plötzlich langsamer wird, steht der Mann vor mir finster blickend auf und haut mit der Faust gegen das Führerhaus. »Was ist denn da los Jungs?«

Es meldet sich eine Stimme aus dem Führerhaus. »Keine Ahnung was da vorne los ist Boss, sieht aus wie eine Straßensperre.«

»Menschen?«, fragt der Mann gepresst.

»Negativ, Boss.«

Der Mann fasst sich hastig an die Stirn. »Durchfahren! Die kriegen uns nicht. Wir haben doch nur zwei, drei, zwanzig von ihnen getötet? So schlimm ist das doch wohl nicht? «. Ein leichtes lächeln ist auf seinen Lippen zu sehen.

Mein Magen dreht sich plötzlich, mich durchzuckt ein komisches Gefühl, dass ich nicht beherrsche. Es droht mich plötzlich förmlich auseinander zu reißen. Meine Lider flattern und mein ganzer Körper bebt und zittert, als hätte ich einen Anfall. »Hilf…«, keuche ich schmerzerfüllt.

Ally springt plötzlich auf und klettert um mich herum, während sie meine Hand nimmt sie und fest drückt. »Durchhalten kleine! Will? Wir müssen schleunigst hier weg. Sag L er soll schneller fahren!«.

Meine Glieder werden Steif und meine Gedanken überschlagen sich. Vor meinen geistigen Augen spielt sich nun ein Film ab: Will und eine weitere Frau vor einem Altar.

Als das Gefühl des Zerreißens endlich weniger wird, geht alles plötzlich ganz schnell.

»L? hast du gehört?«, vergewissert sich Ally noch ein mal.

Der Van wird mit jeder Sekunde schneller, sodass ich das Gefühl habe, wir schweben für ein paar Sekunden in der Luft.

»Feeeesthaaaaaalten!«, brüllt Will, bevor er sich an einer Stange an der Decke des Vans festhält und wir die Straßensperre unsanft durchbrechen.

Der Schlag, mit dem wir wieder auf der Straße aufkommen, lässt mich vibrieren. Ally stellt sich vor mich, wärend wir in die Höhe gehoben werden und drückt mich gegen die Wand während sie sich ebenfalls als der Deckenstange festhält.

Alles im Van fliegt kreuz und quer durch die Gegend, als schlagartig die hintere Tür des Vans aufgerissen wird und dann quer über die Straße fliegt. Mein Atem ist plötzlich zurück.

Schlagartig verwandelt sich Will’s Gesicht in das einer gnadenlosen Kampfmaschine. Ich traue meinen Augen nicht, als zwei Männer in schwarz in den fahrenden Van springen. Der kleinere von beiden fasst in seinen Halfter und zum Vorschein kommt ein großer silberner Dolch. Der Mann zuckt und fährt sich vor Kampfeslust mit der Zunge über die Zähne.

Alles vergeht wie in Zeitlupe, als Will seine Waffe nach hinten wirft und stattdessen in seine Halfter greift, um dort zwei größere, goldene Dolche heraus zu holen. Der Mann in schwarz verzieht jedoch keine Miene und rennt frontal auf ihn zu. Keine gute Idee, denn mit einem geschickten Ausweichmanöver schafft es Will, dem Mann auszuweichen und ihm stattdessen sein eigenes Messer in den Rücken zu rammen. Der Mann geht keuchend zu Boden. Will atmet schwer und bleckt die Zähne. Sein Haar fällt ihm wild vom Kampf und hängt ihm dann an den Seiten herunter.

Seine Augen sind nun tiefschwarz und mich überkommt, wie zu oft an diesem Tage, die Angst. Im Führerhaus sind nun Kampfschreie und Pistolenschüsse zu hören. Eine Tür knallt auf und dann schließlich gegen unsere Wand und der Van biegt schlagartig um die Ecke.

»Halt sie fest!«, knurrt Will Ally währenddessen entgegen, doch lässt er seinen Gegner nicht aus den Augen. Der zweite Mann steht in dem klaffenden Loch, wo mal eine Tür war, und sieht hastig zwischen uns dreien hin und her.

»Was wollt ihr von uns?«, Brüllt Will dem Mann aggressiv entgegen. Dieser antwortet nicht, doch starrt er mich dafür nun finster an. Ich umschließe meinen Brustkorb mit meinen Armen, denn sein Blick droht mich förmlich zu durchbohren. Abrupt dreht der Mann sich um und verlässt den Van während der Fahrt. Will hastet bis zum Ende des Vans hinterher, doch der Mann ist schon weg. Keuchend steht er in der Tür und starrt wütend in die Nacht hinaus. Mit einem einschüchternden Blick kommt er auf mich zu und sieht mir dann tief in die Augen. Ich lasse mich an der Wand heruntergleiten und ziehe meine Knie an. Sie schlackern und sein Blick schreit Feind. Er macht plötzlich eine ruckartige Bewegung, sodass ich ängstlich meine Augen schließe.

Als nichts geschieht, sehe ich langsam auf. Seine Hand ruht nun neben meinen Kopf an der Wand. Unsere Gesichter sind nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Ich kann seinen Atem auf meinen Lippen spüren, doch ich traue mich selbst nicht zu atmen.

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